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Lokal26.de Friesland

Corona-Ticker: Spahn wirbt erneut für einheitliches Vorgehen in der Pandemie

04.10.2021

Friesland /Ostfriesland /Wilhelmshaven Das Robert-Koch-Institut meldet 4.844.054 nachgewiesene Corona-Infektionen (+39.676 Neuinfektionen) und 96.963 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus. (Stand: 10. November).

In den Regionen Aurich, Friesland, Wittmund und Wilhelmshaven liegt nach Angaben des Landes Niedersachsen derzeit keine Corona-Warnstufe vor. (Stand: 10. November)

Landkreis Wittmund

Aktuelle Fälle: 39

Insgesamt: 1548 (35 Todesfälle)

(10. November)

Landkreis Aurich

Aktuelle Fälle: 121

Insgesamt: 4597 (62 Todesfälle)

(9. November)

Stadt Wilhelmshaven

Aktuelle Fälle: 132

Insgesamt: 2570 (57 Todesfälle)

(10. November)

Landkreis Friesland

Aktuelle Fälle: 76

Insgesamt: 2017 (42 Todesfälle)

(9. November)

+++ Mittwoch, 10. November +++

Impfaktion in Aurich geplant

Wie der Landkreis Aurrich mitteilt, ist für Donnerstag, 18. November, eine Impfaktion im EEZ – als Standort der mobilen Impfteams – in der Zeit von 8.30 bis 19 Uhr geplant. Erst- und Zweitimpfungen sind für Personen ab 12 Jahren sowie Booster-Impfungen ab 70 Jahren (6 Monate nach der 2. Impfung) möglich. Hierbei kommt nur der Impfstoff von BionTech zum Einsatz. Für die Impfung ist ein Termin erforderlich. Die Terminvergabe ist ab sofort möglich. Hierfür wurde unter https://termine.landkreis-aurich.de/select2?md=14 eigens ein Anmeldeportal eingerichtet.

Nach 2G in Österreich: Gespräche über weitere regionale Maßnahmen

Kurz nach der Einführung der 2G-Regel in Österreich drohen weitere Schritte zur Eindämmung des Coronavirus in den am stärksten betroffenen Regionen. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein kündigte für Mittwochnachmittag Krisengespräche mit den Länderchefs von Oberösterreich und Salzburg an, wo die Sieben-Tage-Inzidenzen zuletzt bei rund 1170 und 930 lagen - weit über dem landesweiten Wert von 710. „Es ist klar: Wir müssen rasch, entschlossen und umfassend handeln“, sagte der grüne Minister nach einer Regierungssitzung in Wien.

„Wir sind in einer Situation, wo wir Maßnahmen besprechen müssen“, sagte Mückstein. Fragen zur Möglichkeit von regionalen Lockdowns beantwortete er nicht. Der Minister wies aber darauf hin, dass in dieser Situation die sozialen Kontakte um rund ein Drittel reduziert werden sollten.

Die Impfraten in Oberösterreich und Salzburg sind mit 59,8 Prozent und 61 Prozent der Bevölkerung die niedrigsten unter den österreichischen Bundesländern. Oberösterreichs Landeschef Thomas Stelzer stellte als Anreiz für noch Ungeimpfte eine Impflotterie mit einem E-Fahrzeug als Hauptgewinn vor. (dpa)

Spahn: „Braucht gemeinsames Vorgehen“

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat erneut für einen einheitlichen Rahmen zum Eindämmen der kritischen Corona-Lage geworben. Vor allem brauche es ein gemeinsames Vorgehen bei Zugangsregeln für Geimpfte, Genesene und Getestete (3G) oder nur für Geimpfte und Genesene (2G), sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im „Frühstart“ bei RTL/ntv. „Wir haben jetzt bald wieder 16 unterschiedliche Regelungen, das führt nicht per se zu mehr Akzeptanz.“ Man müsse diskutieren, ob 2G in bestimmten Bereichen, etwa im Freizeitbereich, flächendeckend im ganzen Bund gelten solle.Spahn warb erneut auch für eine Abstimmung von Bund und Ländern in einer Ministerpräsidentenkonferenz. Dies wäre „ein starkes Signal an die Bürgerinnen und Bürger, Bund und Länder arbeiten zusammen, machen klar, wie ernst die Lage ist.“

