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Lokal26.de Friesland

Analyse der Politik: Zusammenhalt schafft eine starke Achse zwischen Ems und Jade

28.12.2019

Friesland /Ostfriesland Die Mischung macht’s – und sie lässt trotz aktueller Sorgen auf eine gute Zukunft für die Menschen auf der ostfriesischen Halbinsel hoffen. In Wilhelmshaven und in Emden haben mit Carsten Feist und Tim Kruithoff (beide parteilos) zwei neue Oberbürgermeister die Regie in den Rathäusern übernommen. Auch in der Mitte bringt Olaf Meinen (parteilos) als neuer Landrat des Landkreises Aurich frischen Wind in Politik und Verwaltung. Dazu gesellen sich in Friesland, Wittmund und Leer die Landräte Sven Ambrosy, Holger Heymann und Matthias Groote (alle SPD). Ein Trio, das zeigt, dass sich Erfahrung im Amt und Tatendrang nicht gegenseitig ausschließen.

Auf seiner ersten Jahresabschluss-Pressekonferenz im neuen Amt hat Olaf Meinen an den Zusammenhalt der politischen Kräfte zwischen Ems und Jade appelliert. Mit Hinweis auf die 1500 Entlassungen beim Windanlagenhersteller Enercon sagte der Landrat am 23. Dezember in Aurich: „Das wird Ostfriesland nachhaltig verändern.“ Zugleich warnte er davor, in Selbstmitleid zu verfallen.

Meinen: Enercon-Entlassungen verändern Ostfriesland nachhaltig

Vielmehr müsse die Region jetzt Geschlossenheit beweisen und ihre Potenziale nutzen. Weiterhin sieht Meinen große Chancen bei der Erneuerbaren Energie und der Nutzung von Wasserstoff. Ein Optimismus, der auch das Engagement von Dr. Jörg Mosolf, Chef eines der größten Automobillogistikunternehmen in Europa, trägt. Und da passt es gut, wenn Aurichs Bürgermeister Horst Feddermann (parteilos), ebenfalls erst seit wenigen Wochen im Amt, erklärt, die Wirtschaft auch jenseits der Windkraftindustrie stärken zu wollen.

Dr. Mosolf, bereits in Emden mit einem Betriebsstandort vertreten, hat Anfang Dezember Millioneninvestitionen in Wilhelmshaven angekündigt. Er möchte über den Jade-Weser-Port Neu- und Gebrauchtfahrzeuge verschiffen. Doch nicht nur das: Im Januar wird er auf dem Hafengelände unter anderem einen Verkaufs- und Servicestützpunkt für die Elektro-Kleintransporter seines Tochterunternehmens Tropos Motors Europe eröffnen. Und bis der Jade-Weser-Port in vielleicht sieben bis zehn Jahren einen RoRo-Umschlagterminal hat, will das Unternehmen als Zwischenlösung im Innenhafen vorhandene Infrastruktur nutzen, um Gebrauchtfahrzeuge nach Afrika zu verschiffen.

Zugleich schloss Mosolf mit der Jade-Hochschule einen Kooperationsvertrag ab. Das Unternehmen möchte mit den Dozenten und Studenten als Partner seine Forschungs- und Entwicklungsarbeit verstärken. Mosolf: „Wir wollen gemeinsam nach Lösungswegen für Antriebe der Zukunft suchen.“ Da passt es bestens ins Bild, dass im Westen der Halbinsel, bei VW in Emden, komplett auf die Produktion von E-Fahrzeugen umgestellt werden soll.

Feist und Ambrosy betonen: Nachholbedarf bei der Bahn

Die Politik begleitet diese und andere Anstrengungen konstruktiv. Für Umweltminister Olaf Lies (SPD, Sande) steht ohnehin fest: „Dem Norden gehört die Zukunft.“

Allerdings wissen er, Oberbürgermeister Feist und Landrat Sven Ambrosy, dass die Rahmenbedingungen stimmen müssen. Nachholbedarf gibt es insbesondere bei der Bahn.

Eindringlich forderten sie Mitte dieses Monats von der Nordwestbahn, endlich für Verlässlichkeit auf den Strecken Oldenburg-Wilhelmshaven und Sande-Esens zu sorgen. Sie hoben zudem die Bedeutung der Elektrifizierung bis nach Wilhelmshaven für den Fernverkehr hervor, nannten eine Flügelung in Oldenburg zwingend. So wie heute Norddeich mit dem ICE zu erreichen ist, müsse dies auch für Wilhelmshaven realisiert werden.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang übrigens nicht, dass die Hauptverwaltungsbeamten diese Direktverbindung fordern – sondern, wie nachdrücklich sie Verbesserungen anmahnen: selbstbewusst, eindringlich und überzeugend. Und so wie Aurichs Landrat Meinen weitere Gespräche mit seinen Kollegen als Reaktion auf die Enercon-Krise ankündigt, blicken Ambrosy und Feist über ihre Tellerränder, wenn sie das gesamtostfriesische Interesse an guten Bahnverbindungen betonen.

Die handelnden Personen wissen: Die großen Zukunftsthemen lassen sich gemeinsam besser bearbeiten. Perspektive durch regionalen Zusammenhalt: Feist, Ambrosy, Heymann, Meinen, Groote und Kruithoff bilden eine neue, starke Achse zwischen Emden und Wilhelmshaven. Sie stehen für eine dem Menschen dienende Politik.

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