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Lokal26.de Ostfriesland Landkreis Wittmund Friedeburg

Unterstützung für Jonni Sieben: „Jonni, dein letzter Wunsch soll dir erfüllt werden“

06.06.2020

Marx /Friedeburg „Wir sind unsagbar dankbar!“ – das verkündet der Schützenverein Marx in seinem neuesten Beitrag auf der Facebook-Seite. Die Mitglieder sind unheimlich froh über die Welle der Solidarität nach dem Tod von Jonni Sieben. Er war und ist ein Unikat, der aus dem Ort nicht wegzudenken ist, von dem alle nun jedoch schweren Herzens Abschied nehmen müssen, heißt es in den Beiträgen auf Social Media und in den Gesprächen vieler Menschen in der Gemeinde Friedeburg.

So erzählt der gebürtige Reepsholter Hero Hinrichs, der Jonni Sieben zum Geburtstag gern ein Ständchen brachte, von einer Begegnung seines Vaters und Jonni. Georg Hinrichs schenkte Jonni eine Kette, damit er auch „König“ war. Georg Hinrichs war viele Jahre Kommandeur des Schützenvereins Reepsholt und wurde im Dorf berufsbedingt nur „Maler“ genannt, sagt sein Sohn. 2009 ist Georg Hinrichs verstorben.

Um Jonni Siebens letzten Wunsch, bei seiner Mutter auf dem Etzeler Friedhof im Familiengrab bestattet zu werden, zu erfüllen, rief der Schützenverein Marx eine beispielhafte Spendenaktion ins Leben. Innerhalb einer Woche war es für mehr als 320 Freunde, Bekannte und Unternehmen keine Frage, mit einer Geldspende zu unterstützen. 6882 Euro sind zusammengekommen – weit mehr als gedacht. Schon nach einem halben Tag waren es 1800 Euro, Mittwochabend wurde die Aktion abgeschlossen. „Echt. Wie die Menschen von hier“, heißt es auf dem symbolischen Spendenschein, den Kassenwartin Monika Grotlüschen-Filipczyk und ihre Stellvertreterin Sarah Ihnen Bürgermeister Helfried Goetz, stellvertretend für die Gemeinde, am Donnerstagnachmittag überreichten.

Im Alter von 81 Jahren verstorben

Die Menschen denken an Jonni, so heißt es auf den Überweisungen „Dein letzter Wunsch soll dir erfüllt werden. Mach’s gut“, „Eine letzte Mark für Jonni“ und „Mit unserer verstorbenen Oma hat er Tee getrunken“. Jeder, der ihn kannte, weiß, dass er Schützenfeste sehr liebte und erinnert sich an „Hest du noch ’ne Mark?“, wonach er immer mal wieder fragte. Am Himmelfahrtstag verstarb der gebürtige Etzeler, der im Pflegeheim „Haus Friedeburg“ lebte, im Alter von 81 Jahren. Was bleibt, ist die Erinnerung an ein Original, das mit Fahrrad und Warnweste unterwegs war und auf kaum einem Schützenfest in der Gemeinde fehlte. Gerade in diesem von der Coronakrise geprägten außergewöhnlichen Jahr, in dem viele Feste ausfallen, geht auch Jonni Sieben. Er liebte die Spielmannszugmusik, kannte jeden Schützen und Spielmann und wusste, wer zu welcher Familie gehörte. „Jonni hatte Menschenkenntnis“, sagt Bürgermeister Helfried Goetz.

Schützenvereins-Vorsitzender Björn Fischer und er sind überwältigt von dem herausragenden Ergebnis, um dem Verstorbenen eine würdige Beisetzung in seiner Heimat zu ermöglichen. Sieben hatte keine Verwandten mehr und hätte ohne die Hilfe nur ein anonymes Begräbnis bekommen.

„Wenn Jonni das sehen könnte, würde er sich freuen“, sagt Helfried Goetz. Die Pflege eines bepflanzten Grabes mit Blumen ist gesichert. Der Bürgermeister versichert, dass die Gemeinde trotzdem den gemeindlichen finanziellen Anteil leistet. Goetz und Fischer sind gerührt von der Geste der Menschlichkeit, des Respekts und der Anerkennung für „ihren Jonni“.

Ina FrerichsVolontärin

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