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Lokal26.de Friesland

Corona-Ticker: Diskussion über Corona-Einschränkungen für Ungeimpfte

07.07.2021

Friesland /Ostfriesland /Wilhelmshaven Das Robert-Koch-Institut listet für Deutschland insgesamt bis dato 3 755 898 (+ 1387 zum Vortag) Infektionen und 91 524 Todesfälle. Die Sieben-Tages-Inzidenz für Deutschland beträgt 13,8 (Stand: 25. Juli).

Inzidenzwerte laut des niedersächsischen Landesgesundheitsamts: Aurich 8,4 | Friesland 1,0 | Wilhelmshaven 17,1 | Wittmund 26,3 (25. Juli)

Landkreis Wittmund

Aktuell Infizierte: 11 (+ 5 neue Fälle)

Insgesamt: 1250 (1209 genesen, 35 Todesfälle)

(23. Juli)

Landkreis Aurich

Aktuell Infizierte: 25 (+1 neuer Fall)

Insgesamt: 3764 (3677 genesen, 62 Todesfälle)

(25. Juli)

Stadt Wilhelmshaven

Aktuell Infizierte: 22 (+1 neue Fälle)

Insgesamt: 1963 (1885 genesen, 56 Todesfälle)

(23. Juli)

Landkreis Friesland

Aktuell Infizierte: 2 ( +1 neuer Fall)

Insgesamt: 1631 (1587 genesen, 42 Todesfälle)

(25. Juli)

+++ Sonntag, 25. Juli +++

Diskussion über Corona-Einschränkungen für Ungeimpfte

Angesichts rasant steigender Corona-Zahlen ist eine neue Diskussion über Einschränkungen für Menschen ohne Impfung entbrannt. Sollten die Neuinfektionen weiter so zunehmen, müssten sie ihre Kontakte wieder reduzieren, sagte Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) der „Bild am Sonntag“. „Das kann auch bedeuten, dass gewisse Angebote wie Restaurant-, Kino- und Stadionbesuche selbst für getestete Ungeimpfte nicht mehr möglich wären, weil das Restrisiko zu hoch ist“, warnte er. CDU-Chef Armin Laschet bremste sogleich: Der Vorschlag müsse noch einmal erörtert werden.

Braun äußerte seine Sorge über die zunehmenden Infektionen: „Die Zahl der Neuinfektionen steigt noch schneller als in den vorherigen Wellen“, sagte er und rief die Bürger eindringlich zum Impfen auf. Dafür gebe es zwei Argumente: Die Impfung schütze zu 90 Prozent vor einer schweren Corona-Erkrankung. „Und: Geimpfte werden definitiv mehr Freiheiten haben als Ungeimpfte“, sagte Braun.

Dagegen betonte Unions-Kanzlerkandidat Laschet im ZDF-Sommerinterview: „Ich halte nichts von Impfpflicht und halte auch nichts davon, auf Menschen indirekt Druck zu machen, dass sie sich impfen lassen sollen.“ Das Prinzip, dass man entweder geimpft, getestet oder genesen sein müsse, um bestimmte Dinge zu tun, sei richtig. „In einem freiheitlichen Staat gibt es Freiheitsrechte, nicht nur für bestimmte Gruppen“, betonte Laschet. (dpa)

Söder will mit Unionsländern über Schüler-Impfprogramm sprechen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will mit den unionsgeführten Ländern rasch über seine Pläne für ein Schüler-Impfprogramm gegen das Coronavirus sprechen. „Deshalb habe ich die Ministerpräsidenten der B-Länder vorsorglich für diesen Dienstag zu einer Schalte eingeladen“, sagte der CSU-Chef der „Augsburger Allgemeine“ (Montag). Ob diese Schalte tatsächlich stattfindet, stand nach Angaben eines Regierungssprechers am Sonntag noch nicht fest.

„Außerdem brauchen wir dringend eine verbindliche Formel aus Inzidenzwert, Impfquote und belegten Krankenhausbetten, um zu wissen, ab wann Maßnahmen ergriffen werden müssen - und welche Rechte sich für Geimpfte daraus ergeben“, sagte Söder weiter.

Am Freitag hatte er bereits nach einer Klausur des Parteivorstands in Gmund am Tegernsee gesagt, dass er seine Bereitschaft für eine vorgezogene Bund-Länder-Konferenz an Bedingungen wie den Beschluss eines Schüler-Impfprogramms knüpft. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Donnerstag in Aussicht gestellt, die nächste, eigentlich erst für Ende August vorgesehene Ministerpräsidentenkonferenz zur Corona-Pandemie vorzuziehen. (dpa)

Laschet gegen Impfpflicht und Einschränkungen für Ungeimpfte

Der Kanzlerkandidat der Union, Armin Laschet, hat sich gegen eine Impfpflicht und Einschränkungen für Ungeimpfte in der Corona-Pandemie ausgesprochen. „Ich halte nichts von Impfpflicht und halte auch nichts davon, auf Menschen indirekt Druck zu machen, dass sie sich impfen lassen sollen“, sagte der CDU-Chef am Sonntag im Sommerinterview des ZDF. Priorität müsse nun haben, möglichst viele Bürger von der Impfung gegen Corona zu überzeugen.

Nach Einschätzung von Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) könnten angesichts der erneut steigenden Infektionszahlen für Ungeimpfte bald wieder empfindliche Beschränkungen drohen. „Das kann auch bedeuten, dass gewisse Angebote wie Restaurant-, Kino- und Stadionbesuche selbst für getestete Ungeimpfte nicht mehr möglich wären, weil das Restrisiko zu hoch ist“, sagte er der „Bild am Sonntag“. (dpa)

Experte warnt: Viele Japaner ignorieren wegen Olympia Corona-Regeln

Die Olympischen Spiele drohen nach Ansicht eines Experten indirekt zu einem Anstieg der Corona-Infektionszahlen zu führen. Nicht die Olympia-Teilnehmer seien das Hauptproblem, sagte der Politikprofessor Koichi Nakano von der Sophia University in Tokio am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Vielmehr sei es der Umstand, dass die Spiele überhaupt stattfinden zu einem Zeitpunkt, da die Bevölkerung über den immer wieder verlängerten Corona-Notstand zunehmend „frustriert“ sei. „Die Leute werden ungeduldig und hören nicht mehr auf die Regierung“, sagte Nakano und führte als Beispiel die Radrennen am Vortag an. Zahlreiche Zuschauer waren am Straßenrand zu sehen, mitunter standen sie in mehreren Reihen an der Strecke. Im Vorfeld der Spiele hatte sich eine Mehrheit der Bevölkerung noch gegen die Spiele ausgesprochen. Doch jetzt, da die Spiele begonnen haben, würden manche denken, „es mache keinen Sinn, zu protestieren. Jetzt könne man die Spiele auch unterstützen“, sagte Nakano. „Das ist ein sehr typisch japanisches Denken“, so der Politikwissenschaftler. (dpa)

RKI registriert 1387 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 13,8

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit zweieinhalb Wochen kontinuierlich an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Sonntagmorgen lag sie bei 13,8 - am Vortag betrug der Wert 13,6 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. Demnach meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI zuletzt binnen eines Tages 1387 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.35 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 1292 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurde nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 4 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 3 Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 755 898 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. (dpa)

Kretschmann will Impfpflicht nicht ausschließen

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält eine Impfpflicht im weiteren Kampf gegen die Corona-Krise für denkbar. „Wir planen keine Impfpflicht. Für alle Zeiten kann ich eine Impfpflicht nicht ausschließen“, sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. „Es ist möglich, dass Varianten auftreten, die das erforderlich machen.“ Es könne gut sein, „dass wir irgendwann gewisse Bereiche und Tätigkeiten nur noch für Geimpfte zulassen“. Er nannte die Masern als Beispiel: „Da gibt’s auch eine Impfpflicht für die Kitas, weil Masern höchst ansteckend sind.“ Ohne Impfungen werde man die Pandemie nicht in die Knie zwingen können. Kretschmann warnt seit längerem vor einer vierten Welle und blickt eher pessimistisch auf Herbst und Winter. Das Virus könnte aus seiner Sicht noch einmal genauso gefährlich zurückkommen wie im vergangenen Herbst, als die Infektionszahlen plötzlich drastisch anstiegen. (dpa)

Draußen ist alles erlaubt? Über das Delta-Ansteckungsrisiko im Freien

Wieder auf Restaurantterrassen sitzen, mit der großen Freundesrunde im Park sitzen oder im Grünen zum Sport treffen: Draußen und im Sommer kann man sich kaum mit Corona anstecken, lautet ein vermutlich verbreiteter Glaubenssatz in der Pandemie. Die Maske oder der Abstand geraten da manchmal in Vergessenheit. Doch das kann sich rächen: Mit der mittlerweile auch in Deutschland vorherrschenden Delta-Variante könnte es je nach Situation eher passieren, dass das Virus auch im Freien überspringt. „Delta ist generell ansteckender - das gilt auch, wenn man an der frischen Luft ist“, sagte der Präsident der Gesellschaft für Virologie, Ralf Bartenschlager, der Deutschen Presse-Agentur.

