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Lokal26.de Ostfriesland Landkreis Wittmund Esens

Drei neue Baugebiete in Esens angeschoben

14.01.2020

Esens Sonntag hat Esens den Silbernen Bären an den Ökumenischen Arbeitskreis Juden und Christen verliehen. Dafür bedankte sich dessen Vorsitzender Jens Ritter. Der heutige Arbeitskreis verdanke diese Auszeichnung auch denen, die seit Gründung des Vereins 1987 den Weg für das Erreichte geebnet hätten, darunter Gerd Rokahr, Wolfgang Ritter, Pastor Rüdiger Grimm, Petra Dresler-Döhmann, Hubert Heinelt und Detlef Kiesé sowie Helga Langer.

„Wir halten im Arbeitskreis Kontakt zu den Esenser Überlebenden des Holocausts und ihren Nachkommen – eine Arbeit, die nicht unbedingt im öffentlichen Fokus steht, bieten Veranstaltungen zum Judentum, jüngst mit einer Veranstaltungsreihe zu den jüdischen Festtagen und zur Geschichte der Juden in Esens, leisten schulische Bildungs- und vor allem Erinnerungsarbeit, zum Beispiel mit Gedenkveranstaltungen“, so Ritter. Die Akzeptanz für das Erinnern sei in den ersten Jahren nicht selbstverständlich gewesen, heute sei das anders. Der Arbeitskreis freue sich über den Rückhalt in Rat und Verwaltung, vor allem aber über die positiven Rückmeldungen der Museumsbesucher und die Anerkennung der Esenser Bürger. Die Anwesenden belegten das mit lang anhaltendem Applaus.

Den gab es zuvor auch für die Bürgermeisterin der Stadt Esens, Karin Emken. Sie eröffnete ihren Rückblick auf 2019 mit einer kleinen Geschichte über einen Pastoren, der bei Orkan und Regen mit dem Fahrrad unterwegs ist, und der, nachdem er fast gestürzt wäre und seine Papiere davon zu wehen drohten, von einer Familie ins Haus gebeten wird – zum Teetrinken. „Ich habe im vergangenen Jahr viel Tee getrunken“, sagte die Bürgermeisterin und appellierte: „Wir sollten uns der Bedeutung und Kraft unserer Tradition bewusst sein in der heutigen Zeit, in dieser schnellen, ja hyperaktiven Zeit, der Übererregung und Dauerempörung, in der alles kommentiert, interpretiert und bewertet wird.“ Eine Stärke der Esenser als Ostfriesen sei die stete Besonnenheit und das Wissen darum, dass kluge Entscheidungen Unaufgeregtheit erfordern.

Vor diesem Hintergrund freue sich Karin Emken, „dass auch wir im Rat der Stadt Esens schon länger zu solch einem Umgang miteinander zurückgefunden haben“ und der geprägt sei von hoher Verantwortlichkeit und Besonnenheit.

So habe der Rat 2019 wieder wichtige Beschlüsse gefasst. Das Investitionsprogramm 2019 habe die Überschrift „Intensive Planung und Vorbereitung vieler ambitionierte Projekte“ verdient. Karin Emken begann mit den drei aktuellen Baugebieten. Hier sei es gelungen, nach vielen Gesprächen Flächen hinzuzukaufen, so dass nun die Bauleitplanung für das Baugebiet Hartwarder Straße West begonnen hat. Im Baugebiet Armenland können bis zu 80 Bauplätze entstehen. „Vorgesehen ist eine Verkehrsanbindung an die Bensersieler Straße, möglichst mit einen Kreisverkehr.“ Im Baugebiet Hartwarder Straße Ost ist die Bauleitplanung abgeschlossen. Die Erschließungsarbeiten beginnen jetzt. Sobald der Rat den Kaufpreis pro Quadratmeter festgelegt hat, werden die Interessenten nach Vergabekriterien und Bewerberliste angeschrieben.

Nach wie vor sei Esens für Bauwillige höchst attraktiv. Die Investitionsbereitschaft auf dem privaten Bausektor sorge für viele Aufträge in der Region.

Im November geschlossen wurde die Baulücke am Schafmarkt. Das entstandene Geschäftshaus füge sich nun wunderbar in die vorhandene Bebauung ein. Die ersten von Real Bau errichteten Wohnungen an der Hayungshauser Straße konnten im Mai 2019 bezogen werden, weitere sind im Bau. Neue Wohn- und Geschäftshäuser entstehen auch in der Butterstraße, Bahnhofstraße, an der Auricher Straße und am Bahnhofskreisel. Viele weitere Gespräche mit Investoren zukünftiger Bauvorhaben werden geführt.

Weitere Bautätigkeiten in Bensersiel und im Stadtgebiet gibt es in den Bereichen Am Kajedeich, Riffweg, Siedlung und Wiesenweg. Anliegergespräche sind geplant. Auf dem Marktplatz Esens wird in diesen Tagen die Südseite barrierefrei und fußgängerfreundlicher umgestaltet.

Der Ausbau der Bahnhofstraße sollte im August beginnen. Bauherr ist das Land Niedersachsen. „Wir werden die Maßnahme nutzen, um parallel die Fuß- und Radwege entlang der Straße zu erneuern. Dafür haben wir 350 000 Euro in den Haushalt eingestellt. Da die Versorger, darunter EWE und OOWV, zuerst ihre Netze unterhalb der Straße erneuern müssen, hat sich der Baubeginn verzögert.“ Der gesamte Ausbau der Bahnhofstraße werde einen längeren Zeitraum umfassen. „Sobald der Zeitplan feststeht, werden wir alle Beteiligten informieren. Wichtig ist für uns, dass Rücksicht auf Anlieger, Durchgangsverkehr und Schützenfest genommen werden wird“, betonte Emken.

Im Zuge der Dorfentwicklungsplanung hat die Stadt Esens einen Förderantrag zur Umgestaltung des Kurparks in Bensersiel gestellt, der nun Berücksichtigung gefunden hat. Ein Fachbüro hat erste Planentwürfe vorbereitet, die demnächst in Bensersiel vorgestellt werden sollen. Eine weitere Bürgerinformationsveranstaltung ist zur in den nächsten Jahren kommenden Deicherhöhung in Bensersiel geplant.

Abschließend appellierte Karin Emken: „Lassen Sie uns die Herausforderungen gemeinsam meistern.“

Klaus HändelLokalredaktion

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