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Lokal26.de Ostfriesland Landkreis Wittmund Esens

Sicherheit im Verkehr: Dieses Warnsystem kann Leben retten

14.02.2020

Esens Eine mit einer Lichtzeichenanlage gesicherte Kreuzung. Fußgänger und Radfahrer warten auf Grün. Aus gleicher Richtung rollt ein Lastwagen heran, der Fahrer möchte nach rechts abbiegen. Auch er hat Grün. Eine alltägliche Situation, die für Fußgänger und Radfahrer lebensgefährlich sein kann, wie Unfallstatistiken bundesweit belegen. Vor allem Radfahrer, aber auch Fußgänger sind vom Fahrer aus nicht zu sehen. Sie befinden sich im „toten Winkel“.

Die Firma Janßen-Transporte hat dem einen Riegel vorgeschoben. Als eines der ersten Unternehmen in der Region hat sie ihren kompletten Fuhrpark an Lastwagen mit Abbiege-Assistenz-Systemen ausgestattet. Auch drei Neufahrzeuge sollen damit ausgestattet werden. „Unser Ziel war und ist es, einen Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer und natürlich auch für unsere Fahrer zu leisten“, sagt Rainer Strutz, Disponent bei Janßen-Transporte. „Unsere Fahrzeuge, bisher neun Lastzüge, wurden seit Anfang August 2019 im laufenden Betrieb ausgerüstet. Die drei Neufahrzeuge stehen jetzt noch aus“, sagt Strutz, der die Investition pro Lastzug auf rund 2500 Euro beziffert. Das ist eine relativ kleine Investition in ein deutliches Plus an Verkehrssicherheit im Verhältnis zu den Anschaffungskosten in Höhe von etwa 250.000 Euro für einen neuen Lastzug. Doch vorgeschrieben war ein Abbiege-Assistenz-System in Deutschland bisher noch nicht, kritisiert der Disponent. Die EU habe lediglich eine Empfehlung ausgesprochen. Erst Anfang 2019 wurde ein Gesetzentwurf der deutschen Regierung vom EU-Parlament und den Mitgliedsstaaten durchgesetzt. Ab diesem Jahr ist ein verpflichtender Einbau von Abbiege-Assistenten in allen neuen Fahrzeugtypen vorgeschrieben. Der Einbau muss jedoch erst bis 2024 erfolgt sein. Damit wollte sich die Firma Janßen-Transporte nicht zufrieden geben. „Um einen Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit zu leisten, haben wir unsere Fahrzeuge freiwillig mit Warnsystemen ausgestattet“, so Strutz. Damit lassen sich laut Studie der „Unfallforschung der Versicherungen (UDV)“ bis zu 60 Prozent der Abbiege-Unfälle vermeiden.

Besonders gefährlich wird es für Radfahrer in der zweiten Reihe, wenn sie von parkenden Autos verdeckt werden. Doch auch hier könnten Warnsysteme laut Studie helfen, bis zu 70 Prozent der Todesfälle mit Radfahrern in der zweiten Reihe zu verhindern. „Ein Abbiege-Assistent kann helfen, Leben zu retten, indem er den Blick für den ,,toten Winkel‘ öffnet“, betont Strutz.

Darunter sind die Bereiche eines Lkw zu verstehen, die vom Fahrer aus nicht eingesehen werden können. Besonders gefährlich sind die Bereiche bis zum Abstand von etwa 2,20 Meter direkt vor und rechts neben dem Fahrzeug. Gemäß Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) sind je zwei Spiegel an den Seiten eines Lkw vorgeschrieben. Beide Spiegel müssen in unterschiedlichen Winkeln eingestellt sein. Darüber hinaus sind ein Front- und ein Rampenspiegel Vorschrift.

Trotz dieser vielen „Sehhilfen“ ist nicht jeder Bereich jederzeit – zum Beispiel bei schlechten Witterungsverhältnissen wie Regen oder Schnee und Dunkelheit einsehbar. „Deshalb haben wir uns bei der Auswahl eines Abbiege-Systems für das Produkt der Firma Luis entschieden“, sagt Rainer Strutz. Es öffnet den Blick nicht nur für den Bereich direkt neben dem Fahrzeug, sondern auch weit darüber hinaus. So werden auch Radfahrer und Personen in der zweiten Reihe erfasst.

„Darüber hinaus bietet dieser Assistent eine dreifache Sicherheit“, so Strutz. Eine Kamera ist außen an der Beifahrerseite montiert. Der Monitor für den Fahrer befindet sich innen an der A-Säule. Sensoren tasten den Gefahrenbereich ab. Wenn ein Radfahrer oder Fußgänger auftaucht, gibt es auf dem Monitor optische und darüber hinaus akustische Signale. Das System aktiviert sich automatisch, wenn die Geschwindigkeit eines Lkw weniger als 30 km/h beträgt und wenn der Lenkeinschlag einen minimalen Winkel überschreitet. „Auch wenn das akustische Signal für die Fahrer zunächst gewöhnungsbedürftig war, so hat sich das System mit Lenkwinkelsensor in unserem Betrieb bewährt. Die Fahrer sind sehr zufrieden. Es gibt ihnen ein Gefühl zusätzlicher Verkehrssicherheit. Ein weiterer wesentlicher Fakt dafür ist, dass die Fahrer das Abbiege-Assistenz-System nicht deaktivieren können“, so Rainer Strutz für die Firma Janßen-Transporte.

Wer sich über den „toten Winkel“ und das Abbiege-Assistenz-System einmal selbst informieren möchte, der hat Samstag und Sonntag, 18. und 19. April während der Esenser Leistungsschau „Esens macht auf“ an den Schnuppertagen im Gewerbegebiet Esens-Süd die Gelegenheit. Besucher können bei der Firma Janßen-Transporte in einem Fahrerhaus Platz nehmen und sehen, welche Gefahrenbereiche der Abbiege-Assistent abdeckt.

Klaus HändelLokalredaktion

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