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Lokal26.de Ostfriesland Landkreis Wittmund Friedeburg

Arznei-Transporte aus Friedeburg: Lieferungen von Medikamenten stets kontaktlos

30.05.2020

Friedeburg Wer in die Apotheke geht, findet meist ein gut gefülltes Sortiment vor. Eine Bestellung, etwa nach Rezept, trifft häufig noch am selben Nachmittag ein. Möglich ist das durch Logistikunternehmen, die auf den Transport von Medikamenten vom Pharma-Großhandel zu Apotheken spezialisiert sind.

So wie Badberg-Transporte aus Friedeburg. Inhaber Günther Badberg erläutert den alltäglichen Ablauf: „Unsere Fahrer bringen zunächst ihre Transporter zum Pharma-Großhandel. Dort werden die Produkte in Wannen mit Lieferschein eingeladen. Dann geht es zu einem Umladeplatz, wo die Wannen in kleinere Fahrzeuge kommen. Diese schwärmen dann aus.“ Badberg liefert an Apotheken in ganz Ostfriesland. Das Ganze dreimal täglich und einmal nachts. Angefahren werden nur Apotheken. „Einrichtungen wie Altenheime haben häufig Verträge mit den Apotheken vor Ort. Die liefern dann die Medikamente ins Heim“, erklärt Günther Badberg.

10.000 Kilometer in einem Monat

14 Fahrzeuge stehen dem Unternehmen zur Verfügung. „Wir haben auch spezielle Pharmafahrzeuge, die sind temperaturgeführt, von 15 bis 25 Grad plus“, erklärt der Geschäftsführer. Die großen Transporter kämen auf gut 10.000 Kilometer im Monat. 16 Angestellte beschäftigt Badberg, davon acht fest und acht als Aushilfen.

Günther Badberg selbst hat keine feste Tour. Er will zu jeder Zeit als Springer zur Verfügung stehen, ist für seine Mitarbeiter rund um die Uhr erreichbar. „Denn es kann immer mal zu Problemen kommen: Fahrzeugpannen, Stau, Krankheit.“

Badberg sagt zwar, es sei zu beobachten, dass es insgesamt einige Apotheken weniger in Ostfriesland gibt als noch vor zehn Jahren. Aber dass Kunden durch die Konkurrenz zu Internetapotheken wegfielen, habe er noch nicht festgestellt. Günther Badberg, der bereits 20 Jahre als Geschäftsleiter in der Branche tätig war, hat sich 2013 mit dem Transportunternehmen selbstständig gemacht. Reklamationen habe es seither fast keine gegeben. „Da kann man richtig stolz drauf sein“, sagt der Friedeburger. Dies sei den Fahrern zu verdanken. „Und meiner Partnerin, die den Job ebenfalls schon seit 26 Jahren macht“, sagt der Inhaber.

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Jedes Jahr nimmt das Team an einer Fahrerschulung teil, die beispielsweise den Umgang mit Opiaten, Kühlketten und Retouren beinhaltet. „Das muss äußerst gewissenhaft und sorgfältig ablaufen“, betont Günther Badberg. Bei starken Schmerzmitteln werde genau darauf geachtet, dass die exakt angegebene Menge auch in der Apotheke ankommt. „Da gibt es eine Empfangsbestätigung, die unterschrieben werden muss. Wenn ein Fahrer eine Ladung Opiate im Auto hat, muss es immer abgeschlossen sein, wenn er die Lieferung abgibt.“

Alkoholkanister zur Herstellung von Desinfektionsmitteln

Anders als viele andere Betriebe leidet Badberg-Transporte nicht unter der aktuellen Lage. „Zu Beginn der Corona-Pandemie wurden einige Medikamente in größeren Mengen bestellt. Das hatte sicher mit Hamsterkäufen zu tun“, sagt Badberg. Inzwischen bestellten einige Apotheken Alkoholkanister, um eigenes Desinfektionsmittel herstellen zu können. Das sei sonst noch nicht vorgekommen.

Abgesehen davon spürt das Logistikunternehmen wenig von der Krise. Die Apotheken werden beliefert wie sonst auch. „Der Verkehr war vor allem zu Beginn sehr eingeschränkt“, erinnert sich Badberg. Dadurch konnten Transporte ausnahmslos pünktlich ausgeliefert werden. So wie die Nachtlieferungen auch standardmäßig kontaktlos ablaufen, werde das nun auch bei den Transporten am Tag so umgesetzt. Die fest angestellten Fahrer haben je ein Fahrzeug zugeteilt. Auch das vermindere das Infektionsrisiko. Zudem stünden Desinfektionsmittel und Masken bereit.

Seine Mitarbeiter fänden vor allem das Autofahren schön. „Jeder Fahrer ist sein eigener Herr, es ist nicht immer ein Vorgesetzter dabei“, erklärt Badberg.

Julia DittmannVolontärin

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