„Man konnte sich zwar auch mit früheren Varianten schon im Freien anstecken, allerdings steigt mit Delta die Wahrscheinlichkeit, dass es passiert“, erklärte der Experte der Universität Heidelberg. Delta-Infizierte hätten im Vergleich zur Vorgängervariante Alpha (B.1.1.7) eine vermutlich um den Faktor fünf erhöhte Viruslast. „Je mehr Virus bei einem Infizierten vorhanden ist, desto größer das Übertragungsrisiko, auch im Freien.“ Ob es zu einer Ansteckung komme, hänge aber immer auch von vielen weiteren Faktoren ab - draußen zum Beispiel, wie eng man zusammensteht. „Es lässt sich nicht pauschal sagen, wie schnell eine Infektion geschehen kann - das kann vielleicht eine Minute dauern oder auch eine Stunde.“ (dpa)

+++ Samstag, 24. Juli +++

Wieder Proteste gegen strengere Corona-Regeln in Frankreich

In Paris und anderen französischen Städten haben wieder Tausende Menschen gegen die Verschärfung der Corona-Regeln demonstriert. Das berichteten der französische Nachrichtensender Franceinfo und andere Medien am Samstag. Der TV-Nachrichtensender BFM zeigte Bilder, wonach es in Paris am Rande des Protests zu Ausschreitungen kam - die Polizei habe Tränengas eingesetzt, so der Sender. Vor einer Woche waren nach Angaben des Innenministeriums landesweit rund 114 000 Menschen auf die Straßen gegangen.

Die Mitte-Regierung von Premier Jean Castex hatte angesichts eines Anstiegs der Corona-Zahlen strengere Maßnahmen auf den Weg gebracht. Das Land mit rund 67 Millionen Menschen kämpft nach Einschätzung von Castex mit einer vierten Corona-Welle. (dpa)

Deutsche am Ballermann: „Doppelt geimpft, doppelt Spaß“

Die Sonne brennt vom Himmel über Mallorca, saubere Strände und ein türkisfarbenes Mittelmeer laden zum Entspannen ein. Ideale Voraussetzungen für einen schönen Sommerurlaub. Ebenfalls Teil der Realität im Sommer 2021: Die Corona-Pandemie, die in Spanien und auf Mallorca gerade wieder die Infektionszahlen durch die Decke gehen lässt. Die Bundesregierung hat nun die Notbremse gezogen und ganz Spanien zum Hochinzidenzgebiet erklärt. Wer ab Dienstag ungeimpft oder nicht von Corona genesen in die Heimat zurückkehrt, darf mindestens fünf Tage in der Quarantäne Däumchen drehen.

Aber was noch im ersten Corona-Sommer 2020 wie eine Hiobsbotschaft eingeschlagen wäre und eine Stornierungswelle, Hotelschließungen und eine hastige Rückholaktion deutscher Urlauber ausgelöst hätte, wird nun von der Politik, der Tourismusbranche und den Urlaubern relativ gelassen aufgenommen. „Das ist keine gute Nachricht“, meint Iago Negueruela lakonisch. Er ist der Tourismusminister der Balearen, zu denen neben Mallorca auch Menorca, Ibiza und Formentera gehören. Er verweist auf die Impfkampagne und hofft auf ein baldiges Sinken der Infektionszahlen.

Die Präsidentin des Verbandes der Hoteldirektoren auf den Balearen (AEDH), Alicia Reina, fordert, dass es endlich eine europäische Regelung für die Befreiung vollständig Geimpfter von den Corona-Beschränkungen geben sollte. Insofern sei die Entscheidung Deutschlands, Spanien zum Hochinzidenzgebiet zu erklären zwar bedauerlich, aber richtig. Denn sie privilegiere die Geimpften. (dpa)

Corona und die Magie des Sports bei Olympia

Die spanische Zeitung „La Vanguardia“ kommentiert am Samstag den Beginn der Olympischen Spiele in Japan:

„Der Spitzensport ist ein großes Geschäft, das Milliarden bewegt. Das ist eine Tatsache, die von vielen kritisiert und von einigen wegen des Wohlstands, den der Sport erzeugt, begrüßt wird. Aber es ist klar, dass die Ethik des Sports ein anderes Paar Schuhe sind als das wirtschaftliche Interesse. Die Olympischen Spiele in Tokio, die wegen Corona mit einer kargen Zeremonie eröffnet wurden, stellen den Triumph wirtschaftlicher Gesichtspunkte über alles andere dar.

Wenn Japans Regierung wählen könnte, ob sie die Spiele abhält oder nicht, wäre sie wohl der Mehrheit der Japaner gefolgt, die aus Angst vor Corona radikal dagegen sind. Sie kann das aber nicht, weil eine Absage verheerende wirtschaftliche Folgen für die Organisation hätte. (dpa)

RKI registriert 1919 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 13,6

Die Bedrohung durch eine vierte Corona-Welle im Herbst als Folge von Urlaub, Delta-Variante des Virus und Impf-Unwilligkeit nimmt kontinuierlich zu. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit zweieinhalb Wochen kontinuierlich an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Samstagmorgen lag sie bei 13,6 – am Vortag betrug der Wert 13,2 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. Demnach meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI zuletzt binnen eines Tages 1919 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen vom Samstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.35 Uhr wiedergeben.

Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 1608 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 28 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 22 Tote gewesen.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek forderte derweil Erwachsene auf, sich gegen Corona impfen zu lassen - auch aus Solidarität gegenüber Kindern und Jugendlichen. „Gerade jetzt, wo die Infektionszahlen wieder ansteigen, sollten sich möglichst alle Erwachsenen mit den Kindern und Jugendlichen solidarisch zeigen, indem nicht geimpfte Personen die Impfangebote wahrnehmen“, sagte die CDU-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Die Solidarität der Erwachsenen wäre ein ganz wichtiger Beitrag, um nach den Sommerferien einen regulären Schulbetrieb zu ermöglichen.“ (dpa)

Weil: „Normalität, wenn sehr große Mehrheit geimpft“

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sieht in der Corona-Pandemie das Impfen gegen das Virus als zentralen Schlüssel für eine Rückkehr zur Normalität. „Ein Leben in Normalität wird sich dann ergeben, wenn eine sehr große Mehrheit in der Gesellschaft vollständig geimpft ist“, sagte Weil der Deutschen Presse-Agentur. Die verfügbaren Impfstoffe schlügen auf die bisher bekannten Mutationen gut an. „Ich verstehe nicht, dass gerade jetzt, in dem Moment, wo wir genug Impfstoff haben, die Bereitschaft in der Bevölkerung deutlich an Schwung verliert“, sagte Weil. „Wenn man bedenkt, dass zum Beispiel für die Kinder derzeit noch kein Impfstoff zugelassen ist, dann müssen sich vom Rest der Gesellschaft weitaus mehr Menschen als die 80 Prozent impfen lassen.“ (dpa)

Trotz Corona-Notstand: Viele Zuschauer an der Radstrecke

Viele Japaner haben am Samstag eine der wenigen Chancen genutzt, olympischen Sport live zu verfolgen. Beim Radrennen der Männer waren zahlreiche Zuschauer am Straßenrand zu sehen, mitunter standen die Fans in mehreren Reihen an der Strecke. Die Behörden hatten die Bevölkerung eigentlich aufgerufen, wegen den steigenden Corona-Zahlen nicht an die Strecke zu gehen. Ein Verbot gab es aber nicht. Tokio befindet sich noch bis weit nach Ende der Olympischen Spiele im vierten Corona-Notstand. Daher werden die Wettkämpfe in der Region Tokio ohne Zuschauer ausgetragen. Anders verhält es sich im Zielbereich des Radrennens auf dem International Speedway. An der früheren Formel-1-Strecke sind 11 000 Zuschauer, also die Hälfte der Tribünenkapazität, erlaubt. (dpa)

+++ Freitag, 23. Juli +++

USA kaufen weitere 200 Millionen Impfdosen von Biontech und Pfizer

Die USA kaufen weitere 200 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs der Hersteller Biontech und Pfizer. Damit treffe die Regierung Vorbereitungen für die Impfung jüngerer Kinder und möglicherweise nötige Auffrischungsimpfungen für Erwachsene, erklärte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Freitag in Washington. „Wir bereiten uns auf alle Möglichkeiten vor.“

Gut die Hälfte der Dosen soll bis zum Jahresende geliefert werden, der Rest bis April 2022, wie das US-Pharmaunternehmen Pfizer erklärte. Damit seien von der US-Regierung bislang 500 Millionen Dosen bestellt worden. Washington hatte sich vergangenes Jahr Optionen für die Bestellung von bis zu 600 Millionen Dosen gesichert.

