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Lokal26.de Ostfriesland Landkreis Wittmund Friedeburg

Gemeinde sucht Investoren: Was wird aus dem Raiffeisen-Gelände in Marx?

30.07.2020

Marx Über das Programm Dorferneuerung hat sich viel getan in den letzten Jahren in Marx. Doch jetzt ist man in Sorge in der größten Ortschaft der Gemeinde Friedeburg, die überwiegend landwirtschaftlich geprägt ist: Seit Ende Juni nämlich ist der Raiffeisenmarkt an der Hauptstraße geschlossen – und die Bewohner befürchten, dass das Gelände nun verfällt und zum Schandfleck werden könnte.

Ortsvorsteher Arthur Engelbrecht, der zugleich stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Friedeburg ist, berichtet: „Viele Bewohner haben sich bei mir gemeldet – und auch ich bin sehr besorgt um die Fläche der ehemaligen Warengenossenschaft.“ Deswegen hat er Anfang Juli bei Rat und Verwaltung einen Antrag auf die Vermarktung des Grundstückes gestellt – dem bereits am Dienstag mit Bürgermeister Helfried Götz ein Gesprächstermin mit dem Vertreter des Grundstücksbesitzers, der Agravis Ems-Jade GmbH, folgte.

Bis zum Jahresende, das war zu erfahren, soll das Gelände verkauft sein. Es gebe auch bereits erste gewerbliche Interessenten, sagt Engelbrecht, der den Austausch mit Agravis lobt: „Die Gemeinde, die das Gelände aus Kostengründen nicht erwerben kann, wird in die Überlegungen mit einbezogen. Wir haben einen guten Kontakt miteinander.“ Es sei ein seriöser Verkauf in einem Guss zugesichert worden.

Der Ortsvorsteher bevorzugt allerdings eine ganz andere Variante – und die ist auch in seinem Antrag formuliert: Das Grundstück – immerhin rund 4000 Quadratmeter groß – sei als Wohnbaugebiet für fünf bis sechs Häuser hervorragend geeignet. Die Zufahrt könne als Sackgasse über den Marxer Schulweg erfolgen, der Zugang zur Hauptstraße könne geschlossen werden. Idealerweise würde sich zudem eine Bäckereifiliale dort ansiedeln – denn ein Bäcker fehlt in der Ortschaft. Die alten Gebäude – oben im Bild sind links die ehemaligen Düngeschuppen an der Zufahrt Schulweg und rechts der Zugang zur Hauptstraße zu sehen – müssten dafür abgerissen werden.

Nun versucht die Gemeinde, mögliche Investoren zu finden und von ihren Plänen zu überzeugen, seien es Banken, die GPL Grundstücks- und Projektmanagemant LeerWittmund mbH oder Unternehmen vor Ort. Auch diese Option war Teil des Gespräches mit Agravis, alle Varianten stünden offen. Bernd Hohmann von der Agravis-Pressestelle bestätigt die Gesprächsbereitschaft des Unternehmens für den Fall, dass die Gemeinde entsprechende Unterstützer findet.

Fest steht in jedem Fall eins: Bis Ende des Jahres wird eine Entscheidung fallen darüber, wie es weitergeht auf dem Gelände des ehemaligen Raiffeisenmarktes in Marx.

Die AgravisEms-Jade GmbH hatte sich Ende Juni mit dem Raiffeisenmarkt an der Hauptstraße aus Marx zurückgezogen. Heute erinnern nur noch Werbeplakate an den ehemaligen Standort (Foto). Geschäftsführer Stefan Pielsticker begründete den Schritt als „Konsequenz aus dem Strukturwandel und dem gewandelten Kaufverhalten insbesondere bei jungen Menschen“. Ein weiterer Grund war auch die zurückgehende Zahl an landwirtschaftlichen Betrieben. Dünger und Saatgut würden daher zunehmend direkt auf den Hof geliefert.

Jens NählerRedaktionsleitung

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