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Finale im Weinstein-Prozess: Plädoyer der Anklage

14.02.2020

New York (dpa) - Nach wochenlangen Verhandlungen endet heute der inhaltliche Teil des spektakulären Vergewaltigungsprozesses gegen Ex-Filmmogul Harvey Weinstein mit dem Plädoyer der Anklage.

Bei einer Verurteilung wegen schwerer Sexualverbrechen könnte der 67-Jährige den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen. Ab Dienstag kommender Woche sollen sich die zwölf Geschworenen zu Beratungen zurückziehen, um über Schuld oder Unschuld Weinsteins zu entscheiden.

In den vergangenen Wochen hatte die Staatsanwaltschaft in dem Verfahren versucht, mithilfe von sechs Zeuginnen in teils drastischer Detailtiefe ein Muster Weinsteins offenzulegen - das eines Mannes, der seine Macht in der Filmindustrie systematisch ausnutzte, um sich junge Frauen gefügig zu machen. Weinstein sei ein Mann, der den Frauen für Sex Karrierehilfe versprochen und sie bei einem Nein zum Geschlechtsverkehr gezwungen und vergewaltigt habe.

Mehr als 80 Frauen haben Weinstein seit 2017 sexuelle Übergriffe vorgeworfen. In dem Prozess, der seit Anfang Januar läuft, geht es im Kern aber nur um zwei Fälle: Weinstein wird vorgeworfen, 2006 die Produktionsassistentin Mimi Haleyi zum Oral-Sex gezwungen zu haben, eine andere Frau soll er 2013 vergewaltigt haben. Im Falle einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft. Der Prozess gilt als Meilenstein der MeToo-Ära, die von dem Fall ausgelöst wurde.

Am Donnerstag hatte bereits die Verteidigung ihre letzten Worte an die zwölf Geschworenen gerichtet und die Zeuginnen der Anklage scharf angegriffen. Die Anklage habe keine ausreichenden Beweise und wolle die Jury "austricksen", hatte Weinsteins Chefanwältin Donna Rotunno gesagt. Sie hob auf angebliche Widersprüche in den Vorwürfen der Zeuginnen ab und appellierte an die Juroren, ihren "gesunden Menschenverstand" zu benutzen. Der Angeklagte sei unschuldig.

Gleichzeitig versuchte Rotunno, einer möglichen Vorverurteilung ihres Mandanten entgegenzuwirken und machte Druck auf die Geschworenen. Sie betonte, wie wichtig es sei, dass Weinstein mit den gleichen Maßstäben wie alle anderen Angeklagten behandelt werde: "Sein Leben liegt in ihren Händen". Der Prozess sei dabei kein "Beliebtheits-Wettbewerb": "In diesem Land sind es unbeliebte Personen, die Jurys am meisten brauchen."

Der 67-jährige Weinstein streitet die Vorwürfe der Anklage ab und spricht davon, dass jeglicher sexueller Kontakt einvernehmlich gewesen sei. Er selbst hatte im Prozess die Aussage verweigert. Seine Anwälte hatten im Prozess die Strategie verfolgt, Zweifel an den Zeuginnen zu säen. Insgesamt hatten 28 Zeugen in dem Prozess ausgesagt, von der Verteidigung wurden weitere 7 Personen gehört.

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dpa | Staatsanwaltschaft

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