Zusätzlich hat die US-Regierung 500 Millionen Dosen bestellt, die an andere Länder abgegeben werden sollen. Sie hat bereits damit begonnen, Impfdosen der Hersteller Moderna, Johnson & Johnson, Astrazeneca und Pfizer/Biontech zu verschicken. (dpa)

Mallorcas Tourismusbranche blickt mit Bangen in die Zukunft

Tourismusunternehmen auf Mallorca blicken nach der Einstufung ganz Spaniens als Hochinzidenzgebiet mit Bangen auf den Rest der Sommersaison. „Ich bin geschockt“, sagte Beatrice Ciccardini, Wirtin vom Lokal „Zur Krone“ am Ballermann. „Ich hatte das nicht erwartet, nachdem wir anfangs so gut dastanden bei den Inzidenzen“, sagte sie am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Sie selbst habe eine Reise mit ihrem Sohn nach Deutschland gebucht, die sie nun stornieren werde, weil er sonst in Quarantäne müsste. Die Entscheidung der Bundesregierung sei aber wohl unausweichlich gewesen, sagt die Wirtin resigniert.

Auch der Verband der Ferienhausvermieter Habtur sieht erstmal schwarz. „Das ist eine sehr schlechte Nachricht. Wir hatten auf eine gute Saison gehofft, da die Fincas (Landhäuser) derzeit die beliebteste Urlaubsvariante sind“, sagte Maria Gilbert von Habtur. Nun werde es sicherlich Stornierungen geben, da keiner die Quarantäne riskieren wolle. „Es ist ungewiss, wie es weitergeht“, sagt Gilbert.

Die Präsidentin des Verbandes der Hoteldirektoren auf den Balearen (AEDH), Alicia Reina, sieht die Tourismusbranche und auch die Urlauber auf einer Achterbahnfahrt. Die Unternehmen würden sich ständig schnell auf neue Situationen und Entscheidungen einstellen müssen, während die Politik Maßnahmen zum Schutz gegen höhere Infektionszahlen oft zu langsam ergreife. (dpa)

Mobile Impfteams sind im Landkreis Wittmund unterwegs

Der Landkreis Wittmund schickt nächste Woche ein mobiles Impfteam los. Impfwillige mit Erstwohnsitz im Landkreis können sich ohne Termin mit Biontech impfen lassen. Die Zweitimpfung erfolgt sechs Wochen später am selben Ort. Die Termine:

 27. Juli, 9 bis 16 Uhr, Feuerwehr Friedeburg

 28. Juli, 9 bis 16 Uhr, Feuerwehr Westerholt

  29. Juli, 9 bis 16 Uhr, Feuerwehr Wittmund

 31. Juli, Testzentrum bei Janssen Reisen in Wittmund

Delta-Variante dominiert in großen Teilen Europas

Die ansteckendere Delta-Variante dominiert mittlerweile die Corona-Pandemie in großen Teilen Europas. Das teilten die EU-Gesundheitsbehörde ECDC und das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation WHO am Freitag mit. Zwischen dem 28. Juni und 11. Juli erfasste Daten zeigten, dass Delta in 19 von 28 Ländern mit ausreichenden Informationen die dominierende Variante gewesen sei. Der durchschnittliche Anteil an den analysierten Corona-Fällen lag demnach in diesen 19 Staaten bei 68,3 Prozent. Die zuvor dominierende Alpha-Variante kam auf einen Anteil von 22,3 Prozent. (dpa)

EU-Behörde empfiehlt zweiten Impfstoff für Kinder und Jugendliche

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat sich für die Zulassung eines zweiten Corona-Impfstoffes für Kinder und Jugendliche ausgesprochen. Der Präparat des US-Herstellers Moderna kann nach der EMA-Empfehlung auch 12- bis 17-Jährigen gespritzt werden. Studien belegten, dass der Impfstoff ebenso sicher und verträglich sei wie bei Erwachsenen, teilte die EMA am Freitag in Amsterdam mit. Der Schutz vor einer Covid-Erkrankung lag in den Studien demnach bei 100 Prozent. Die EMA-Experten hatten die Daten geprüft und nun positiv bewertet. Die EU-Kommission muss der Zulassung noch zustimmen, was als Formsache gilt.

Das Bundesgesundheitsministerium in Berlin begrüßte die Entscheidung der Behörde. Auf Twitter nannte das Ministerium sie eine gute Nachricht. „Die Länder können Kindern und Jugendlichen, die geimpft werden wollen, so noch schneller ein Impfangebot machen.“

Das Präparat von Moderna mit dem Namen Spikevax wäre damit der zweite Corona-Impfstoff, der auch jungen Menschen verabreicht werden darf. Ende Mai war das Präparat von Pfizer/Biontech auch für 12- bis 17-Jährige zugelassen worden. Der Impfstoff von Moderna ist bereits für Menschen ab 18 Jahren in der EU zugelassen. (dpa)

Landkreis Wittmund verschärft ab Montag Corona-Schutzmaßnahmen

Weil im Landkreis Wittmund der Sieben-Tage-Inzidenzwert von 10 längerfristig überschritten wird – heute liegt er bei 19,3 – erlässt die Verwaltung ab Montag erneut schärfere Schutzmaßnahmen. Das teilte die Pressestelle am Freitagmittag mit.

Unter anderem sind dann fortan lediglich Treffen von maximal zehn Personen im privaten Bereich erlaubt. Die Haushaltszugehörigkeit ist dabei unerheblich. Menschen, deren vollständige Impfung 14 Tage zurückliegt und alle vollständig Genesenen werden bei den Kontaktbeschränkungen nicht mehr mitgezählt. Bis dato sind im privaten Bereich Zusammenkünfte von maximal 50 (im Freien) und 25 Personen (in geschlossenen Räumen) zugelassen.

Sport im Freien und Hallen bleibt bei entsprechenden Hygienekonzepten ebenso weitgehend erlaubt.

Mehr zu den neuen Corona-Regeln lesen Sie hier.

Seltene Virusmutation in Wilhelmshaven festgestellt

In Wilhelmshaven ist erstmals die Corona-Mutation B.1.1.318 festgestellt worden. Die Pressestelle der Stadt teilt mit, es das Ergebnis der sogenannten Gesamtgenomsequenzierung, die bei dem Corona-Fall vom 12. Juli durchgeführt wurde.

B.1.1.318 ist bisher als „Variant of Interest“ eingestuft, hat aber noch keinen griechischen Buchstaben erhalten. Die Virusmutation wurde bereits im Januar dieses Jahres entdeckt, ist aber nach bisherigen Erkenntnissen in Niedersachsen noch äußerst selten.

Auch Mecklenburg-Vorpommern für frühere Ministerpräsidentenkonferenz

Wie Niedersachsen plädiert auch Mecklenburg-Vorpommern dafür, das nächste Treffen der Länder-Regierungschefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Corona-Lage vorzuziehen. Dabei solle insbesondere über die Ausbreitung der Delta-Mutation und das Impfen von Jugendlichen beraten werden, sagte Regierungssprecher Andreas Timm in Schwerin. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) habe bereits Ende Juni den Bund aufgefordert, bis Anfang August gemeinsam mit den medizinischen Experten und der Ständigen Impfkommission eine Strategie für die Impfung von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren vorzulegen.

Timm zufolge muss angesichts deutschlandweit steigender Corona-Zahlen auch noch einmal über die Regeln für Reiserückkehrer aus Risikogebieten gesprochen werden. „Es muss verhindert werden, dass es nach den Sommerferien zu einem deutlichen Anstieg der Zahlen kommt“, betonte Timm.

Schwesig hatte beklagt, dass sich Bund und Länder nicht bereits Ende Juni auf schärfere Regelungen für Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten im Ausland verständigt hatten. Auch im Sommer 2020 seien die Corona-Infektionszahlen niedrig gewesen und dann hätten Reiserückkehrer das Virus wieder eingetragen. „Man darf die gleichen Fehler nicht zweimal machen“, hatte die SPD-Politikerin gemahnt.

Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil (SPD) hatte sich zuletzt in einem Zeitungsinterview dafür ausgesprochen, die bislang für Ende August geplante Ministerpräsidentenkonferenz zur Corona-Pandemie vorziehen. (dpa)

Inzidenz steigt seit über zwei Wochen – 2089 Neuinfektionen

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit über zwei Wochen kontinuierlich an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitagmorgen lag sie bei 13,2 – am Vortag betrug der Wert 12,2 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. Demnach meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI zuletzt binnen eines Tages 2089 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.25 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 1456 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurde nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 34 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 18 Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 752 592 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 643 300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91 492. (dpa)

Höchstwert seit Erfassung: 19 neue Corona-Fälle bei Olympia

Am Tag der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Tokio haben die Organisatoren 19 weitere Corona-Fälle veröffentlicht. Das ist der bisherige Höchstwert seit Beginn der Erfassung der Tests am 1. Juli. Damit stieg die Zahl der positiven Tests auf insgesamt 106. Wie das Organisationskomitee in dem am Freitag veröffentlichten Tagesbericht bekanntgab, gehören zu den Betroffenen drei Athletinnen oder Athleten, die nicht aus Japan kommen. Namen oder Herkunftsländer werden vom Organisationskomitee nicht genannt. (dpa)

+++ Donnerstag, 22. Juli +++

Anstieg der Corona-Zahlen in Spanien verlangsamt sich

Der rasante Anstieg der Corona-Zahlen in Spanien während der vergangenen Wochen hat sich etwas abgeflacht. Die Zahl der Neuerkrankungen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen stieg nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Madrid vom Donnerstagabend auf 333. Das war nur ein Zähler mehr als am Vortag.

Für die Balearen mit Mallorca als liebster Ferieninsel der Deutschen wurde der Wert mit 365 angegeben - eine Steigerung von 18 Zählern im Vergleich zu Mittwoch. Damit liegen Spanien insgesamt und auch 16 seiner 17 Regionen über dem Wert von 200, ab dem Deutschland ein Land oder eine Region zum Hochinzidenzgebiet erklären kann.

Bei der Entscheidung über die Frage, ob Spanien oder einzelne Regionen vom Risikogebiet zum Hochinzidenzgebiet hochgestuft werden müssen, sollen aber auch andere Faktoren als nur die Inzidenzen berücksichtigt werden. Dies könnten etwa die Lage im Gesundheitssystem, die Todesrate und der Stand der Impfkampagne sein. (dpa)

RKI: Inzidenzanstieg vor allem bei 15- bis 34-Jährigen

Der Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist laut Robert Koch-Institut (RKI) bisher vor allem bei Menschen zwischen 15 und 34 Jahren zu beobachten. Während sich die Werte in den Gruppen ab 60 Jahren in den vergangenen Wochen nur minimal und auf sehr niedrigem Niveau (unter 5 Fälle pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen) veränderten, verzeichnet das RKI für Jüngere relativ starke Zuwächse. Das geht aus einem wöchentlichen Covid-19-Lagebericht hervor, den das RKI neuerdings donnerstags vorlegt.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz von 32 in der vergangenen Woche verzeichnen demnach die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 24 Jahren. In dem Alter sind schwere Krankheitsverläufe von Covid-19 relativ selten. Die Impfquoten bei den Menschen unter 60 sind zudem auch deutlich geringer als bei den über 60-Jährigen. Das RKI schreibt, der Rückgang der Patientenzahlen in Krankenhäusern und auf Intensivstationen setze sich aktuell jedoch nicht weiter fort. Die Werte lägen zurzeit aber auf einem niedrigen Niveau. (dpa)

Nach Kinobesuch von Infizierten – Landkreis Aurich sucht Kontaktpersonen

Dem Gesundheitsamt des Landkreises Aurich ist bekanntgeworden, dass drei an Corona erkrankte Personen am Sonntag, 18. Juli 2021 um 16.15 Uhr die Vorstellung des Films „Fast & Furious 9“ im Kinosaal 6 des Kinos in Aurich besucht haben. In diesem Zusammenhang werden mögliche Kontaktpersonen gesucht.

Wer Krankheitszeichen wie Husten, erhöhte Temperatur oder Fieber, Kurzatmigkeit, Verlust des Geruchs-/Geschmackssinns, Schnupfen, Halsschmerzen oder Kopf- und Gliederschmerzen bemerkt, die auf eine Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 hindeuten können, sollte zu Hause bleiben, die Abstands- und Hygieneregeln beachten und sich umgehend beim Gesundheitsamt unter der E-Mailadresse kpn@landkreis-aurich.de mit Angabe des Namens, der Telefonnummer, der Adresse und der im Kino eingenommenen Platznummer melden.

Die Inkubationszeit, das heißt die Dauer von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung, beträgt beim Coronavirus SARS-CoV-2 fünf bis sechs Tage, längstens jedoch zwei Wochen. Daher sollte in diesem Zeitraum besonders auf die genannten Symptome geachtet werden.

RKI ruft zu Vorbereitungen für Corona-Welle in Herbst und Winter auf

Das Robert Koch-Institut (RKI) dringt wegen eines als wahrscheinlich eingeschätzten Anstiegs der Corona-Fälle im Herbst und Winter darauf, jetzt vorbeugende Maßnahmen in verschiedenen Bereichen zu ergreifen. So sollen schwere Krankheitsverläufe, Todesfälle und die Belastung für das Gesundheitswesen klein gehalten „und bevölkerungsbezogene Maßnahmen minimiert werden können“, schreibt das RKI in einem am Donnerstag veröffentlichten Strategiepapier, das auf verschiedene Szenarien eingeht. Als Handlungsempfehlungen werden eine „erfolgreiche Impfkampagne“, „klassische Infektionsschutzmaßnahmen der Gesundheitsämter“ und der gezielte Einsatz von Maßnahmen genannt.

Die Bevölkerung sollte laut dem Papier „frühzeitig darüber informiert werden, dass es im Winter wieder zu einer starken Belastung des Gesundheitswesens“ und möglicherweise einer regionalen oder lokalen Überlastung kommen könne, etwa bei der sogenannten ECMO-Kapazität (spezielle Maschinen für Patienten mit schwerem Lungenversagen). Das RKI betont: „Die Vorstellung des Erreichens einer Herdenimmunität im Sinne einer Elimination oder sogar Eradikation des Virus“ - also ein weitgehendes Zurückdrängen oder Ausrotten - sei nicht realistisch. (dpa)

Corona-Impf-Ziel in Afrika verzögert sich

In Afrika rückt das Ziel einer Impfung von 60 Prozent der Bevölkerung gegen Covid-19 ins kommende Jahr. „Wir bleiben sehr optimistisch, bis zum Jahresende 25 Prozent geimpft zu haben“, sagte am Donnerstag John Nkengasong von der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union, der Africa CDC. Das ursprünglich für dieses Jahr anvisierte Ziel einer Impfung von 60 Prozent der Bevölkerung sei somit kaum vor Ende 2022 zu erreichen.

Laut CDC sind bisher gerade mal 1,39 Prozent der Bevölkerung auf dem Kontinent komplett geimpft. Marokko ist mit 21,3 Millionen Dosen der kontinentale Spitzenreiter, vor Südafrika mit 5,6 Millionen verabreichten Dosen. Die Länder Burundi, Eritrea und Tansania hätten nicht mal mit Impfungen begonnen - obwohl Tansania sich nun bei der Corona-Bekämpfung stärker engagiere. (dpa)

Zahl der Neuinfektionen in USA steigt wieder - mehr als 52 000 Fälle

In den USA nimmt die Zahl der an einem Tag erfassten Corona-Neuinfektionen wieder zu. Mit 52 032 neuen Fällen am Mittwoch meldeten die Behörden rund 20 000 mehr als vor genau einer Woche, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Donnerstagmorgen (MESZ) hervorging. Die Zahl der Toten mit einer bestätigten Corona-Infektion blieb mit 333 vergleichsweise stabil. Die bisherigen Höchstwerte wurden am 2. Januar mit 300 462 Neuinfektionen sowie am 12. Januar mit 4461 Toten verzeichnet.

Nach jüngsten Schätzungen der Gesundheitsbehörde CDC ist die besonders ansteckende Delta-Variante inzwischen für rund 83 Prozent aller erfassten Infektionen im Land verantwortlich. Auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen von Infizierten nahm zuletzt wieder zu und soll laut CDC-Prognose in den kommenden Wochen weiter ansteigen.

