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Bauvorhaben: Reepsholter Klosterschenke wird wieder fit gemacht

25.03.2020

Reepsholt Die eingerüstete Fassade, neue Fenster und Türen sowie das sich in Umgestaltung befindliche Außengelände verraten, dass in und an der Klosterschenke erhebliche Veränderungen anstehen. Milad Lahdo aus Varel gab Einblicke in die Aktivitäten in dem großen und verwinkelten Gebäude an der zentralen Kreuzung in Reepsholt.

„Jetzt sind wir voll dabei, umzubauen und umzugestalten. Im Sommer sollen, wenn alles gut geht, hier drei Wohnungen von 100 bis 120 Quadratmetern Größe bezugsfertig sein. Der Saal ist jetzt schon durchrenoviert und steht für Feiern zur Verfügung“, berichtet Lahdo. „Meine zwei Brüder und ich machen den Umbau und die Grundsanierung überwiegend selbst. Wir kommen alle aus dem handwerklichen Bereich, so sind Entkernen, Mauern hochziehen, Isolieren und Fassadengestaltung gewohnte Arbeiten. Bei anderen Gewerken unterstützen uns Fremdfirmen“, erzählt der junge Mann, dessen Familienmitglieder syrisch-orthodoxe Christen sind.

Und er fährt fort, dass das ganze Vorhaben eine Art erweiterte Familienangelegenheit ist. Die eigentliche Investorin sei ihre in Schweden lebende Schwester Alexandra Lahdo. Sie sei Geschäftsfrau und habe sozusagen im Paket vom Voreigentümer Frank-Michael Stubenhöfer die Klosterschenke in Reepsholt sowie zwei Einfamilienhäuser in Schortens erworben. An der Klosterschenke sei aber mit Abstand der größte Renovierungsbedarf. Die jetzt anstehenden Arbeiten würden den Kern und das Aussehen des Hauses zwar ändern, aber dem Gebäude den traditionellen Charakter nicht nehmen. Der zurzeit von der Fassade entfernte straßenseitige Schriftzug „Klosterschenke“ werde künftig wetterfest und aus Edelstahl gefertigt sein. Nur die ursprüngliche Holztür käme nicht mehr ins Gebäude. Schallschutz und andere Gründe sprächen dagegen. Aber sie sei bereits restauriert und habe einen würdigen Platz gefunden. So erzählt Milad Lahdo.

Sehr froh ist er, dass der Boßelverein und der Reepsholter Schützenverein den durchrenovierten und neu gestrichen Saal für Feiern nutzen, er gäbe für mehr als hundert Gäste Raum. Bis auf Weiteres soll der Betrieb in Eigenregie der jeweiligen Saalmieter weitergeführt werden, auch wenn der Rest des Klosterschenke-Gebäudes zur Wohnnutzung vermietet ist.

Mietverträge für alle drei Wohnungen sind bereits unterschrieben, und so besteht genug Druck und Anlass, die erste große Bauphase im kommenden Sommer auch abgeschlossen zu haben. Es wird sich noch ein Vorhaben anschließen, das ist das nebenstehende Gebäude der einst „öffentlichen Waage“. Hier denke man ebenfalls an eine Wohnnutzung – eine kleine Pension oder Ferienwohnungen, berichtet Milad Lahdo. Aber das müsse reiflich überlegt werden und würde letztlich von der Eigentümerin, seiner jüngeren Schwester, entschieden. Sie allein könne ebenso zur Gesamtinvestitionssumme Auskunft geben.

Über Jahrzehntebildete die „Klosterschenke“ den Mittelpunkt des Dorflebens, bis die Eigentümer das Haus aufgaben. Die Gemeinde
erwarb es im Januar 2008, um es der Dorfgemeinschaft zugänglich zu machen. Doch die entschied sich für das Ballma-Hus.

Vor 160 Jahren führte Gastwirt Heinrich Peters den Saalbetrieb mit Landwirtschaft, Poststelle, Bierbrauerei und Kolonialwarengeschäft. Weitere Betreiber waren im 20. Jahrhundert Maria und Gerhard Alberts sowie Wilhelm Hartmann. Dolly und Johann Ahlrichs gaben der Gaststätte 1975 den Namen „Klosterschenke“, die dann 1986 an Helga und Helmut Buß überging. 2001 wurde hier das letzte Bier ausgeschenkt.

Rainer KöpsellFreier Mitarbeiter

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