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Lokal26.de Ostfriesland Landkreis Wittmund Friedeburg

Kinderbetreuung: Kinder ziehen in früheres Pfarrhaus

31.03.2020

Reepsholt Jetzt ist es also amtlich: Nachdem sich der Schulausschuss dafür ausgesprochen hatte, stimmte auch der nichtöffentlich tagende Verwaltungsausschuss der Gemeinde Friedeburg dafür, das Pastorenhaus in Reepsholt zu erwerben und es grundlegend zu sanieren. Es soll zum Kindergarten mit neu einzurichtender Krippe und integriertem Jugendzentrum umgebaut werden. Bürgermeister Helfried Goetz: „Dies ist nach derzeitigem Stand die wirtschaftlichste von den drei bisher im Raum stehenden Varianten und dient darüber hinaus auch dazu, ein prägendes Gebäude in zentraler Lage in Reepsholt zu erhalten.“

Jetzt, so der Verwaltungschef, werde man den Vertrag vorbereiten, mit dem die Kommune das geräumige Gebäude an der Frieslandstraße auf einem 6000 Quadratmeter großen Grundstück erwirbt. Als Kaufpreis wurden 231 000 Euro vereinbart. Um das Gebäude nutzbar zu machen, rechnet man mit Kosten von 1,29 Millionen Euro. „Für die energetische Sanierung der alten Pastorei werden wir in absehbarer Zeit Fördergelder in Höhe von 455 000 Euro beantragen“, kündigt Helfried Goetz an. Auf einen Bauzeitenplan wollte er sich im Gespräch mit unserer Zeitung – auch aufgrund der aktuellen allgemeinen Krisensituation – nicht festlegen lassen.

Während die Handwerker im Gesamtgebäude tätig sind, zieht der Kindergarten „Schwalbennest“ zunächst in eine Containeranlage, die beim Sonnenstein-Kindergarten in Horsten demnächst nicht mehr gebraucht wird. Die Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte mit einer Kindergarten- und einer 15-Plätze-Krippengruppe soll nach wie vor bei dem evangelischen Kirchenkreisverbandes Ostfriesland-Nord liegen.

Gebäude 150 Jahre alt

Das Pfarrhaus wurde im Jahr 1871 in der Nähe der St.-Mauritius-Klosterkirche bereits für diese Funktion errichtet. Evert Janssen de Boer dürfte der erste Bewohner gewesen sein. Und da sich dessen Familie selbst versorgen musste, gehörten eine große Scheune und ein Nutzgarten dazu.

Es folgten im Anschluss dessen Sohn, Pastor Christoph August de Boer (1911 bis 1949), Bernhard Gerdsen (1950 bis 1965) und Peter-Ulf Koller (1965 bis 1966). Ab 1966 wurde das Pfarrhaus renoviert, so dass der aus Hannover stammende Pastor Klaus Dörries im Jahr 1967 das Gebäude beziehen und seinen Dienst an der St.-Mauritius-Kirche aufnehmen konnte. Nun wurde der im Pfarrhaus befindliche kleine Saal in den Wohnbereich integriert. In der Scheune befand sich seinerzeit nicht nur das Plumpsklosett, sondern auch das Schlafzimmer des Pastors.

1969 wurde die bisherige Scheune ausgebaut und das Gemeindehaus so eingerichtet, wie man es noch heute kennt: im Erdgeschoss Gemeinde- und Konfirmandensaal, Besprechungszimmer, Sanitärräume und Küche, im Zwischengeschoss Ausweich- und Toberaum für den Kindergarten sowie im Dachgeschoss zwei Haupträume für den Kindergarten. 2003 wurde ordentlich renoviert.

40 Jahre Kinderbetreuung

Der zunächst locker organisierte Kinderspielkreis, für den sich ein paar ehrenamtliche Frauen zur Mitarbeit gefunden hatten, ging mit etwa 30 Kindern Mitte der 1970er-Jahre im Obergeschoss der Scheune in Betrieb. Mitte des ersten Jahrzehnts erfolgte die Umwandlung des Spielkreises in den Kindergarten „Schwalbennest“.

Im Jahr 1999 zogen Hille und Klaus Dörries nach mehr als 30 Jahren an der Frieslandstraße in ein Privathaus um, sodass nach einer Renovierungsphase Pfarrstellennachfolger Karin und Jürgen Neese einziehen konnten. Als die Räume als nicht mehr bewohnbar eingestuft wurden, zog das Pastorenehepaar Anfang 2017 in ihr Eigenheim am Wendilaweg.

„Wir freuen uns sehr, dass die alte Pastorei in öffentlicher Hand bleibt und dem Ort Reepsholt erhalten bleibt“, erklärte Jürgen Neese gestern. Auch aus seiner Sicht sei dies die beste Lösung auf dem Weg zu neuen Kindergartenräumen. Und was die künftigen Gemeinderäume betrifft: „Wir stehen gerade in Verhandlungen und Finanzierungsgesprächen mit Landeskirche und Kirchenkreis, um auf einem Grundstück neben dem Glockenturm ein neues Gemeindehaus bauen zu können.“ Dies, so Neese, solle schnellstmöglich realisiert werden.

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