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Lokal26.de Friesland

Erster Einsatz für die Wertstofftonne in Friesland

15.01.2020

Friesland Die Gelben Säcke sind passé – seit Beginn des Jahres wird im Landkreis Friesland auch der Kunststoff-Müll in einer Tonne entsorgt. Die Behälter mit dem orangefarbenen Deckel werden seit etwa zwei Wochen geleert. Die Einführung der Wertstofftonne war den Bürgern ein dringendes Anliegen. Doch wie kommt die Umsetzung nun an? Und welcher Aufwand steckt für die Entsorgungsunternehmen dahinter? Zeit für eine erste Bilanz.

Für den Landkreis Friesland als Entsorgungsträger ging ein langer Prozess voraus. Zu Beginn des Jahres 2018 hatte er eine Online-Umfrage gestartet, bei der die Bürger über die Wertstofftonne abstimmen durften. Das Ergebnis fiel eindeutig aus: 80 Prozent der Teilnehmer stimmten dafür. Von da an dauerte es nicht mehr lange bis der Vorschlag im zuständigen Ausschuss und später im Kreistag landete. Auch hier wurde er einstimmig angenommen und der Umsetzung des Vorhabens stand nun nichts mehr im Weg. Die Firma Nehlsen wurde mit der Aufstellung und Abfuhr der Tonnen beauftragt.

Von da an gingen die Behälter in die Produktion. Eine anspruchsvolle Aufgabe, denn es galt, rund 50.000 Haushalte mit mehr als 41.000 Wertstofftonnen zu versorgen.

Nun musste alles schnell gehen – teilweise zu schnell. Noch immer sind nicht alle Behälter da und auch die vorgesehenen, neuen Entsorgungsfahrzeuge werden erst im Februar eingesetzt. Bis dahin hat die Firma herkömmliche Müllwagen zur Überbrückung eingesetzt. Geschäftsführer Sven de Groot ist jedoch zuversichtlich, dass auch die Haushalte, bei denen bislang noch keine Tonne mit orangefarbenem Deckel angekommen ist, im Laufe dieser Woche versorgt werden. Teilweise sind sie schon bei der Firmal Nehlsen angekommen und warten nur noch darauf, dass sie zusammengebaut und anschließend ausgeliefert werden. „Aktuell müssen wir noch ein bisschen nachliefern“, erklärte er – 600 Haushalte seien derzeit noch ohne Wertstofftonne.

Insgesamt investierte die Firma Nehlsen 2,5 Millionen Euro in das Projekt. Es sind zurzeit vier Seiten- und ein Hecklader unterwegs, die die Tonnen in Friesland einsammeln. Einige Bürger haben zu Beginn des Jahres aber auch mitgeteilt, dass sie keine Tonne benötigen. Insgesamt 450 Behälter wurden seitdem wieder abgeholt und an andere Haushalte verteilt.

Am Einsatz rund um die neue Tonne sind insgesamt acht Arbeiter beteiligt. Die Aufgabengebiete reichen von der zweiwöchentlichen Leerung bis hin zur Koordination. Die Firma Nehlsen ist seit der Vergabe des Auftrags für die Abfuhr des Mülls zuständig aber kümmert sich nicht das Sortieren oder das weitere Verwerten. Das übernehmen derzeit andere Betriebe, die den Abfall zu ihren Sortierungszentren in der Region bringen, wo er weiter verwertet wird.

Nachdem die Wertstofftonne nun über eine Woche im Einsatz ist, zog de Groot eine erste Bilanz. Während im Vorjahr rund 3500 Tonnen Müll in Gelben Säcken abtransportiert wurden, rechnet er für dieses Jahr damit, dass seine Firma rund 4000 Tonnen Müll in den neuen Behältern abtransportieren wird. Die Bürger haben sich seiner Meinung nach schnell an das neue System gewöhnt und kuriose Funde gibt es noch keine in den neuen Tonnen. Allerdings gab es schon einige gefährliche Entdeckungen: De Groot warnt vor der unsachgemäßen Entsorgung von Lithium-Akkus. „Das ist das Schlimmste, was man machen kann, weil es zum Brand führen kann.“ Außerdem legen noch einige Haushalte Müllsäcke auf die neuen Tonnen. Derzeit werden die Säcke zwar mitgenommen, doch de Groot weist darauf hin, dass nach der Auslieferung der fehlenden Behälter nur noch die Tonnen abtransportiert werden. Dann ist die Zeit der Gelben Säcke endgültig vorbei.

Dennis MasloVolontär

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