Die Behörden beobachteten zudem mit Besorgnis, dass mehr Corona-Infektionen bei Vollgeimpften erfasst würden, selbst wenn es sich meist um weniger schwere Verläufe handele, sagte der renommierte US-Immunologe Anthony Fauci am Mittwoch dem Sender CNBC. „Viren mutieren nicht, es sei denn, Sie erlauben ihnen, sich zu replizieren und in der Gemeinde zu verbreiten.“ Das einfachste und effizienteste Mittel dagegen sei, sich impfen zu lassen, so der Präsidentenberater. Bislang haben 56,3 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfdosis erhalten, 48,8 Prozent gelten als voll geimpft.

In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich bislang rund 34,2 Millionen Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, annähernd 610 000 Menschen starben. In absoluten Zahlen gemessen - aber nicht relativ zur Bevölkerung - sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder der CDC. In manchen Fällen werden die Zahlen - unter anderem die der Neuinfektionen binnen 24 Stunden, aber auch die der Toten - nachträglich aktualisiert.

Frauen sollen in britischen Quarantäne-Hotels besser geschützt werden

Nach Berichten von sexuellen Übergriffen in britischen Quarantäne-Hotels sollen alleinreisende Frauen künftig besser geschützt werden. Soweit wie möglich sollten sie weibliche Wachen zur Seite gestellt bekommen, wie die BBC am Donnerstag berichtete. Das Gesundheitsministerium soll diese Änderung veranlasst haben, nachdem der Sender über mehrere Fälle berichtet hatte, bei denen männliche Wachen Frauen sexuell belästigt hatten. Sollte die Begleitung durch eine weibliche Wache nicht möglich sein, sollen alleinreisende Frauen den neuen Richtlinien zufolge stattdessen von zwei männlichen Wachen begleitet werden.

Eine Betroffene, die im April in einem Quarantäne-Hotel belästigt wurde, kritisierte diese Änderung im Gespräch mit der BBC. Die Begleitung durch zwei männliche Wachen würde das Risiko eher erhöhen als verringern. Während ihres Aufenthalts habe eine Gruppe von männlichen Sicherheitsmitarbeitern beobachtet, wie jemand sie belästigt habe und sei nicht eingeschritten.

Großbritannien schreibt bei Einreise aus Ländern auf der sogenannten „roten Liste“ eine zehntägige Quarantäne im Hotel auf eigene Kosten (1750 Pfund pro Person, umgerechnet rund 2040 Euro) vor. Auf der Liste stehen vor allem Länder, in denen sich gefährliche Varianten des Coronavirus ausbreiten.

Weniger glücklich im Lockdown: Befragung von Erwachsenen

Erwachsene in Deutschland sind zu Beginn der Corona-Pandemie etwas unzufriedener geworden - und zwar unabhängig vom Alter in ähnlichem Maße. Das geht aus einer Auswertung des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe in Bamberg hervor, die am Donnerstag vorgestellt wurde. „Dass der Rückgang der Zufriedenheit bei allen Altersgruppen etwa gleich stark war, hat uns überrascht“, sagte Philipp Handschuh, Hauptautor der Auswertung. „Wir hatten vermutet, dass die Zufriedenheit der Älteren durch Reduktion der sozialen Kontakte besonders leidet.“

Im Mai und Juni 2020 - also während des ersten Lockdowns oder kurz danach - waren 2273 Männer und Frauen in Deutschland im Alter von 33 bis 76 Jahren zu ihrer subjektiv eingeschätzten Zufriedenheit in Bezug auf Gesundheit, Lebensstandard oder Familienleben befragt worden. Dabei kamen Durchschnittswerte von 6,8 bis 7,6 Punkten auf einer Skala von 0 bis 10 heraus. Das ist knapp ein Punkt weniger als vor der Pandemie. Der Befund zeige sich bei allen befragten Altersgruppen gleichermaßen, wie das Institut mitteilte.

Man müsse einschränken, dass bei der Online-Umfrage vor allem Ältere mit Zugang zu digitaler Technik erreicht wurden, die fehlende Kontakte damit zum Teil kompensieren konnten, sagte Handschuh.

Alle Altersgruppen sorgten sich demnach ähnlich um eine Überlastung des Gesundheitssystems oder eine längere schwere Wirtschaftskrise. Am größten war die Sorge, dass die Kluft zwischen Arm und Reich durch die Pandemie weiter wachsen würde.

Unterschiede gab es dagegen bei den Zukunftserwartungen - die Älteren waren hier wesentlich optimistischer. Befragte über 65 hielten etwa Geldprobleme, Einschränkungen des Lebensstandards sowie finanzielle Notlagen oder eine Corona-Infektion Angehöriger für deutlich unwahrscheinlicher als Jüngere.

DAK-Gesundheit: Erkältungssaison 2021 nahezu komplett ausgefallen

Die Zahl der Krankmeldungen ist nach Angaben der DAK-Gesundheit in den ersten sechs Monaten des Jahres auf 3,7 Prozent gefallen. Das bedeutet, dass im ersten Halbjahr durchschnittlich 3,7 Prozent der DAK-Versicherten arbeitsunfähig gemeldet waren. Das sei ein enormer Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und zum ersten Halbjahr 2019, als der Krankenstand jeweils 4,2 Prozent betragen habe, teilte die Krankenversicherung mit. Von Januar bis Juni 2021 hatten DAK-versicherte Arbeitnehmer durchschnittlich 6,7 Fehltage und damit 22 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2020.

Ein besonders großes Minus habe es bei den Atemwegserkrankungen gegeben, hieß es. Auf je 100 Versicherte kamen im gesamten Halbjahr nur 48 Fehltage - in den ersten sechs Monaten des Vorjahres waren es 92 mehr gewesen, wie die Auswertung der Daten ergab. „Die Erkältungssaison 2021 ist nahezu komplett ausgefallen“, sagte der Vorstandschef der DAK-Gesundheit, Andreas Storm. Er erklärte das mit den Abstands- und Hygieneregeln in der Corona-Pandemie und plädierte dafür, sich auch künftig in Erkältungszeiten ein Beispiel an Asien zu nehmen: „Die Maske ist im Kampf gegen Krankheitserreger so einfach wie wirkungsvoll.“

Die Atemwegserkrankungen hatten im ersten Halbjahr 2021 einen Anteil von nur noch 7,1 Prozent am Krankenstand. Im Vorjahreszeitraum waren es 18,3 Prozent gewesen. Dagegen nahmen die Rückenleiden und Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems deutlich zu. Der Anteil von Fehltagen mit Diagnosen dieser Art stieg von 20,7 auf 24,9 Prozent.

Knapp ein Fünftel des Arbeitsausfalls (19,8 Prozent) wurde durch psychische Erkrankungen verursacht. Damit sind sie nun zweitmeiste Ursache für Krankschreibungen. Im ersten Halbjahr 2020 hatten die seelischen Leiden mit einem Anteil von 16,7 Prozent noch an dritter Stelle gestanden. „Die Pandemie mit allen ihren Begleiterscheinungen hat auf psychische Erkrankungen wie ein Verstärker gewirkt“, erklärte Storm.

Zurück ging der Krankenstand vor allem bei Berufsgruppen im Bereich Recht und Verwaltung, die verstärkt ins Homeoffice wechselten. Bei Lehrerinnen und Lehrern sowie Erziehern und Erzieherinnen fiel der Rückgang weniger stark aus. Beschäftigte in der Altenpflege waren nahezu genauso oft krank wie im Vorjahreszeitraum.

Für ihre Analyse wertete das Berliner Iges-Institut die Daten von mehr als 2,3 Millionen Arbeitnehmern aus, die bei der nach eigenen Angaben drittgrößten deutschen Krankenkasse versichert sind. (dpa)

Team aus Guinea reist nicht zu den Olympischen Spielen nach Tokio

Guinea wird nicht an den Olympischen Spielen in Tokio teilnehmen. Das teilte das Sportministerium des westafrikanischen Landes am Mittwochabend mit. Als Grund wurden die steigende Zahl der Corona-Infektionen und die Sorge um die Gesundheit der Athletinnen und Athleten genannt. Die Delegation hätte aus fünf Aktiven bestanden. Guinea ist das zweite Land nach Nordkorea, das gar keine Sportler nach Japan entsenden wird. Die Olympischen Spiele werden am Freitag offiziell eröffnet. (dpa)

Einzelhandel appelliert an Kunden: „Impfen, Impfen, Impfen“

Angesichts rasch steigender Inzidenzzahlen in Deutschland appelliert der Einzelhandel an die Bevölkerung, sich gegen Corona impfen zu lassen. „Nur mit einer wirkungsvollen und schnellen Impfkampagne können wir die Pandemie nachhaltig zurückdrängen und uns dauerhaft mehr Normalität auch beim Einkaufen zurückerobern“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth, am Donnerstag in Berlin.