Patientenschützer pochen auf breitere „Booster“-Angebote

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz pocht auf rasche, breiter angelegte Angebote zu Corona-Auffrischungsimpfungen für ältere Menschen. „Es ist eine absurde Diskussion“, sagte Vorstand Eugen Brysch am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. „Deutschland streitet über die Impfpflicht und 2G-Maßnahmen, schafft es aber nicht, Impfwilligen ein „Booster“-Angebot zu machen.“ Es würden jetzt schon ältere Menschen und Hochbetagte, deren Impfung über ein halbes Jahr her ist, auf das nächste Jahr vertröstet. „Offenkundig stoßen die niedergelassenen Ärzte trotz der Versprechen ihrer Verbandsführung aktuell an ihre Grenzen“, kritisierte Brysch. Die Länder müssten endlich wieder ein erreichbares, niederschwelliges Impfangebot realisieren. Nötig seien verbindliche Zusagen für 20 Millionen Booster-Impfangebote bis Weihnachten. „Dafür braucht es zusätzlich Impfzentren und mobile Teams.“

Rodgers und die Corona-Impfung: Noch hitziger als alles um Kimmich

Als Quarterback in der NFL kann er in Zukunft so gut spielen wie er will - den vierten MVP-Titel seiner Karriere kann sich Aaron Rodgers nach seiner ganz persönlichen Corona-Impfdebatte wohl abschminken. „Ich denke, das ist eine legitime Aussage“, sagte der Football-Profi der Green Bay Packers am Dienstag. Er lachte bei dem nächsten Auftritt in der US-Talkshow, in der er sich erst am Freitag dazu geäußert hatte, warum er entgegen der Annahme nicht gegen das Coronavirus geimpft ist. Dabei ist das alles gar nicht so lustig für ihn: Rodgers steckt in den USA ähnlich wie Joshua Kimmich in Deutschland im Zentrum eines Entrüstungssturms zum Thema Impfen.

Die Kommentare in Richtung des Super-Bowl-Champions von 2011 sind dabei um einiges schärfer als all die Appelle an Kimmich. Das liegt wohl auch daran, weil sich viele Menschen in den USA von Rodgers bewusst getäuscht fühlen - oder sogar angelogen. Denn noch im August hatte der Teamkollege des Deutsch-Amerikaners Equanimeous St. Brown auf eine Reporter-Frage nach seinem Impfstatus geantwortet: „Ja, ich bin immunisiert.“ (dpa)

Rufe nach bundesweiter 2G-Regelung - Drosten sieht „Notfallsituation“

Angesichts der sich zuspitzenden Corona-Lage mehren sich Rufe nach bundesweiten Einschränkungen für Ungeimpfte sowie Warnungen vor einer zunehmenden Belastung der Krankenhäuser. So plädierten etwa Linksfraktionschef Dietmar Bartsch und die Ärztegewerkschaft Marburger Bund für eine bundesweit geltende 2G-Regelung - also Zutritt etwa zu Veranstaltungen nur für Geimpfte oder Genesene. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sprach sich für schärfere Kontrollen von Maßnahmen aus, insbesondere in der Gastronomie. „Es muss klar sein: Wer sich an das Kontrollieren der 3G- oder 2G-Nachweise als Betreiber nicht hält, der muss die Konsequenzen spüren“, sagte er der „Rheinischen Post“.

Linksfraktionschef Bartsch sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Es geht um eine Güterabwägung und um die Frage, was ist der größere Grundrechtseingriff: Ein erneuter Lockdown mit katastrophalen Folgen, insbesondere für Kinder und Familien, oder ein bundesweit geltendes 2G-Modell.“ Die Corona-Lage sei wieder außer Kontrolle. Bei der Grundfrage der Pandemiebekämpfung dürfe es keinen Flickenteppich und keine falsche Rücksichtnahmen geben. (dpa)

Studie: Corona lässt Mieten im Einzelhandel fallen

Die Corona-Pandemie hat die Mieten im deutschen Einzelhandel bei Neuverträgen einbrechen lassen. Vor allem in den teuren Metropolen gibt es nach Jahren des Booms kräftige Rückgänge, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Studie des Immobilienverbands IVD zeigt.

Die Einzelhandelsmieten fielen demnach im ersten Halbjahr 2021 im Bundesschnitt um gut 10 Prozent gemessen am Vorjahreszeitraum, der von der Pandemie nur teilweise betroffen war. In den sieben größten deutschen Städten - Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf - sanken sie laut IVD noch stärker mit fast 13 Prozent. Die Rückgänge in Klein- und Mittelstädten fielen mit rund einem Prozent bis gut fünf Prozent dagegen deutlich niedriger aus.

