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Lokal26.de Ostfriesland Landkreis Wittmund Friedeburg

Ferien auf Rädern: Urlaub im Wohnmobil statt auf der Aida

03.06.2020

Friedeburg Angefangen hat alles 1996, als sich Werner Bruns seinen ersten Wohnwagen kaufte. Das gute Stück war nicht durchgehend in Gebrauch, weswegen er es auch mal vermietete. Heute lebt Bruns davon: Die Flotte seiner Wohnwagen- und Reisemobilvermietung in Friedeburg umfasst insgesamt 15 Fahrzeuge.

„Ein großes Carthago-Wohnmobil habe ich mal für 112 Tage abgegeben“, erzählt er. Es handelte sich um einen Kunden, der das Gefährt und das Leben im Wohnmobil vor dem Kauf eines Neuwagens zunächst einmal ausgiebig testen wollte. Im Durchschnitt aber werden seine Fahrzeuge für 14 Tage Urlaub gebucht. Da gibt es die ganz großen teil- oder vollintegrierten Wohnmobile mit über sieben Metern Länge, solche mit Alkoven (einem nach oben verlagerten Bett über dem Fahrerhaus) und eben Wohnwagen, mit denen alles angefangen hat. Diese haben den Vorteil, dass man seinen Pkw am Urlaubsziel separat nutzen kann. Auch ein ausgebauter schlanker Kastenwagen ist im Sortiment, beliebt bei jungen Leuten und etwas preisgünstiger – für jeden Geschmack ist also etwas dabei. Wer ein Wohnmobil bei Bruns bucht, kann seinen Pkw kostenlos bei ihm abstellen, umpacken und nach einer Einweisung dann direkt losfahren.

Normalerweise.

Denn durch Corona lag das Geschäft mit dem mobilen Tourismus in den letzten Monaten brach – das Tagesprogramm wechselte von Reservierungen zu Stornierungen. Mittlerweile läuft alles wieder an: An der Küste trudeln Wohnmobilisten aus ganz Deutschland ein, auf dem Parkplatz von Werner Bruns stehen nur noch wenige Fahrzeuge, der Rest ist bereits auf großer Tour. Zwar habe er Kunden aus ganz Europa, erzählt er, ein Großteil aber komme aus der Region, aus einem Umkreis von rund 150 Kilometer – 50 bis 60 Prozent davon Stammkunden.

Zwei Stunden für eine Reinigung

Dass er jetzt Fahrzeuge desinfizieren muss, ist nichts Neues für Bruns, der grundsätzlich vor einer Neuvermietung eine gründliche Reinigung des Gefährts durchführt. Etwa zwei Stunden braucht er dafür, sagt er. Weil er schlechte Erfahrungen gemacht hat, sind Hunde in seinen Fahrzeugen nicht erlaubt. Denn der gute Zustand der Wohnmobile ist Grundlage für sein Geschäft: Am Ende der Saison, die von März bis Mitte November geht, passiert es schon mal, dass ein begeisterter Kunde eines der Fahrzeuge gebraucht erwerben will. Nur wenige, sagt der Experte, könnten dem Urlaub im Wohnwagen oder Wohnmobil so gar nichts abgewinnen: „Die kommen dann zurück, haben es mal ausprobiert, bevorzugen aber halt ein anderes Urlaubsleben.“

Manchen würden die mobilen Ferien allein durch das Wetter verdorben, denn natürlich ist eine Regenzeit im Wohnmobil weitaus unangenehmer als in einer Hotelanlage. Ein Problem, das eingeschränkt werden kann, wenn man flexibler ist, sagt Bruns – was ja auch genau den Reiz dieses Urlaubes ausmache. Sein Tipp: Zwei Routen planen, eine nach Norden, eine nach Süden. Wer dann etwa am Bremer Kreuz steht, könne dort auf die Wetter-App schauen und entscheiden, in welche Richtung es geht. Immer der Sonne nach sozusagen. Auch wenn das in Tagen von Corona eben doch nicht so einfach ist und man aktuell besser einen Platz fest reserviert. So wie es neue Kunden gemacht haben, die ihm erzählen, dass sie jetzt „eigentlich mit der Aida auf Tour gewesen“ wären.

Auf Tour durch die Corona-Zeit

Bruns erwartet, dass die Branche, die ohnehin seit Jahren im Aufwind ist, am Ende weiter boomen wird, weil dem innerdeutschen beziehungsweise autarken Urlaub – im Vergleich mit Kreuzfahrten und Flugreisen – ein höherer Stellenwert beigemessen werde. Das sehe auch ein Großteil seiner Kunden so: „Die sind unheimlich heiß“, sagt er. „Sie wollen auf Tour durch die Corona-Zeit.“ Einige hätten aber auch noch Angst – womit Bruns sich mit dem gleichen Problem konfrontiert sieht, das die ganze Touristikbranche angesichts der unsicheren Entwicklung der Pandemie und der unterschiedlichen Maßnahmen hat.

Doch so, wie es an Pfingsten kaum Probleme an der Nordseeküste zu vermelden gab, berichten ihm das auch die Kunden, die bereits aus ganz Deutschland oder den Niederlanden zurückgekehrt sind: „Alles hat prima geklappt.“

Damit das auch Neulingen so ergeht, hat Werner Bruns noch zwei Tipps für Einsteiger parat. Zum einen solle man die Tour nicht unterschätzen und vorsichtig planen. Seine Wohnmobile würden im Schnitt rund 220 Kilometer am Tag bewegt – die Tage auf festen Stell- oder Campingplätzen mit eingerechnet.

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Zum anderen empfiehlt er, das Fahren etwas zu üben. Denn die großen Fahrzeuge hätten zwar eine Rückfahrkamera. Viele würden aber im falschen Sicherheitsgefühl vergessen, auch in den Spiegel zu schauen. Bruns: „Wenn es mal ein Problem gibt, ist das meist ein Rangierschaden.“ Und der kann, selbst bei der besten Versicherung, nicht nur Einsteigern, sondern auch erfahrenen Wohnmobilisten am Ende den Spaß verderben.


     reisemobile-bruns.de 

Jens NählerRedaktionsleitung

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