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Lokal26.de Ostfriesland Landkreis Aurich Dornum

Kultur: Dornumer Kunsttage erstmals unter externer Leitung

16.01.2020

Dornum Die Kunst- und Kulturfreunde Dornum und Umgebung organisieren in diesem Jahr wieder die Dornumer Kunsttage. Vom 18. Juli bis 8. August werden diese in den Räumen des historischen Wasserschlosses in Dornum stattfinden.

Seit Anfang des Monats läuft die Bewerbungsfrist für die inzwischen 27. Auflage. Künstler, die sich an der Ausstellung beteiligen möchten, können noch bis 26. Januar ihre Unterlagen per E-Mail beim ausrichtenden Verein einreichen. In diesem Jahr widmet sich die Ausstellung der Grafik als künstlerischer Ausdrucksform. Neben Kontaktdaten und künstlerischer Vita müssen auch Fotos der Arbeiten mit Angabe von Titel, Jahr, Technik, Abmessungen und Name eingereicht werden. Eine Jury wird sich nach Ablauf der Frist mit den Bewerbungen befassen und zehn Künstler auswählen. Bis jetzt sind bereits ein Dutzend Bewerbungen eingegangen, erfahrungsgemäß gibt es die meisten Bewerbungen aber in der zweiten Hälfte des Monats.

In diesem Jahr gibt es erstmals eine externe künstlerische Leitung für die Kunstausstellung, zuvor war die Leitung immer an den Vorstand gebunden. Der 1995 geborene Grafiker Lennart Beier wird sich dieser Aufgabe widmen.

Beier wuchs in Ochtersum auf und zog nach seinem Abitur für ein Designstudium an der Akademie Minerva nach Groningen. Während seines Studiums fand er einen Bezug zur Druckgrafik und setzte diese auch als Schwerpunkt seines Schaffens. Mittlerweile arbeitet der 24-Jährige als freischaffender Künstler zusammen mit unterschiedlichen Galerien und auch innerhalb der Museums- und Kunstpädagogik der Kunsthalle Emden. Woher genau sein Interesse an Kunst kommt, kann Beier nur vermuten. „Vielleicht gibt es ja einen Bezug auf das kulturelle Angebot in Ostfriesland, das gerade von der klassischen Moderne innerhalb der deutschen Kunstgeschichte geprägt ist. Diese Einflüsse lassen sich sicherlich in meinen eigenen Arbeiten wiederfinden“, so Beier. Das sei auch die Kunst, welche er schon als Kind bei Museumsbesuchen gesehen habe, und die ihn während eines Praktikums an der Kunsthalle Emden nach seinem Abitur dazu inspiriert habe, sich selbst mit Kunst und Design intensiver zu befassen – also in Form eines Studiums. „Kunst bedeutet für mich sehr viel, in erster Linie begreife ich Kunst als einen freien Ausdruck individueller Gefühlswelten. Da gibt es die unterschiedlichsten Herangehensweisen, die unterschiedlichsten Ausdrucksformen und Positionen. Das finde ich schön und auch wichtig an der Kunst. Es gibt kein richtig und kein falsch.“ Natürlich habe auch er seine Favoriten: „Käthe Kollwitz und Lyonel Feininger sind zum Beispiel Künstler, denen ich mich sehr verbunden fühle im Bezug auf den künstlerischen Ausdruck.“ Aber am Ende des Tages gehe es nicht darum, wer der „bessere“ oder wer der „richtige“ Künstler ist, sondern es gehe um unterschiedliche Menschen, die unterschiedliche Geschichten zu erzählen hätten und erzählen wollten. „Kunst kann politisch sein, aber sie kann genau so gut ein Licht auf die Schönheiten des Alltäglichen werfen. Die Vielfalt an Geschichten, die uns die Künstler erzählen wollen, ist das, was mich an Kunst begeistert.“

Die Kunst- und Kulturfreunde Dornum hätten ihn im Herbst des vergangenen Jahres gefragt, ob er Interesse an der Aufgabe der künstlerischen Leitung für die 27. Kunsttage habe. „Da mir dieses Aufgabenfeld sehr gefällt, habe ich mich über dieses Angebot gefreut und zugesagt“, berichtet der 24-Jährige. Als künstlerischer Leiter sei er zum einen Teil der Jury, welche sich mit den Bewerbern und ihren Portfolios befasse, zum anderen sei er aber auch Kurator für die Ausstellung. „Zusammen mit meinem Team und den Künstlern entscheiden wir über die Nutzung der Räume und Präsentation der Kunstwerke, um die Ausstellung in ihre bestmögliche Form zu bringen“, sagt Beier.

Von den Bewerbern erwarte er einen interessanten eigenen Standpunkt zum Thema der Grafik. Welchen Ausdruck die Künstler verwenden, sei ihnen überlassen. „Ich möchte durch das Formulieren von weiteren Erwartungen keine Grenzen im kreativen Ausdruck schaffen.“ Allerdings hoffe er persönlich auch, durch Künstler überrascht zu werden und vielleicht dazu gebracht zu werden, auch seinen eigenen Anspruch an das kreative Schaffen zu hinterfragen.

„Ich freue mich im Bezug auf meine Arbeit für die Kunsttage sehr auf die diversen Positionen und Kunstwerke der unterschiedlichen Künstler, und sicherlich freue ich mich auch auf das Vorbereiten und Durchführen der Kunsttage als kreatives Projekt und als Herausforderung.“ Am meisten aber freue er sich auf das allgemeine Zusammenarbeiten mit anderen Menschen mit Kunstbezug, ob innerhalb des Teams oder in Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Künstlern. „Diese Art des kreativen Zusammenkommens schätze ich sehr, und deswegen blicke ich der gemeinsamen Arbeit für die Dornumer Kunsttage 2020 freudig entgegen.“

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Minerva | Kunsthalle Emden

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