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Porträt einer Sängerin: Antonia Janssen träumt von einer Karriere in Hollywood

28.02.2020

Neu-Wiesedermeer „Ja, ich war eigentlich schon immer an Musik interessiert“, sagt Antonia Janssen lächelnd. Die 18-Jährige, welche die 12. Klasse des Niedersächsischen Internatsgymnasiums in Esens (NIGE) besucht, hat den Gesang zu ihrem besonderen Steckenpferd gemacht. Davon zeugen vor allem viele Auftritte in den Kirchen in der Region, bei denen dem Publikum nicht nur das stimmliche, sondern auch das schauspielerische Talent der Frohnatur aus Neu-Wiesedermeer positiv auffallen.

Mal als John Lennon, mal als verkaterter Freddie Mercury im Bademantel oder als Zeitreisender Doc Brown aus „Zurück in die Zukunft“: Janssen schlüpft in viele Rollen, während sie bei ihren Showprogrammen die Nähe zum Publikum nicht scheut und die Zuschauer in ihre Auftritte auch gerne mit einbindet. An erster Stelle steht hierbei aber stets ihre Stimme, die sie seit acht Jahren nutzt, um ihre Zuhörer zu begeistern. Anfangs inspiriert von Pop-Größen wie Bruno Mars und Adele, aber vor allem vom „King of Pop“, Michael Jackson, sang Antonia Janssen zunächst vorrangig moderne Hits.

Zu Besuch in Hollywood

Jedoch steht heutzutage das Musical-Genre für sie im Vordergrund, bei dem sie ihre beiden Talente optimal kombiniert einsetzen kann. „Es ist tatsächlich mein Ziel, nach Hollywood zu gehen, um bei einer Musical-Verfilmung mitzuspielen“, sagt die junge Frau, die sich bereits einen Teil ihres Traums erfüllen konnte, und mit ihrer Mutter Diana mehrfach in die USA reiste, unter anderem, um bei der Premiere des Tarantino-Streifens „Once upon a time in Hollywood“ ihren Schauspiel-Idolen ganz nah zu kommen. Somit gelang es ihr, aus geringer Entfernung Fotos von Leonardo DiCaprio, Brad Pitt und Quentin Tarantino zu schießen.

Der jungen Sängerin wurde in Los Angeles allerdings auch bewusst, dass in Hollywood längst nicht alles Gold ist, was glänzt: „Im Fernsehen bekommt man immer den Eindruck einer schillernden Welt vermittelt, aber man sieht in L.A. auch viel Armut. Beispielsweise Obdachlose liegen auf dem ,Walk of Fame’ manchmal direkt auf den bekannten Sternen“, beschreibt Antonia Janssen dieses Paradoxon in der Scheinwelt der Schönen und Reichen.

Soul in der Stimme

Weitere interessante Erfahrungen machte die Sängerin bei der TV-Sendung „The Voice Kids“, bei der sie zweimal unter den 100 besten Teilnehmern landete. Ernüchternd war hierbei, dass – wie in einigen anderen Casting-Shows auch – neben dem gesanglichen Talent auch darauf geachtet wurde, dass die Teilnehmer eine rührende Lebensgeschichte zu erzählen haben. „Naja, uns geht’s ja gut, da gibt es keine schicksalhafte Story. Wir sind halt nur langweilige Ostfriesen“, sagt Antonia augenzwinkernd.

Den Weg zur Musik schlug die 18-Jährige schon früh ein. Bereits mit zweieinhalb Jahren nahm sie an der Musikalischen Früherziehung teil und versuchte sich später an Keyboard und Xylofon. „Aber irgendwie war das nichts für mich. Ich saß am Keyboard und alberte lieber herum und riss einen Witz nach dem anderen. Irgendwann wusste ich, dass ich nur singen will. Mein Instrument ist die Stimme“, so die Sängerin, deren wahres Talent schließlich von Hero Hinrichs aus Reepsholt entdeckt wurde. „Die hat Soul in der Stimme“, fand der damalige Leiter des Grundschulchors und heutige Alleinunterhalter heraus. Hinrichs war es auch, der Antonia Janssen schließlich die ersten Solo-Auftritte vermittelte. Somit folgten unter anderem Gastspiele auf dem Wittmunder Bürgermarkt, auf dem Hafenfest in Bensersiel und beim Talentwettbewerb „Music-Star“ auf dem Auricher Stadtfest. Hier erlangte die Sängerin 2012 und 2013 den ersten Platz.

Kurz nach der Teilnahme bei „The Voice Kids“ lernte Janssen die Sängerin und Gesangslehrerin Birgit Brodisch kennen. Diese Begegnung führte dazu, dass sie sich fortan immer mehr vom Pop entfernte und sich mehr klassischen Stücken und Musical-Songs nährte. „Memories“ aus dem Musical „Cats“ und „Somewhere over the rainbow“ zählten zu den ersten Stücken, die die junge Frau in dem Genre einstudierte. Heute singt sie am liebsten Songs aus „Les Misérables“ und „Das Phantom der Oper“. „Frau Brodisch gab mir viele wertvolle Tipps zur richtigen Gesangstechnik“, berichtet sie. Bedingt durch den Kontakt zu der erfahrenen Sängerin und Chorleiterin folgte unter anderem ein Auftritt bei einer Operngala in der Esenser St.-Magnus-Kirche mit der Formation „FrauenVocale“.

„Nacht der Ikonen“

Heute ist die Schülerin im Singkreis Burhafe aktiv. „Auch, wenn die anderen Mitglieder einige Jahre älter sind, macht mir das Singen in dem Chor großen Spaß.“ Der Fokus liegt aber nach wie vor auf den Solo-Programmen, die Antonia Janssen in Eigenproduktion gestaltet. Nach „Reise durchs Märchenland“ und „Willkommen in Hollywood“ nennt sich das aktuelle Programm „Nacht der Ikonen“.

Des Weiteren bietet die Sängerin ein Weihnachtsprogramm, mit dem sie schon in einigen Kirchen in der Region gastierte. „Kirchengemeinden, die möchten, dass ich bei ihnen auftrete, können sich gerne bei mir melden“, so Janssen, die einen guten Draht zur Kirche pflegt und bereits ein Praktikum im pastoralen Bereich absolvierte.

Betagte Menschen mit ihren Auftritten zu unterhalten, macht ihr große Freude, und somit tritt die 18-Jährige gelegentlich auch in Seniorenheimen auf. Dies freut auch ihre Großmutter, die im AWO-Heim in Esens arbeitet und es toll findet, wie ihre Enkelin die älteren Herrschaften mit den Musical-Songs erreicht und unterhält. „Aufzutreten steht für mich an erster Stelle. Ich muss immer auf meine Stimme aufpassen. Mein Leben ist ein wenig anders, aber so ist es nun einmal als Künstlerin“, sagt die stimmkräftige Frohnatur lächelnd.

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