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Lokal26.de Ostfriesland Landkreis Wittmund Esens

Kunst-Zerstörung: „Scheuerpfahl“-Skulptur in Dunum abgesägt

06.06.2020

Esens /Dunum „Ist das Kunst oder kann das weg?“ Das fragt sich so Mancher beim Anblick des einen oder anderen Kunstwerks. Doch ein Kunstwerk einfach so zu entfernen, das geht gar nicht. Aber genau das ist jetzt in Dunum/Brill an der Kreuzung Auricher Straße/Briller Weg auf dem Grundstück des ehemaligen „Landhaus Brill“ geschehen. Das Kunstwerk „Namens-Stamm-Baum“ der Künstlerin Ingrid Freihold, eine von 24 Scheuerpfahl-Skulpturen am Ostfriesland-Wanderweg, ist einfach abgesägt worden.

Der Initiator des Kunst-Projektes, Gerd Neumann, und Künstlerin Ingrid Freihold sind „aus allen Wolken gefallen“ und „entsetzt“, als sie von dem Vorfall erfuhren. Zwar habe der neue Eigentümer, auf dessen Grundstück das Kunstwerk 2011 im Einvernehmen mit den Vorbesitzern aufgestellt und vom damaligen Ersten Kreisrat des Landkreises Wittmund, Hans Hinrichs, im Rahmen einer kleinen Feierstunde seiner Bestimmung übergeben wurde, beim Bürgermeister der Gemeinde Dunum angefragt, was er tun könne. Doch dann sei der Namensbaum einfach abgesägt worden. Dadurch wurde der sichtbare Teil des etwa 550 Kilogram schweren Stammes vom Sockel getrennt. „Das Kunstwerk ist zerstört“, sagt Ingrid Freihold. In der Reihe der insgesamt 24 Scheuerpfahl-Skulpturen entlang des Ostfriesland-Wanderweges klafft eine Lücke.

Das wäre nicht nötig gewesen, hätte man einen Blick auf die am Briller Weg aufgestellte Hinweistafel geworfen. Darauf genannt sind die Sparkassen-Kulturstiftung Leer-Wittmund, der Landkreis Wittmund und der Name der Künstlerin. Hätte man dazu den Kontakt gesucht und aufgenommen, hätte man das Problem sicher anders lösen können, ist sich Gerd Neumann sicher.

Vor zwei Wochen sei noch alles in Ordnung gewesen

„Ich verstehe das nicht“, sagt der Initiator der Scheuerpfahl-Skulpturen. Erst vor zwei Wochen sei er vorbeigefahren. Da sei noch alles in Ordnung gewesen. Vor zwei Jahren habe er mit dem neuen Eigentümer des ehemaligen Landhauses gesprochen. Damals habe es keine Probleme gegeben.

Sponsor war 2011 die Sparkassen-Kulturstiftung. Der Landkreis Wittmund hat das Projekt ideell unterstützt. Um wenigstens den Stamm mit den 210 alten ostfriesischen Namen zu retten und einen neuen Standort zu finden, haben Gerd Neumann und Künstlerin Ingrid Freihold in den vergangenen Tagen viele Gespräche mit allen Beteiligten und darüber hinaus auch mit dem Bürgermeister der Samtgemeinde Esens, Harald Hinrichs, geführt. Dieser habe sich spontan bereit erklärt, den Stamm von Mitarbeitern des Baubetriebshofes abholen zu lassen und ihn vorerst in einer Halle des Bauhofes in Esens zu sichern, erklärt Ingrid Freihold.

Der Landkreis Wittmund äußerte sein Bedauern und würde sich wünschen, dass es zwischen allen Beteiligten zu einer Lösung kommt, dass der Namens-Stamm-Baum an einem neuen Standort aufgestellt werden kann, wo er wieder zur Geltung kommt, heißt es auf Anfrage.

Auch Frank Fastenau, Sparkassen-Kulturstiftung, habe sich „entsetzt“ gezeigt, erklärt Ingrid Freihold. Um den Namensbaum wieder aufzustellen, müsste ein neuer Sockel angefertigt werden. „In diesem Punkt war er sehr positiv eingestellt. Sobald ein neuer Standort feststeht, kann ich einen entsprechenden Antrag bei der Sparkassen-Kulturstiftung dafür stellen“, so die Künstlerin. Alle Projektbeteiligten hoffen, dass nicht noch weitere Werke am Wanderweg entfernt werden.

Klaus HändelLokalredaktion

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