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Lokal26.de Ostfriesland Landkreis Wittmund Esens

Imkernachwuchs hat keine Angst vor Bienenstichen

14.01.2020

Esens Nach intensiver Schulung im zurückliegenden Jahr 2019 durfte der Vorsitzende des Vereins „Bienen, Blüten, Naturräume im Alten Amt Esens“ (BBN), Friedrich Thedinga, fünf Neuimker zu ihrem Erfolg beglückwünschen. Mit theoretischen Teilen, mit praktischen Arbeiten am Bienenstock, mit Honiggewinnung in der Bienenküche und einer abschließenden Prüfung der vermittelten Lerninhalte war für die Teilnehmer der erste Abschnitt zur zukünftigen Imkerei geschafft.

In Deutschland wurden 2018 120.000 Imker mit 815.000 Bienenvölkern gezählt. Hochgerechnet auf den Zeitraum im Juni des Jahres gab es im Bundesgebiet etwa 25 Milliarden Honigbienen, organisiert im Deutschen Imkerbund. Im Gebiet des BBN-Esens waren es immerhin 150 Bienenvölker mit etwa 4,5 Millionen Honigbienen.

Um diesen Zustand zu verbessern und die Bienendichte zu erhöhen, beschlossen die erfahrenen Imker des BBN-Esens einen eigenen Lehrgang für Neuimker anzubieten. Hier gelten die Ausbildungs-Vorgaben des „Landesverbands der Imker in Weser-Ems“. Doch einen vollständigen Lehrplan in Anlehnung an die örtlichen Gegebenheiten auf die Beine zu stellen, bleibt den ehrenamtlichen Lehrkräften vor Ort selbst überlassen.

Mit theoretischen Lernelementen begann der Lehrplan im März, um dann im April im Wechsel mit Theorie und Praxis fortgeführt zu werden. Jetzt bekam jeder „Lehrling“ ein eigenes Bienenvolk, an dem das Erlernte in der Praxis erprobt wurde, inklusive Herzklopfen und ab und an einem Bienenstich. Im Mai lernten die angehenden Imker das Schwärmen der Bienen zu verhindern, ihren Wohnraum im Einklang mit der Witterung zu erweitern und Bienenschädlinge zu bekämpfen. Dann erfolgte der erste Höhepunkt im Bienenjahr, die erste Honigernte.

Am 21. Juni erfuhren die Imkerschüler eine plötzliche Umkehr im Bienenvolk. Mit der Sonnenwende war der Höhepunkt eines Bienenjahres überschritten. Die Blühpflanzen waren überwiegend zur Ausbildung von Früchten übergegangen und das Nahrungsangebot für die Insekten war rückläufig. Jetzt lernten die Schüler die Bildung von Jungvölkern mit jungen Bienenköniginnen zu organisieren.

Nach der zweiten Honigernte im Juli begann die intensive Schädlingsbekämpfung und die Fütterung (Glaskugel gegen Perlen) der Bienen für die trachtlose Zeit bis zum März des Folgejahres.

Mit der ersten Honigernte erfuhren die Imkerlehrlinge den behutsamen Umgang mit einem verderblichen Lebensmittel, dem Honig. Der Honig, ein Naturprodukt nicht nur für den Frühstückstisch, sondern auch ein bedeutender Bestandteil der Hausapotheke in Zeiten vor der pharmazeutischen Vollversorgung. Hier hat der Gesetzgeber heute eine Honigverordnung geschaffen, die das Inverkehrbringen von Honig gesetzlich reglementiert. Auch diese Herausforderung meisterten die Neuimker, lernten fleißig und konnten die geforderte Prüfung zur Honigverordnung erfolgreich absolvieren.

Mit dem Eintritt in den Verein BBN-Esens übernehmen erfahrene Imker eine unbegrenzte Patenschaft für die Imkergesellen, die dann in einen intensiven Erfahrungsaustausch mündet. Doch die Bienendichte im Bereich des BBN-Esens bleibt vorerst unterbesetzt und verlangt nach weiteren Imkerlehrlingen. Wer immer schon einen Faible für Insekten hatte, wer gerne Honig zum Frühstück genießt, wer ein besonderes Naturabenteuer sucht, sollte sich zum Grundlehrgang für Imker 2020 beim BBN-Esens anmelden. „Es sind noch einige Lehrstellen unbesetzt“, so Friedrich Thedinga.

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