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Lokal26.de Ostfriesland Landkreis Wittmund Esens

Offener Brief an Ministerpräsident: Öffnung der Baumärkte stößt auf großes Unverständnis

04.04.2020

Esens Die Allgemeinverfügung, die Baumärkte am Samstag wieder zu öffnen, stößt in großen Teilen des Einzelhandels auf massive Kritik, so auch in Esens bei Markus Backenköhler.

Als selbstständiger Einzelhändler mit sechs Filialen und 35 Mitarbeitern in Ostfriesland, aber auch als Vorsitzender der Kaufmannschaft Aktionsgemeinschaft Esens und Umgebung, als Mitglied im Aufsichtsrat der Esens-Bensersiel Tourismus GmbH und Mitglied im Aufsichtsrat der Volksbank Esens eG übt er in einem offenen Brief an Ministerpräsident Stephan Weil und Minister Bernd Althusmann scharfe Kritik.

„Ich bekomme in all meinen Funktionen die Auswirkungen der Corona-Pandemie direkt zu spüren. Mit großem Erstaunen habe ich Ihre Entscheidung, die Baumärkte wieder zu öffnen, zur Kenntnis genommen. Wie verträgt sich das Öffnen der Baumärkte, meistens mit Verkaufsflächen jenseits der 2000 m², mit dem auf Landes- und Bundesebene verhängtem Kontaktverbot? Sicherlich, Öffnen mit den gebotenen Hygieneregeln und Mindestabstand, aber die Realität wird voraussichtlich anders aussehen.

Ich gönne meinen Berufskollegen die Öffnung Ihrer Märkte, haben Sie doch die gleichen Existenzängste wie alle Selbstständigen und Firmeninhaber zurzeit. Ich stelle mir aber die Frage, warum der so vehement ausgerufene Solidaritäts- und Gemeinschaftswille durch Ihre Entscheidung mit Füßen getreten wird. Mit ,Bitte bleiben Sie zu Hause‘ hat das nicht mehr viel zu tun!

Welche Produkte hat ein Baumarkt, die mit Lebensmitteln vergleichbar sind? Heimwerken kann man auch nach der Krise, Essen und Trinken muss man jetzt!

Viele Bau-, aber auch Verbraucher- und Drogeriemärkte führen ein breites Sortiment außerhalb Ihrer Kernkompetenz. Hier sind beispielhaft zu nennen Haushaltswaren, Porzellan, Spielwaren, Fahrräder und Zubehör, Deko- und Geschenkartikel, Blumen und Pflanzenbedarf, Kleinelektronik. Die Liste ließe sich beliebig erweitern.

Mit welcher Begründung verwehren Sie den Fachhändlern aus den oben genannten Bereichen die Öffnung Ihrer Fachgeschäfte? Sie stärken mit der Erlaubnis des Verkaufs dieser Sortimente durch branchenfremde Händler wie Discountern, Bau-, Verbraucher- und Drogeriemärkten deren per se schon starke Position und schwächen den lokalen Facheinzelhandel.

Dieser bemüht sich mit kreativen Lösungen wie Lieferdiensten, Onlinepräsenzen, Facebook-Kanälen, Instagram-Accounts und lokalen Online-Initiativen, den Kontakt zu seinen Kunden nicht zu verlieren und irgendeine Form von Umsatz zu generieren, damit er und seine Mitarbeiter durch diese für alle sehr schmerzhafte Corona-Krise kommen.

Weiter noch, hier vor Ort schnüren Selbstständige, Gastronomen, Handwerker und Dienstleister Lebensmittelpakete für ältere Menschen – wohlgemerkt als Spende –, bieten der Tafel Ihre Hilfe in Form von Manpower und Fahrzeugen an und leben Solidarität.

Dieses Engagement auf allen Ebenen im lokalen Bereich führen Sie mit Ihrer inkonsequenten Entscheidung ad absurdum. Das ist nicht zu akzeptieren.

Ich fordere Sie auf, die Sortimente zu benennen, die im direkten Verkauf, also bei geöffneter Ladentür, zum Verkauf kommen dürfen.

Die genannten Märkte verfügen über eine sehr große Fläche und sind in der Lage, die Randsortimente tatsächlich an den Rand zu schieben.

Sorgen Sie für Chancengleichheit während der Krise und zeigen Sie sich solidarisch mit dem lokalen Facheinzelhandel, der um sein Überleben bangt!“, fordert Markus Backenköhler Weil und Althusmann auf.

Klaus HändelLokalredaktion

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