Am deutlichsten waren die Nachlässe laut der Studie in München, wo die Mieten für kleine Ladenflächen in neuen Verträgen um fast 27 Prozent einbrachen. In Stuttgart brachen sie um 20 Prozent ein. In Berlin und Düsseldorf war das Minus deutlich geringer (-12). (dpa)

RKI registriert Höchststand an Corona-Neuinfektionen - Knapp 40.000

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut so viele Corona-Neuinfektionen gemeldet wie nie seit Beginn der Pandemie. Sie übermittelten 39 676 neue Fälle binnen eines Tages, wie aus Zahlen des RKI von Mittwochmorgen hervorgeht. Der bisherige Höchststand war am Freitag mit 37 120 gemeldet (Vorwochenwert: 20 398) worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut RKI-Dashboard von 03.50 Uhr bei 232,1. Sie hat damit den dritten Tag in Folge einen Höchstwert erreicht. Bereits am Montag (201,1) und Dienstag (213,7) hatte es Rekorde bei den tagesaktuell vom RKI berichteten Inzidenzen gegeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 146,6 (Vormonat: 66,1) gelegen. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 236 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 194 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4 844 054 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. (dpa)

+++ Dienstag, 9. November +++

SPD fordert Wechsel zum 2G-Modell in Schleswig-Holstein

Die SPD hat eine Verschärfung der Corona-Regeln in Schleswig-Holstein gefordert. „Die SPD-Landtagsfraktion plädiert dafür, dass wir bei Großveranstaltungen auf 2G+ (geimpft oder genesen und getestet) setzen und in allen anderen Bereichen nach Hamburger Vorbild auf ein 2G-Optionsmodell setzen“, sagte die SPD-Fraktionsvorsitzende Serpil Midyatli am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. In der Hansestadt dürfen Betreiber von Geschäften und Einrichtungen ihre Läden bei Nutzung des 2G-Modells (getestet oder genesen) voll auslasten. Die Maskenpflicht entfällt dann.

Schleswig-Holsteins aktuelle Corona-Verordnung läuft am Sonntag aus. Bislang gilt in Innenräumen die 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet).

„Daten aus Österreich, Kanada und Frankeich zeigen, dass 2G für einen Schub an neuen Impfungen sorgt“, sagte Midyatli. „Außerdem schützten wir so die Ungeimpften. Die können sich nämlich auf 3G-Veranstaltungen bei Geimpften anstecken, die nicht getestet wurden, und in der Folge schwer erkranken.“

Die SPD-Fraktion will einen entsprechenden Antrag in die November-Sitzung des Landtags einbringen. Ihre Fraktion habe immer vor einer vierten Welle gewarnt, sagte Midyatli. „Die Landesregierung hat bei ihrer Corona-Politik im September selbstbewusst einen Paradigmenwechsel ausgerufen. Das war schon damals kurzsichtig. Heute noch daran festzuhalten ist fahrlässig.“

Großbritannien: Impfpflicht im Gesundheitswesen

Mitarbeiter des englischen Gesundheitsdiensts NHS mit Patientenkontakt müssen vom kommenden April an vollständig gegen Corona geimpft sein. Das kündigte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid am Dienstag in London an. Nach NHS-Angaben sind bisher bis zu 100 000 Beschäftigte ungeimpft. An diesem Donnerstag läuft bereits eine Frist aus, bis zu der sich Mitarbeiter von Pflegeheimen impfen lassen mussten. Der Chef des Dachverbands NHS Providers, Chris Hopson, warnte davor, die Beschäftigten zu Sündenböcken zu machen. Die Regierung müsse umsichtig agieren, sonst bestehe die Gefahr, dass Angestellte kündigen. Einen solchen Verlust verkrafte der NHS nicht, sagte Hopson dem Sender BBC Radio 4.

Minister Javid sagte, er habe die Bedenken „sorgfältig abgewogen“, sei aber zu einem klaren Schluss gekommen. „Die Daten zeigen deutlich, dass unsere Impfungen Menschen geschützt haben, und dass sie Leben gerettet haben“, so der Minister. Rückenwind erhielten die Unterstützer einer Impfpflicht von einem Bericht der Zeitung „Daily Telegraph“. Demnach haben sich in England Zehntausende Menschen in Kliniken mit Corona infiziert, die wegen anderer Krankheiten dort behandelt wurden. Mindestens 11 600 Patienten seien gestorben.

Auch in anderen Ländern gilt eine Impfpflicht für Beschäftigte des Gesundheitswesens, etwa in Frankreich.

Wüst fordert kostenlose Corona-Schnelltests

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) fordert wieder kostenlose Corona-Schnelltests, mindestens für Geimpfte und Genesene. Außerdem müsse es Wiederauffrischungsimpfungen geben. Für die gesamte Bevölkerung seien niedrigschwellige Impfangebote nötig, sagte Wüst am Dienstag in Düsseldorf. Das könnten zum Beispiel Impf-Busse sein oder Angebote an U-Bahnstationen.