Unterstützt wurde der Aufruf des HDE von Vertretern namhafter deutscher Handelskonzerne wie der Rewe Group, der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland), der Edeka-Zentrale, von Aldi, Otto, Douglas, Galeria Karstadt Kaufhof und Ikea.

Es gehe jetzt darum, möglichst viele Menschen von der Notwendigkeit einer Impfung zu überzeugen, sagte Genth. Vorstand und Präsidium des HDE betonten, mit einer Impfung könne jeder einzelne einen wichtigen Beitrag zur Überwindung der Pandemie leisten. Dies gelte für Kunden und Mitarbeiter. Die Gefahr einer vierten Infektionswelle sei nach wie vor nicht gebannt. „Wir müssen diesen Sommer nutzen, um uns noch besser gegen die Pandemie aufzustellen“, sagte Genth. „Jetzt heißt es: Impfen, Impfen, Impfen“. (dpa)

Ärzte-Präsident zu Corona-Lockerungen in England: „Sehr gewagt“

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, rät zum Abwarten vor einer Aufhebung aller Corona-Beschränkungen wie in England. Mit Blick auf das Ende fast aller Corona-Vorschriften in dem größten britischen Landesteil sagte Reinhardt der „Passauer Neuen Presse“ (Donnerstag): „Das finde ich sehr, sehr gewagt. Ob der jetzige Zeitpunkt mit stark steigenden Infektionszahlen der richtige Moment dafür ist, halte ich für mehr als fragwürdig.“ Man müsse aber auch sehen, dass die Zahl schwer erkrankter Patienten, gemessen an den Fällen von Ansteckungen, deutlich niedriger sei als auf dem Höhepunkt der zweiten Welle.

Reinhardt sagte auf die Frage, ob Deutschland sich an England ein Beispiel nehmen solle, er würde noch abwarten. „Wir wissen noch nicht, wie sich vor dem Hintergrund der Impfkampagne die Zahl schwerer Verläufe entwickelt.“ Dafür müsse man nicht nur die Entwicklung auf den Intensivstationen im Blick halten, sondern auch Gesundheitsdaten von Covid-19-Patienten auf anderen Stationen auswerten. „Die Inzidenz alleine ist wenig aussagekräftig. Wenn Menschen mit zweifacher Impfung deutlich seltener schwer erkranken, dann muss das in die Entscheidung über Öffnungsschritte einbezogen werden.“

Man solle die immer noch gute Infektionslage in Deutschland nicht gefährden. „Aber man muss schrittweise vorgehen und sich immer wieder fragen, was man zulassen kann. Dazu sind wir den Menschen gegenüber verpflichtet. Man darf nicht ständig Panik schüren und sich an Populismus ergötzen.“ (dpa)

Länder setzen zunehmend auf mobiles Impfen wegen sinkender Impfzahlen

Angesichts sinkender Nachfrage nach Corona-Impfungen setzen die Bundesländer zunehmend auf flexible Lösungen, um mehr Menschen zu erreichen. Das geht aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur hervor. Das Interesse an einer Impfung lässt vielerorts nach, teilweise werden Impfzentren geschlossen. Außerdem gibt es immer mehr mobile Impfteams, und Menschen können sich vielerorts auch ohne Termin eine Spritze holen.

Nach Informationen des Robert Koch-Instituts (RKI) sinkt die Anzahl der verabreichten Impfdosen in Deutschland. Am Dienstag wurden beispielsweise nur 572 482 Dosen gespritzt, verglichen mit dem Höchststand von 1,5 Millionen am 9. Juni. Besonders die Impfzentren verzeichneten einen Rückgang laut dem Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI).

In den hessischen Impfzentren erschienen rund 20 Prozent nicht zu ihren Terminen, wie das Innenministerium mitteilte. Auch in Berlin wurden laut Gesundheitsverwaltung rund 20 Prozent der Termine nicht genutzt. In Thüringen seien die überregionalen Impfzentren laut Gesundheitsministerium nur noch zur Hälfte ausgelastet. In Baden-Württemberg sei die Zahl der Erstimpfungen in den Impfzentren zuletzt um 70 Prozent eingebrochen, so das Gesundheitsministerium.

Die geringe Auslastung führt dazu, dass vermehrt Impfzentren schließen. Bayern machte letzte Woche erste Zentren zu, auch in den verbliebenen Zentren wurde teilweise die Kapazität reduziert - und das Herunterfahren weiterer fester Standorte werde vorbereitet. In Berlin schloss das Impfzentrum Tempelhof am Mittwoch, drei weitere sollen bis Ende August folgen. In Thüringen soll von vier überregionalen Impfzentren nur das in Erfurt über den Sommer hinaus fortgeführt werden. Andere Länder wie Hessen, Schleswig-Holstein oder Sachsen wollen ihre Zentren bis Ende September offen halten.

Stattdessen setzen viele Länder auf flexible Impfangebote. Beispielsweise sind mobile Impfteams in Fußgängerzonen, an Universitäten oder vor Fußballstadien unterwegs. Vielerorts kann man nun auch ohne Termin in Impfzentren eine Spritze bekommen.

Zwölf weitere Corona-Fälle bei Olympia - Zwei Athleten positiv

Einen Tag vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Tokio haben die Organisatoren zwölf weitere Corona-Fälle vermeldet. Wie das Organisationskomitee in dem am Donnerstag veröffentlichten Tagesbericht bekanntgab, gehören zu den Betroffenen zwei Athleten, die in Japan im olympischen Dorf wohnen. Beide Personen sind keine Japaner. Insgesamt stieg die Zahl der positiven Tests, die seit dem 1. Juli ermittelt wurden, auf 87.Nach Angaben der Organisatoren sind zwei weitere Personen aus dem olympischen Dorf betroffen, dabei handelt es sich nicht um Sportler. Die vier Bewohner des Dorfes mussten sich in Quarantäne begeben. (dpa)

Inzidenz steigt seit über zwei Wochen – 1890 Neuinfektionen

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit über zwei Wochen kontinuierlich an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Donnerstagmorgen lag sie bei 12,2 – am Vortag betrug der Wert 11,4 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. Demnach meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI zuletzt binnen eines Tages 1890 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.11 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 1642 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 42 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 32 Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 750 503 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 642 600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91 458. (dpa)

Kassenärzte fordern mehr Einsatz von Betrieben und Unis beim Impfen

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat mehr Engagement von großen Unternehmen und Universitäten bei der Corona-Impfkampagne gefordert. „Große Arbeitgeber können noch stärker eingreifen, genau wie die Universitäten, wenn die Semester wieder losgehen“, sagte Vize-Chef Stephan Hofmeister der Deutschen Presse-Agentur. „Das halten wir für geeigneter, als mit dem Impfbus abends vor der Disco zu stehen.“ Derzeit zeichne sich in einigen Regionen eine Impfmüdigkeit ab, insbesondere in den Impfzentren gehe die Frequenz der Impfungen deutlich nach unten.

Kassenärzte-Chef Andreas Gassen erklärte, es gebe „eine relevante Zahl von Menschen, die sich schlicht nicht impfen lassen will“.

Desinteressierte könne man „schon ein bisschen schubsen“, etwa indem Bürgertests bald für alle kostenpflichtig würden, die sich theoretisch auch impfen lassen könnten. „Impfen ist der beste Individual-Schutz“, betonte er.

In den Praxen besteht laut Gassen die Gefahr, dass Impfstoff weggeschmissen werden muss, weil er nur in größeren Fläschchen angeboten wird. Um ein Fläschchen voll zu nutzen, müssten in kurzer Zeit sechs Impfpatienten kommen. Das sei aber immer seltener der Fall. „Wichtig wäre, dass die Industrie diesen Impfstoff in Einzeldosen anbietet“, sagte Gassen deshalb. „Sonst wird es zum Verfall von Impfdosen kommen.“ Auch ein Teil der Impfdosen von Astrazeneca und Johnson & Johnson, die derzeit schwerer vermittelbar seien, müssten vielleicht entsorgt werden. „Damit wird man leben müssen.“

Auffrischungsimpfungen sind nach Auffassung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung im Herbst nur für Über-75-Jährige nötig und für chronisch Kranke mit Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken. „Gesunde 20- bis 60-Jährige dagegen sind dieses Jahr noch sicher“, sagte Hofmeister. Gassen plädierte zudem für neue Kriterien zur Bewertung der Corona-Bedrohung. „Es muss zum Beispiel darum gehen, wer wie schwer erkrankt. Wenn wir nur auf die Inzidenz schauen, laufen wir am Ende ohne wissenschaftliche Begründung mal wieder in eine Lockdown-Situation“, warnte er. (dpa)

+++ Mittwoch, 21. Juli +++

Polizei hat „Querdenker“ im Katastrophengebiet im Blick

Im Katastrophengebiet an der Ahr hat die Polizei mögliche Aktivitäten von Rechtsextremisten und der sogenannten „Querdenker“-Szene im Blick. „Wir wissen um die Anwesenheit aus den sozialen Medien und sind natürlich auch selbst präsent vor Ort“, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Man schaue nicht weg. „Wenn Personen aus diesem Spektrum sich da öffentlich darstellen, geht das an uns nicht vorbei. Wir bewerten das polizeilich.“ Am Dienstag hatte die Polizei Koblenz auf Twitter erklärt, ihr sei bekannt, dass sich aktuell Rechtsextremisten als „Kümmerer vor Ort“ ausgäben.

