Medienhaus Brune|Mettcker
  • Anzeiger für Harlingerland
  • Jeversches Wochenblatt
  • Wilhelmshavener Zeitung
  • Shop
  • Tickets
  • Werben
  • Kontakt
 
Lokal26.de Ostfriesland Landkreis Wittmund Esens

Schon 440 Masken hergestellt: Maureen Jacobs aus Neuharlingersiel näht immer weiter

27.04.2020

Neuharlingersiel /Westerholt Ab Montag sind sie beim Einkauf in Geschäften, in Tankstellen und im Öffentlichen Nahverkehr Pflicht. Jeder braucht sie – Schutzmasken oder die Mund-Nase-Abdeckungen. Sie sollen helfen, die Corona-Pandemie weiter einzudämmen.

Vor diesem Hintergrund hat Maureen Jacobs aus Neuharlingersiel sich zu Hause an die Nähmaschine gesetzt, alleine schon etwa 440 Masken genäht und diese an die Esenser Arztpraxis Dr. Nagel, den Hospizdienst in Jever, ein Pflegeheim in Nenndorf, das Peter-Friedrich-Ludwig-Stift in Esens und jetzt an die Freiwillige Feuerwehr Neuharlingersiel abgegeben.

„Auch die Feuerwehren benötigen einen solchen Schutz, wenn sie zu einem Einsatz ausrücken müssen“, erklärt Ortsbrandmeister Michael Janssen während der Übergabe von 50 Masken.

Zugleich bittet Maureen Jacobs um Spenden. Damit unterstützt sie einen Bekannten in Westerholt, einen ehemaligen Bundeswehrsoldaten, der nach seinen vielen Einsätzen auf einen speziell ausgebildeten Reha-Hund angewiesen ist. Als Neuharlingersiels Bürgermeister Jürgen Peters in einer WhatsApp-Gruppe von diesem Engagement erfuhr, sagte er sofort Unterstützung zu und übergab jetzt für die Mund-Nase-Abdeckungen für die Feuerwehr 200 Euro. Auch der Anzeiger für Harlingerland hat jetzt bei Maren Jacobs 50 Masken für seine Mitarbeiter gegen eine Spende bestellt.

„Das ist ein wohl einmaliges privates Engagement in der Corona-Krise“, sagte Jürgen Peters bei der Übergabe. Zum einen könnten die Mitglieder der Feuerwehr jetzt geschützt zu ihren Einsätzen fahren, zum anderen werde mit dem Spendengeld die Ausbildung des Reha-Hundes für den ehemaligen Berufssoldaten Stefan Mostert unterstützt. Damit er an der Übergabe in Neuharlingersiel selbst teilnehmen und diesen Termin überstehen konnte, musste der ehemalige und seit dem 30. November 2014 pensionierte Berufssoldat, der an einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leidet, viele Medikamente einnehmen. Stefan Mostert war als Soldat der Bundeswehr im Auslandseinsatz im Kosovo, Feldlager Prizren, und mehrfach in Afghanistan bei ISAF. Auf einem Flugblatt und einem Anschreiben an große Unternehmen erzählt er seine Geschichte und bittet in seinem Namen und im Namen des Vereins Rehahunde Deutschland um Unterstützung: Als Soldat war Mostart zuständig für die Informationsgewinnung und -beschaffung. „Ich sorgte für die nötigen sicherheitsrelevanten Informationen und Erkenntnisse, um diese der Truppe zur Verfügung zu stellen. Mit Fahrten außerhalb des Feldlagers, alleine und ohne weitere kameradschaftliche Unterstützung, auch und gerade in Afghanistan.“ In seinen Einsätzen hat Mostart Schreckliches erlebt. „Ich war vor Ort, als die erste Rakete das Feldlager 2003 in Kunduz traf.“

Mostart geriet in Gefangenschaft. „Dazu kam die Bedrohung an Leib und Leben. Ich befand mich in täglicher Angst, dass es kein Morgen mehr gibt.“ Auch Folter habe er erleiden müssen. Seit dem 30. November 2014 ist er pensioniert. Als einsatzassoziierter Erkrankter ist er auf Medikamente und einen PTBS-Soldatenhund, einen Reha-Hund angewiesen. Trotz vieler Behandlungen im Bundeswehrkrankenhaus Hamburg findet Stefan Mostert nur langsam und nur in kleinsten Schritten ins Leben zurück.

Deshalb ist Evan, ein Reha-Hund, wohl seine letzte Rettung. „Die Ausbildung von Evan kostet 28 100 Euro. Außer eines Eigenanteils von 3000 Euro muss der Rest aus Spenden finanziert werden“, so Mostert.

„Daher bitte ich über den Verein Rehahunde Deutschland um finanzielle Unterstützung: Volks- und Raiffeisenbank Rostock, IBAN: DE11 1309 0000 0072 5341 18, BIC: GENODEV I HR I, Verwendungszweck Evan / Stefan.

Auch Maureen Jacobs freut sich, wenn Stefan Mostert unterstützt wird. Wer Maureen Jacobs beim Zuschneiden und Nähen weiterer Masken helfen möchte, kann sie unter 04974 / 756 erreichen. 

Klaus HändelLokalredaktion

Ihre Meinung

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.