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Lokal26.de Ostfriesland Landkreis Aurich Dornum

Der Queller auf den Salzwiesen: Spargel des Meeres – Ein Leben mit dem Salz

22.06.2020

Dornumersiel Wer einen Spaziergang an der Küste macht, lässt sich gerne die frische Luft um die Nase wehen. Mal ist eine sanfte Meeresbrise zu spüren, mal ein stürmischer Wind, der den Weg durch den Sand erschwert.

Nach ein paar Schritten kitzelt eine Muschel an den Füßen. Wer in die Ferne schaut, entdeckt – ganz klein – die Ostfriesischen Inseln. So sieht ein Besuch in den Sielorten der Region aus. Das Wattenmeer ist Einheimischen und Gästen bekannt. Weniger bekannt sind jedoch die Salzwiesen. Auf der einen Seite liegt der Deich, auf der anderen Seite das Watt – und dazwischen die Salzwiesen als Übergang zwischen Meer und Land. Auf diesen Wiesen leben so manche kleine Pflanzen, die Großes leisten. Genauso die Insekten und Vögel wie die Austernfischer, denen die Salzwiesen als Rast-, Nahrungs- und Brutgebiet dienen.

Küstenkaktus

Bei seinen Spaziergängen entlang der Küste in Dornumersiel durchstreift Uilke van der Meer gern die dortige Tier- und Pflanzenwelt, um sich zu vergewissern, dass es der Natur gut geht. Der Leiter des Nationalpark-Hauses ist stets sorgsam, um die Lebewesen zu schützen. Im Nationalpark-Haus ist eine Ausstellung über die Pflanzen zu sehen, die allerdings noch nicht wieder öffnen darf. Dafür ist die Natur vor Ort erlebbar. „Die unteren Salzwiesen werden fast täglich zwei Mal von Salzwasser überflutet“, erzählt van der Meer. Während die unteren Salzwiesen in Richtung Wasser liegen, sind die oberen näher zum Deich. Im Laufe der Zeit haben sich die Pflanzen wie die Strand-Sode an den hohen Salzgehalt des Wassers angepasst und Überlebensstrategien entwickelt. Wir stellen den Queller vor:

„Der Queller ist die Pionierpflanze in der unteren Salzwiese im Wattenmeer“, sagt Uilke van der Meer. Als „Spargel des Meeres“ und „Küstenkaktus“ bekannt, wächst der einjährige Queller (Salicornia europaea) auf der Verlandungszone der Salzwiesen. Der europäische Queller gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse. Kennzeichnendes Merkmal sind ihre fleischigen, blattlosen Sprossachsen. Die Pflanze hat ähnliche Überlebensstrategien wie ein Kaktus. Um aus dem Schlick Wasser und Nährstoffe aufnehmen zu können, bringt die Sukkulente – saftreiche Pflanze, die Wasser speichert – eine enorme Saugkraft auf. Das schafft sie, indem sie Salz in ihrem Zellsaft anreichert. Da sie so immer mehr Meersalz über ihre Wurzeln aufnimmt, muss sie ihren Wassergehalt erhöhen, um das störende Salz zu verdünnen – das verleiht ihr das typische Aussehen eines Mini-Kaktus. Am Ende der Vegetationsperiode ist die hohe Salzkonzentration für den Queller tödlich. Die Pflanze verfärbt sich vom satten Grün in ein rötliches Braun und stirbt ab.

Etwa sieben Monate, von April bis Oktober, lebt der Queller. Seine Samen überstehen allerdings die Winterzeit. Zur Keimung benötigen sie Frischwasser, weshalb sie nach einem Regenschauer keimen. Heute ist der Queller als Delikatesse in der Küche bekannt. Feinschmecker schätzen den salzigen Geschmack. Er ist reich an Jod und Mineralstoffen des Meeres und sollte daher nur in kleinen Mengen genossen werden.

Ina FrerichsVolontärin

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Nationalpark-Haus

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