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Lokal26.de Friesland

Landwirtschaft: Die Landfrauen pflegen ihre sozialen Netzwerke

28.02.2020

Friesland Wer den Frauen aus dem Vorstand des Kreislandfrauenverbandes Friesland-Wilhelmshaven zuhört, kann sich sicher sein, dass diese Damen anpacken – denn sie wissen, was sie gemeinsam schaffen können. Sie sind ein Team.

Traditionen bewahren, sich auf aktuelle, politische Themen einstellen und dabei die modernen Medien im Blick behalten: Diese Aufgaben liegen Berit Behrends, Anke Eden-Jürgens, Heike Langediers und Ellen Kromminga-Jabben aus dem Vorstand, zu dem auch Iddem Müller gehört, sowie ihren Mitstreiterinnen am Herzen – und diesen Aufgaben stellen sie sich gerne, investieren Zeit und Engagement in sie.

„Wir vertreten nicht ausschließlich Bäuerinnen“, sagt Ellen Kromminga-Jabben, Vorsitzende des Kreislandfrauenverbandes (KLF) Friesland-Wilhelmshaven, dem Zusammenschluss der Ortsvereine auf Kreisebene. Im Landkreis Friesland und am Stadtrand von Wilhelmshaven gibt es neun Ortsvereine, in denen sich Frauen jeden Alters generationsübergreifend organisieren. Der Verband vereint Interessen von Frauen aller Berufsgruppen. Auch in Wittmund und Aurich organisieren sich die Frauen in solchen Verbänden auf Kreisebene. Es geht um die Gemeinschaft, das Miteinander – ein reales Netzwerk, das auch virtuell harmoniert.

Dass vor allem Bäuerinnen bei den Landfrauen sind, die zu Hause einen Hof bewirtschaften, ist ein gängiges Klischee, das so längst nicht auf alle zutrifft. Von den 1000 Mitgliedern des KLF Friesland-Wilhelmshaven haben lediglich ein Viertel einen landwirtschaftlichen Hintergrund, erzählt die Vorsitzende. In der eigens gegründeten Interessengruppe „Landfrauen und Landwirtschaft“ organisieren sich die Landfrauen, die aus der Landwirtschaft kommen. Bei ihnen geht es etwa um Kindersicherheit auf dem Bauernhof, Kälberfütterung oder um einen Notfallordner für den Fall, wenn der Betriebsinhaber ausfällt.

Vier Vorstandsfrauen leben auf einem landwirtschaftlichen Betrieb. Die Frauen sind zudem Mitglied in jeweils einem Ortsverein. Anne Kreiling, Fachberaterin von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, unterstützt und berät den Kreisverband in Fachfragen.

„Das Herz der Landfrauenarbeit sind die Gruppen vor Ort“, heißt es auf der Internetseite der Landfrauen. Und wer einen Blick auf die Internetpräsenz des Kreisverbandes wirft, dem fällt die Vielfalt der Aktionen auf: Bildung und Kultur, Geselligkeit und Kreativität finden sich in Vorträgen, Seminaren und Reisen wieder. Die Aktionen kommen an und das zunehmend kreisübergreifend.

Der Verband ist für die Interessenvertretung der Frauen im ländlichen Raum da. Das ist früher wie heute so, aber es tut sich etwas. „Wir arbeiten jetzt mehr aktions- und projektbezogen“, sagt Anke Eden-Jürgens, zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Die Hauswirtschaftsmeisterin unterstützt darüber hinaus das Projekt „Kochen mit Kindern“. Weil die Mobilität heutzutage viel mehr gegeben ist als früher, fährt man auch gerne mal 20 Kilometer, um ein Seminar zu besuchen, sagt Eden-Jürgens. So lernen die Frauen den Garten als Insektenparadies und homöopathische Heilmethoden kennen, fahren zum Plattdeutschen Theater nach Pfalzdorf, treffen sich zum Sicherheitstraining und unternehmen Tagesfahrten. „Kreativkurse sind auch sehr beliebt“, weiß Heike Langediers und spielt auf Deko- und Nähinspirationen an. Im Jahresprogramm, das als Heft und zum Download auf der Website verfügbar ist, ermuntert Ellen Kromminga-Jabben alle Frauen, Aktionen zu besuchen und Ideen einzubringen – sowohl Mitglieder als auch Nicht-Mitglieder, denn Landfrau kann jede werden, die sich für das ländliche Leben interessiert und sich einsetzen möchte. Die Gemeinschaft ist das, was zählt.

Was die Mitglieder des Verbandes anpacken, das bringen sie voran – wie das Projekt „Mammo bis 75“ mit der die Landfrauen fordern, die Altersgrenze für ein Mammografie-Screening auf 75 Jahre anzuheben. „Bei Redebedarf unterstützen wir uns gegenseitig“, sagt Heike Langediers, die das Netzwerk schätzt. Jede erzählt von ihren Sorgen und Nöten, wie etwa nach der Milchkrise 2016, und trägt Erfahrungen weiter.

Auch Frauen der jüngeren Generation bringen Ideen und Wünsche ein. So haben sich die „Jungen Landdeerns Friesland-Wilhelmshaven“ Anfang 2019 gegründet.

Die Mitglieder wünschen sich weiterhin einen so positiven Zuspruch. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, meint Anke Eden-Jürgens, doch: „Ohne Öffentlichkeitsarbeit geht nichts“, macht sie deutlich. Der Verband ist in den Sozialen Medien aktiv, hat einen Instagram-Account und eine Facebook-Seite. Die Landfrauen sind sich einig, dass sie als Bindeglied zwischen Verbrauchern und Landwirtschaft agieren und den Austausch zwischen beiden Seiten fördern möchten – wie mit dem Projekt „Frühstück sucht Gast“. Sie setzen sich gemeinsam für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Rechte und mehr Lebensqualität ein. Davon leben die Landfrauen – ihr Zusammenhalt ist ein Türöffner und sie werden auch von der Politik wahrgenommen.


     www.landfrauen-friesland-wilhelmshaven.de 

Ina FrerichsVolontärin

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