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Politik: Den Mahlbusen in Dornumersiel touristisch nutzen

30.05.2020

Dornumersiel Um das Mahlbusenprojekt in Dornumersiel voranzutreiben, haben die Gemeinde Dornum und die Tourismus GmbH Dornum eine gemeinsame Mahlbusen Projektentwicklungsgesellschaft mbH gegründet. Der Rat stimmte dem Vorhaben mit einer Gegenstimme am Mittwochabend in der Turnhalle am Tief zu. Tourismuschef Rolf Kopper sprach von der „einzigen Chance“, um mit dem Vorhaben weiterzukommen. Die Projektentwicklungsgesellschaft soll von der Gemeinde und der Tourismus GmbH mit finanziellen Mitteln ausgestattet werden.

Im Februar dieses Jahres habe der Gemeinderat beschlossen, die Gründung einer solchen Gesellschaft prüfen zu lassen. Aufgabe des neu gegründeten Unternehmens soll laut Satzung die Weiterentwicklung und Realisierung eines touristischen Entwicklungskonzepts zur Förderung des ganzjährigen Übernachtungs- und Tagestourismus in der Gemeinde Dornum sein. Dabei soll die Gesellschaft sich an den Plänen der GPB GmbH von Juni 2012 orientieren. Diese sollen außerdem um eine maritime Hafenwirtschaft ergänzt werden. Zur Erinnerung: Die GPB hatte Weiterentwicklungsmöglichkeiten ausgearbeitet, die beispielsweise einen Hafen unter einem großen Glasdach, eine Wellnesseinrichtung, eine Marina sowie Ferienhäuser enthielten. Eine Schleuse ist nicht nur für die Entwässerung notwendig, sondern soll den Mahlbusen außerdem schiffbar und somit auch wirtschaftlich nutzbar machen. Konkret soll die Firma sich um die Grundstückssicherung, die Planungs- und Genehmigungsverfahren, das Finanzierungsmodell – Investoren und/oder Fördermittel, die inhaltliche Weiterentwicklung sowie den Betrieb von Teilen des Gesamtprojektes und das Kompensationskonzept im Natur- und Umweltschutz kümmern.

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Für die neue GmbH wird ein Geschäftsführer eingestellt, die Stelle soll ausgeschrieben werden. 12 500 Euro zahlen sowohl die Gemeinde als auch die Tourismus GmbH als Stammeinlage, hinzu kommen von beiden Seiten weitere 7500 Euro als erste Einzahlung in 2020. Insgesamt sollen sowohl die Gemeinde als auch die Tourismus GmbH 50 000 Euro als einmaligen Zuschuss für laufende Zwecke einzahlen. Davon könnte zum Beispiel eine Machbarkeitsstudie finanziert werden. Durch die Coronakrise sei die wirtschaftliche Situation der Tourismus GmbH allerdings schwierig, sodass Kopper erklärte, er könne aktuell über die Höhe der Einzahlung für 2021 keine verbindliche Zusage machen.

Im Rat fand das Vorhaben eine breite Zustimmung, nur ein Ratsherr stimmte gegen die Gründung. „Das Mahlbusen-Projekt ist schon sehr lange Thema. Die Gründung dieser Gesellschaft ist der Start für die ersten vorbereitenden Untersuchungen“, so Dr. Kurt Begitt (FBI/CDU). Auch Anja Wessels-Hoppen (SPD) betonte, dass man froh sei, dass es nun vorangehen könne.

Doch nicht bei allen Einwohnern, die zahlreich zu dieser ersten Sitzung unter den Corona-Bedingungen in die Sporthalle gekommen waren, kam dieser neue Schritt in der Mahlbusen-Planung gut an. So konnte es ein Einwohner überhaupt nicht nachvollziehen, warum diese GmbH für das Projekt notwendig sei und wieso man nach all den Jahren, in denen nichts passiert sei, weiterhin Geld in das Vorhaben stecke. Nichts sei bisher in trockenen Tüchern. „Für mich ist das eine Totgeburt“, machte er deutlich. Tourismuschef Kopper gab dem Einwohner insofern recht, dass man bisher weder eine Genehmigung, noch einen Investor, noch entsprechende Grundstücke habe. „Diese drei Dinge fehlen uns. Um diese Grundlagen zu schaffen, brauchen wir diese GmbH“, erklärte er sachlich. Ein rund 75 Millionen Euro teures Großprojekt erfordere viel Arbeit, die weder Bürgermeister Hook noch er nebenbei leisten könnten. „Wir werden jemanden einstellen, der sich dann ausschließlich um dieses Projekt und sich zum Beispiel um die erforderlichen Gutachten oder die Investorensuche kümmert.“

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