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Lokal26.de Friesland

Brustkrebs betrifft Frauen jeden Alters

13.02.2020

Friesland Sie haben ein Ziel – und dafür kämpfen sie: die Anhebung der Altersgrenze beim Mammografie-Screening. Bisher können das nur Frauen bis 69 Jahre in Anspruch nehmen. „Wir wollen, dass die Altersgrenze zur Brustkrebsfrüherkennung auf 75 angehoben wird“. Das betonte Frieslands Gleichstellungsbeauftragte Elke Rohlfs-Jacob am Dienstag, als die Initiatoren nochmals auf die Bedeutung ihrer Forderung aufmerksam gemacht haben. „Und dafür brauchen wir noch Unterstützung.“

Bereits seit einigen Monaten arbeiten die Gleichstellungsbeauftragten, die Kreislandfrauen Wilhelmshaven-Friesland und ein Team vom Mammografie-Screening Niedersachsen Nordwest an der Forderung, die Altersgrenze für Frauen für das bundesweite Screening-Programm anzuheben. Sie sagen: Die Lebenserwartung ist gestiegen, und das bedeutet, dass es ein höheres Brustkrebsrisiko gibt.

Um dieser Forderung im Bundestag in Berlin vorzustellen und eine Petition einreichen zu können, benötigt das Team 50.000 Unterstützerunterschriften. Nur dann beschäftigt sich der Petitionsausschuss mit der Forderung. Seit November werden Unterschriften gesammelt – gestern lagen 37.593 Unterschriften vor. „Außerdem bekommen wir Dankesbriefe aus ganz Deutschland – und das ist natürlich eine Motivation, weiterzumachen“, sage Birgit Kampen-Neumann vom Screening-Team. Bis zum 15. März können die Unterschriften noch gesammelt werden.

Bereits 2001 sei mit dem Mammobil eine echte Versorgungslücke geschlossen worden, sagte Landrat Sven Ambrosy. Damals gehörten Friesland sowie einige Teile Ostfrieslands und des Ammerlandes zu einer von drei Modellregionen in Deutschland: Anhand der Beteiligung sollte über die Einführung des Mammobils entschieden werden.

„Damals haben wir auch viel Gegenwind bekommen“, fügte Dr. Gerold Hecht, Radiologe und Leiter des Referenzzentrums Mammografie-Screening Nord. „Viele waren der Meinung, dass ein organisiertes Früherkennungsprogramm nicht nötig sei.“ Die Beteiligung zeigte aber ein anderes Ergebnis.

Nun gehe es darum, dieses Programm weiterzuentwickeln, so Hecht. Er stellte verschiedene Studien vor, die nachweisen, dass es ein großer Vorteil für Frauen ist, wenn sie am Früherkennungsprogramm teilnehmen. „Die Sterblichkeitsrate bei an Brustkrebs erkrankten Frauen, die daran teilnehmen, sinkt“, betonte Hecht. Zudem sei eine medikamentöse Therapie bei den betroffenen Frauen deutlich seltener notwendig: Für Frauen, die am Screening teilnehmen, sei in 15 bis 20 Prozent der Fälle eine Chemotherapie notwendig, andernfalls liege die Quote bei rund 60 bis 70 Prozent, so Hecht.

„All das sind Dinge, die dafür sprechen, dass man das Programm weiterführen sollte“, sagte Hecht – betonte aber auch, dass es eine Obergrenze geben sollte, da sonst die Gefahr einer „Überdiagnose“ entstehe. So gebe es Tumore, die nur äußerst langsam wüchsen und deshalb im fortgeschrittenen Alter keine Behandlung mehr notwendig sei.

Letzlich müsse aber jede Frau für sich entscheiden, ob sie am Früherkennungsprogramm teilnehmen möchte oder nicht, sagte Hecht. Ausreichend Infos, die mit den Einladungen zum Mammobil geliefert werden, helfen bei der Entscheidung. Mit der Altersanhebung könne man zumindest noch mehr Frauen die Möglichkeit dazu bieten.

Die Vorsitzende des Kreislandfrauenverbandes, Ellen Kromminga-Jabben, bedankte sich bei Hecht für die Unterstützung. Denn: Um mit der Forderung nach Berlin zu gehen, sei schließlich auch eine fundierte Grundlage mit nachgewiesenen Daten notwendig. Nun liege es nur noch daran, die letzten rund 13.000 Unterschriften zu sammeln, betonte Elke Rohlfs-Jacob – „Übrigens gern auch von Männern.“

Antje BrüggerhoffLokalredaktion

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