Medienhaus Brune|Mettcker
  • Anzeiger für Harlingerland
  • Jeversches Wochenblatt
  • Wilhelmshavener Zeitung
  • Shop
  • Tickets
  • Werben
  • Kontakt
 
Lokal26.de Ostfriesland Landkreis Wittmund Friedeburg

Kommunalpolitiker sollen Feuerwehrhaus mitnutzen

29.11.2019

Friedeburg Auf der Tagesordnung stand nur ein wirklicher Punkt. Aber der hatte es in sich. In der Bauausschusssitzung unter Vorsitz von Olaf Gierszewski (SPD) ging es nämlich um die Frage, ob das Friedeburger Feuerwehrhauses am Schützenweg erweitert oder neugebaut werden soll. So verfolgten auch zwei Dutzend der örtlichen Floriansjünger die ausführliche Präsentation und angeregte Diskussionen von Kommunalpolitik und Verwaltung während der eineinhalbstündigen Zusammenkunft.

Am Ende beschloss das Gremium mehrheitlich die Planungsabsichten, das bestehende Feuerwehrhaus um vier Fahrzeugboxen zu erweitern, die Außenanlagen anzupassen sowie einen Trakt mit Umkleideräumen und Sanitäranlagen anzugliedern. Und für das Bestandsgebäude soll die Gemeindeverwaltung ein Nutzungskonzept erarbeiten, das die geplante Rathauserweiterung einbezieht – das vor dem Hintergrund, dass die Kommune gerade im nächsten Jahr allerhand Projekte vor der Brust hat.

Die Feuerwehrunfallkasse, das erklärte Fachbereichsleiter Roland Abels zu Beginn der Sitzung, habe klargestellt, dass im bestehenden Gerätehaus die vorgeschriebenen DIN-Vorschriften nicht eingehalten werden, wenn Ende 2021 das neue Tanklöschfahrzeug ausgeliefert wird. Überhaupt gebe es Platzprobleme, ein Schwarz-Weiß-Umkleidebereich (Trennung von kontaminierter und sauberer Privatkleidung) fehle ebenso wie die Erfordernisse für die Geschlechtertrennung. Bürgermeister Helfried Goetz (parteilos) betonte, dass angesichts der drängenden Zeit an diesem Abend eine Entscheidung fallen müsse. Er rief die Politiker dazu auf, Synergieeffekte zu nutzen und eine Perspektive auf 30 Jahre im Blick zu haben.

Drei Varianten

Matthias Steinhoff und Sven Bünting vom Auricher Architekten- und Ingenieurbüro 3ing stellten sodann drei Varianten vor, von denen eine die Erweiterung um zwei Einstellboxen (884000 Euro) und die andere einen Abbruch des Altbestandes und den Neubau mit fünf Boxen (2,1 Millionen Euro) beschrieb. In der nach längerer Diskussion gewählten Variante 2, die 1,65 Millionen Euro binden soll, wird östlich des heutigen Gerätehauses ein Komplex angebaut, der hinter der Fahrzeughalle einen Umkleidebereich vorsieht. Zudem soll das Außengelände so angelegt werden, so dass sich die Wege der Privatwagen der Einsatzkräfte nicht mit den Feuerwehrfahrzeugen kreuzen. Die Ortsfeuerwehr um Marcel Kaul hatte sich ebenfalls für diesen Plan ausgesprochen.

Grüßing für Neubau

 Nach Vertagung des Thema in der vorangegangenen Sitzung und Gebäudebegehung hatte sich die SPD-Fraktion, deren Standpunkt Hans-Hermann Lohfeld vertrat, für die Variante 2 ausgesprochen. Dabei habe man ebenso die Möglichkeit im Blick gehabt, dass die Verwaltung künftig das Obergeschoss des heutigen Feuerwehrhauses mitnutzen kann. Wie Helfried Goetz dazu erläuterte, reicht die Kapazität in dem 2014 projektierten Rathaus-Anbau heute schon nicht mehr aus.

Die Christdemokraten indes zeigten sich uneinig und baten um eine Sitzungsunterbrechung. Denn offen sei unter anderem, ob zu berücksichtigen ist, dass sich im Altbau Schadstoffe befinden, die beseitigt werden müssen. Detlef Grüßing (CDU) begründete seine Ablehnung der Variante 2: „Ich bin ausdrücklich nicht gegen Feuerwehr, sondern für einen kompletten Neubau. Der wird am Ende nicht viel teurer, ist aber langfristig besser und kostengünstiger.“ Aber die Option, den Altbau eines Tages zu ersetzen, besteht ja weiterhin.

Eine Abschätzung der Synergieeffekte zwischen Feuerwehr und Verwaltung sowie der Schadstoffbelastung wünschte sich Doris Stehle (Grüne) vor einer Beschlussfassung. Man könne erst realistisch entscheiden, wenn ein Nutzungskonzept vorliegt. Doch ihr diesbezüglicher Antrag erhielt keine Mehrheit. Peter Assing (FWG), der den heutigen Tagungssaal als ausreichend empfindet, zumal die Ratssitzungen weiter in den öffentlichen Lokalen stattfinden sollen, pflichtete Stehle bei. „Da dürfen wir keinen zweiten Schritt vor dem ersten machen.“ Die Mehrheit von sechs Ausschussmitgliedern stimmte schlussendlich bei zwei Gegenstimmen für die Variante 2.

Der Verwaltungsausschuss stimmte am Mittwoch ebenso für das Vorhaben. Jetzt folgen die Detailplanungen, die dem Bauausschuss öffentlich vorgestellt werden. Im kommenden Jahr soll Baubeginn sein.

Weitere Nachrichten:

SPD | Bünting | Ortsfeuerwehr | CDU | Feuerwehr | FWG

Ihre Meinung

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.