Der Sprecher sagte am Mittwoch weiter, den Behörden sei bekannt, dass sich in dem von den Überflutungen besonders stark betroffenen Ahrweiler ein polizeiähnlicher Wagen mit der Aufschrift „Friedensfahrzeug“ bewege. „Eine solche Lackierung ist nicht verboten, solange nicht Polizei draufsteht, es kein Blaulicht trägt oder ein hoheitliches Polizeiwappen“, sagte der Sprecher. Nach Erkenntnissen der Polizei war am Dienstag aus diesem Fahrzeug heraus die Falschmeldung verbreitet worden, die Zahl der Einsatzkräfte werde verringert. Die Polizei befinde sich aber weiterhin ohne Unterbrechung im Katastrophengebiet. (dpa)

WHO: Studien untermauern Gefährlichkeit von Delta-Variante

Die Delta-Variante des Coronavirus ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen in 124 Ländern nachgewiesen worden, 13 mehr als eine Woche zuvor.

Die WHO zitierte am Mittwoch zwei Studien, die die hohe Gefährlichkeit der Variante untermauern, eine davon aus China und eine aus Kanada. Beide Studien wurden bislang nicht in einem Fachjournal veröffentlicht.

In China wurden Menschen untersucht, die nach Kontakt mit einem Delta-Variante-Infizierten in Quarantäne waren. Der PCR-Test sei bei ihnen schon nach durchschnittlich vier statt wie bei frühen Varianten nach sechs Tagen positiv gewesen. Außerdem sei die Viruslast beim ersten Positiv-Test 1200 mal höher gewesen als bei ursprünglichen Virusvarianten. „Das legt nahe, dass diese besorgniserregende Variante sich möglicherweise schneller vermehrt und in den frühen Stadien der Infektion ansteckender ist“, so die WHO. (dpa)

Tunesiens Gesundheitsminister nach Ansturm auf Impfzentren gefeuert

Tunesiens Gesundheitsminister Faouzi Mehdi muss wohl wegen einer umstrittenen Corona-Impfeinladung für alle volljährigen Bürger des Landes seinen Posten räumen. Ministerpräsident Hichem Mechichi entließ ihn zwar ohne Nennung konkreter Gründe - er zeigte sich am Dienstag aber entsetzt über eine von Mehdi ins Leben gerufene Öffnungsaktion für alle Impfzentren.

Am Montag hatte Mehdi angekündigt, dass anlässlich des Opferfestes am Dienstag und Mittwoch allen Bürgern ab 18 Jahren der Zugang zu den 29 Impfzentren des Landes erlaubt wird. Alle Impfwilligen sollten immunisiert werden - solange der Vorrat reicht. Die Folge: Es kam zu Massenaufläufen und mitunter zu Sachbeschädigungen, in mehreren Fällen musste die Polizei einschreiten. Tunesiens Bestände an Corona-Impfdosen sind äußerst knapp, nicht einmal acht Prozent der Bevölkerung sind bislang vollständig geimpft. (dpa)

Landkreis Aurich bietet offene Impftage an

Der Landkreis Aurich bietet am 27. und 29. Juli 2021 im Auricher EEZ offene Corona-Impftage für Erstimpfungen an. Jeweils von 8-16 Uhr können sich Bürgerinnen und Bürger aus dem Kreisgebiet am Dienstag und Donnerstag mit dem Impfstoff ihrer Wahl – im Rahmen der Verfügbarkeit – impfen lassen. Eine Anmeldung ist hierfür nicht erforderlich, sodass sich auch Spontanentschlossene kurzfristig gegen das Corona-Virus immunisieren lassen können. Allerdings muss ggf. mit Wartezeiten gerechnet werden. Für die Sonderaktion stehen Impfstoffe der Hersteller BionTech, Moderna, Johnson & Johnson sowie AstraZeneca zur Verfügung. Der Landkreis appelliert an bislang nicht geimpfte Bürgerinnen und Bürger, das Angebot zu nutzen. Ursprünglich war an den beiden Tagen eine Impfaktion ausschließlich mit AstraZeneca geplant.

Mobile Impfteams im Einsatz in Wilhelmshaven

Die mobilen Teams des Wilhelmshavener Impfzentrums machen sich erneut auf den Weg in die Stadtteile: Am kommenden Samstag, 24. Juli, werden zwei Impfbusse verschiedene Haltestellen ansteuern. Dort können sich alle Personen über 18 Jahren ohne vorherige Terminvereinbarung eine Impfung mit dem Impfstoff des Herstellers Johnson&Johnson impfen lassen. Mitgebracht werden muss lediglich ein Lichtbildausweis sowie – falls vorhanden – der Impfausweis.

Im Stadtnorden steht der Impfbus von 13 bis 15.30 Uhr in der Flutstraße beim Marktkauf-Parkplatz und von 16 bis 18 Uhr in der Posener Straße auf Höhe des Lidl-Parkplatzes.

Im Stadtsüden ist der Impfbus von 13 bis 14 Uhr in der Pommerschen Straße, von 14.15 bis 15.15 Uhr in der westlichen Marktstraße beim Bordumplatz, von 15.30 bis 16.30 Uhr in der Rüderstraße und von 16.45 bis 18 Uhr in der Rheinstraße/Ansgaristraße zu finden.

Spahn warnt vor deutlicher Zunahme der Corona-Fälle

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Bevölkerung gemahnt, angesichts steigender Corona-Zahlen Schutzmaßnahmen nicht zu vernachlässigen. Derzeit liege die Inzidenz bei rund 11. „Wenn sich das so weiter verdoppelt, alle zwölf Tage, dann werden wir im September die 400 überschreiten, im Oktober 800 - Inzidenz“, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin. Alle miteinander müssten sich die Frage stellen, „wollen wir das passieren lassen“.

Spahn wies darauf hin, wie wichtig es sei, Schulen und Kitas in einem Umfeld niedriger Ansteckungen zu öffnen. Er rief dazu auf, die bekannten Maßnahmen einzuhalten. „Es geht darum, Maske im Innenraum tragen. Sich regelmäßig testen lassen. Wenn man noch nicht geimpft ist, sich impfen lassen“, sagte er. „Wir entscheiden jetzt, jetzt in diesen Tagen des Julis darüber, wie September, Oktober, November werden.“

Die Frage sei auch, was die Entwicklung unter Berücksichtigung der Impfquote für die Hospitalisierung und die mögliche Lage auf den Intensivstationen bedeuten könne. Derzeit seien 75 Prozent der über 60-Jährigen vollständig geimpft, ein Viertel nicht. „Wenn Sie die Maßzahl nehmen, können sie sagen: 200 ist das neue 50“, sagte Spahn. (dpa)

Bundesregierung verlängert Corona-Einreiseregeln bis Mitte September

Die Bundesregierung hat die bestehenden Corona-Regeln für Einreisende bis zum 10. September verlängert und Erleichterungen bei der Quarantäne-Pflicht verabschiedet. Das geht aus einem Kabinettsbeschluss zur Einreiseverordnung hervor, den Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in Berlin vorgestellt hat. Die aktuellen Regeln zur Einreise nach Deutschland unter Pandemiebedingungen hätten regulär nur noch bis zum 28. Juli gegolten.

Die nun beschlossene Änderung der Quarantäne-Regeln sieht vor, dass vollständig Geimpfte, die aus sogenannten Virusvariantengebieten einreisen, künftig ihre Quarantäne vorzeitig beenden können, wenn sie nachweisen, dass ihr Impfschutz gegen die Virusvariante im bereisten Gebiet wirksam ist. Bislang galt auch für vollständig Geimpfte, die aus Virusvariantengebieten einreisen, eine strikte Quarantänepflicht.

Darüber hinaus beschloss das Kabinett eine Neuerung, die greifen soll, wenn ein Virusvariantengebiet zum Hochinzidenz-Gebiet heruntergestuft wird, während sich Rückkehrer noch in Quarantäne befinden. Dann sollen für das Ende der Quarantäne künftig die Regeln für Hochinzidenzgebiete gelten - und folglich eine Verkürzung der 14-tägigen Quarantänepflicht möglich sein. (dpa)

Leopoldina befürchtet wachsende Ungleichheit durch Corona

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina befürchtet langfristig eine Verschärfung der Einkommens-Ungleichheit in Deutschland durch die Corona-Pandemie.

Kurzfristig seien die Einkommensverluste vieler Menschen durch die sozialen Sicherungssysteme begrenzt worden. Langfristig könne die Krise aber erhebliche Auswirkungen auf die Höhe und die Verteilung des Einkommens haben, warnen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in der veröffentlichten Stellungnahme „Ökonomische Konsequenzen der Coronavirus-Pandemie – Diagnosen und Handlungsoptionen“.

Den Experten zufolge stellt die Pandemie die Wirtschafts- und Sozialpolitik in Deutschland mittel- und langfristig vor neuartige Herausforderungen, hat zuvor bestehenden Handlungsbedarf verstärkt, bietet aber auch Chancen. „Die Pandemie kann zur Chance für eine gesellschaftlich breit getragene Modernisierungsinitiative werden, gerade im Bereich staatlichen Handelns“, argumentierte Leopoldina-Vizepräsidentin Regina T. Riphahn.

Wie sich die Ungleichheit in den Haushaltsnettoeinkommen in der Krise entwickelt hat, sei zwar noch unklar, schreiben die Experten. Hart getroffen wurden den Angaben zufolge aber unter anderem Mini-Jobber. Da sie nicht in der Arbeitslosenversicherung versichert sind, bekommen sie auch kein Kurzarbeitergeld. Eine Option könnte sein, die Minijob-Beschäftigten in die Kurzarbeitsregelung einzubeziehen. Die Kritik der Forscher an den 450-Euro-Jobs ist aber grundsätzlicher. „Minijobs erfüllen ihr angestrebte „Brückenfunktion“ für den Übergang aus der Arbeitslosigkeit nicht.“ Es habe sich vielmehr gezeigt, dass sie zum Teil sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse verdrängten. Die Experten regen an, Minijobs ganz abzuschaffen oder zumindest deutlich einzuschränken. (dpa)

Weitere positive Corona-Fälle am Rande der olympischen Spiele

Die niederländische Skateboarderin Candy Jacobs und die chilenische Taekwondo-Kämpferin Fernanda Aguirre sind bei den Olympischen Spielen in Tokio positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Die 31-jährige Jacobs machte ihren Fall bei Instagram öffentlich. Sie kann bei der olympischen Premiere ihrer Sportart am kommenden Montag nicht an den Start gehen. Das Nationale Olympische Komitee Chiles vermeldete, dass die 23 Jahre alte Aguirre bereits bei der Ankunft positiv getestet wurde und ebenfalls nicht antreten kann. Beide müssen in eine zehntägige Quarantäne.

Kurz vor Eröffnung der Olympischen Spiele von Tokio hatten die Organisatoren zuvor acht weitere Corona-Fälle festgestellt. Wie das Organisationskomitee in dem am Mittwoch veröffentlichten Tagesbericht mitteilte, ist auch eine Athletin oder ein Athlet darunter, der nicht im olympischen Dorf wohnt. Insgesamt stieg damit die Zahl der positiven Tests, die seit dem 1. Juli von den Organisatoren ermittelt wurden, auf 75. (dpa)

Frankreich verschärft wieder Corona-Regeln

Im Kampf gegen eine neue Corona-Welle gelten in Frankreich verschärfte Corona-Regeln. Im Kino, Theater oder Museum ist von heute an ein negativer Corona-Test oder ein Impf- oder Genesungsnachweis notwendig. Das gilt, sobald mehr als 50 Menschen zusammenkommen.

Die Änderungen hatte Staatschef Emmanuel Macron in der zurückliegenden Woche angekündigt. Betroffen sind laut Amtsblatt auch andere Veranstaltungen oder Orte wie beispielsweise Messen oder bestimmte Sporteinrichtungen.

Das Land sei zurzeit mit einer vierten Corona-Welle konfrontiert, hatte Regierungssprecher Gabriel Attal am Montag gesagt. Diese Welle könne „sehr hoch“ ansteigen, warnte er. In dem Land mit rund 67 Millionen Menschen hat weit über die Hälfte zumindest eine Impfung erhalten.

Von Anfang August an wird in Land dann auch ein Nachweis in Fernzügen, Bars, Restaurants, Einkaufszentren oder Krankenhäusern verpflichtend sein. Die Regierung brachte dazu ein Gesetz auf den Weg. Ein genauer Termin für die Änderung steht bisher nicht fest.

Auch im neuen Schuljahr große Einschränkungen erwartet

Der Präsident des Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, erwartet auch im kommenden Schuljahr große Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie.

Meidinger äußerte in der Tageszeitung „Die Welt“ die Befürchtung, dass wegen der besonders ansteckenden Delta-Variante des Virus Hunderttausende Schüler in Quarantäne müssen. „Niemand kann ausschließen, dass wir wegen der Delta-Variante und der mangelnden Impfquote eine enorme vierte Welle bekommen, in der dann auch wieder Wechselunterricht nötig wird.“

Meidinger rief die Politik zu Ehrlichkeit auf. „Wer jetzt verspricht, dass es im nächsten Jahr auf jeden Fall vollständigen Präsenzunterricht geben wird, begibt sich auf dünnes Eis“, sagte der Verbandspräsident. „Präsenzunterricht um jeden Preis bedeutet, die Durchseuchung der Schulen in Kauf zu nehmen. So ehrlich sollte Politik das schon sagen.“

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner sprach sich für Corona-Impfungen auch in den Schulen aus. Nach den Sommerferien dürfe es nicht mehr dazu kommen, dass Schulen geschlossen werden müssten, sagte Lindner den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Ich bin dafür, dass es an den Schulen auch Impfangebote für Jugendliche gibt. Das muss man schon jetzt mit mobilen Impfteams in großem Umfang vorbereiten.“ Am Ende müssten Schüler und Eltern aber selbst entscheiden, ob sie eine Impfung wollten.

Bekannter Impf-Arzt räumt Panne ein

Der bundesweit bekannte schwäbische Hausarzt und Impf-Befürworter Christian Kröner hat auf eine Panne bei den Corona-Schutzimpfungen in seiner Praxis hingewiesen.

Der Mediziner teilte seinen Patienten mit, dass Impfstoffe möglicherweise zu warm gelagert worden seien und damit die Wirksamkeit beeinträchtigt sein könnte. „Wir sind alle über diesen Vorfall erschüttert, können es aber leider nicht mehr nachträglich korrigieren“, heißt es in einer Erklärung der Praxis. Mehrere Medien hatten darüber berichtet.

Der Allgemeinarzt aus Neu-Ulm hat in zahlreichen Medien für die Impfung geworben. Wegen seiner Haltung wird er allerdings auch scharf kritisiert. Die Kripo ermittelt wegen zahlreicher Drohungen. (dpa)

Studie: Millionen mehr Corona-Tote in Indien

In Indien könnte während der Corona-Pandemie nach Berechnungen von Experten eine vielfach höhere Zahl von Menschen gestorben sein als offiziell angegeben.

Der US-amerikanische Thinktank Center for Global Development schätzt auf Basis mehrerer Quellen eine Übersterblichkeit von 3,4 bis 4,9 Millionen zusätzlicher Toter seit Pandemiebeginn in dem schwer getroffenen Land im Vergleich zu Todeszahlen vor der Pandemie. Die Forscher betonten allerdings, dass sie keine Schlüsse über die Todesursachen ziehen.

Nach offiziellen Zahlen sind in Indien bislang mehr als 414.000 an Corona erkrankte Menschen gestorben. Besonders im Zusammenhang mit der heftigen zweiten Pandemie-Welle in dem 1,3-Milliarden-Einwohner-Land gehen aber etliche Experten von einer hohen Dunkelziffer aus.

Die Autoren rechneten veröffentlichte Todeszahlen aus sieben Bundesstaaten hoch, wo etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt. Dazu werteten sie Antikörperuntersuchungen in Indien mit internationalen Schätzungen zu altersspezifischen Todesraten von Infizierten aus und nutzten regelmäßige Befragungen von rund 177.000 Haushalten, bei denen auch gefragt wird, ob jemand kürzlich gestorben ist. (dpa)

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