THW Kiel führt wieder Maskenpflicht für Zuschauer ein

Bei den Heimspielen der Handballer des THW Kiel in der Bundesliga und in der Champions League gilt für die Zuschauer wieder eine Maskenpflicht. „Aufgrund der aktuell steigenden Corona-Fallzahlen hat sich der THW Kiel entschlossen, zum Schutz aller Besucher bei seinen Heimspielen in der nahezu vollbesetzten Wunderino Arena bis auf Weiteres präventiv wieder das Tragen einer medizinischen oder FFP-2-Maske zur Pflicht zu machen“, teilte der Rekordmeister am Dienstag auf seiner Homepage mit. Die Regelung gilt bereits am Donnerstag für das Heimspiel gegen den Bergischen HC.

„Die Entscheidung zur Rückkehr zur Maskenpflicht wurde auf Anraten der medizinischen Abteilung des THW Kiel und in enger Abstimmung mit dem Institut für Infektionsmedizin der Christian-Albrechts-

Universität zu Kiel getroffen“, hieß es in der Clubmitteilung. Beim Essen oder Trinken kann die Maske abgesetzt werden. Ausgenommen von der Pflicht sind nur Kinder unter drei Jahren.

Corona-Fälle bei Fußball-Nationalmannschaft

Nach dem Corona-Schreck zog sich Hansi Flick mit seinen Nationalspielern ins Teamhotel zurück. Kein Training auf dem Rasen. Keine Außenkontakte. Im Ritz Carlton von Wolfsburg griff am Dienstagvormittag der Notfallplan der Nationalmannschaft. Wie der Deutsche Fußball-Bund am Dienstagmittag bestätigte, ist Bayern-Profi Niklas Süle positiv auf das Coronavirus getestet. Das Gesundheitsamt in Wolfsburg ordnete daraufhin Quarantäne auch für Süles Münchner Teamkollegen Joshua Kimmich, Serge Gnabry und Jamal Musiala sowie Karim Adeyemi von Red Bull Salzburg an, die gemeinsam angereist waren.

Nach der emotionalen Debatte um Impf-Skeptiker Joshua Kimmich wurde das DFB-Ensemble somit kurz vor den letzten beiden Spielen in der WM-Qualifikation schon wieder von der Pandemie eingeholt. „Diese Nachricht ist so kurz vor den abschließenden beiden Spielen in der WM-Qualifikation sehr bitter - für das Trainerteam wie für die gesamte Mannschaft. Aber die Gesundheit geht selbstverständlich vor“, wurde DFB-Direktor Oliver Bierhoff in einer Mitteilung zitiert.

Laut DFB ist Süle doppelt geimpft und derzeit symptomfrei. Ob die Kontaktpersonen den vollen Impfschutz haben, blieb zunächst offen.

WHO warnt vor Engpass bei Impfspritzen

Angesichts der Milliarden von Corona-Impfungen weltweit droht nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein Engpass bei Impfspritzen. Im kommenden Jahr könnten ein bis zwei Milliarden Spritzen fehlen, sagte WHO-Spezialistin Lisa Hedman am Dienstag in Genf. Betroffen wären dann vor allem ärmere und kleine Länder, die nur kleine Bestellungen aufgeben und deshalb bei den Herstellern keine Priorität hätten.

Die WHO ruft Mitgliedsländer deshalb auf, langfristig zu planen und zu ordern, damit Hersteller entsprechend ihre Kapazität erhöhen können. Das brauche sechs Monate Vorlauf. Wenn reiche Länder Corona-Impfstoffe an ärmere Länder abgeben, sei es sinnvoll, die Spritzen gleich mitzuliefern, sagte Hedman.

Im Jahr werden nach WHO-Schätzungen weltweit 16 Milliarden Injektionen gegeben. Vor der Corona-Pandemie entfielen fünf bis zehn Prozent davon auf Impfungen, also bis zu 1,6 Milliarden. Weltweit sind nach Schätzungen der WHO nun zusätzlich bereits 6,8 Milliarden Impfdosen mit Corona-Impfstoffen verabreicht worden.

Spritzen für Impfungen unterscheiden sich von solchen für andere Zwecke. Die Nadel ist in der Regel fest mit der Spitze verbunden. Es sind für Impfungen vor allem so genannte AD-Spritzen in Einsatz. Sie haben einen Mechanismus der sicherstellt, dass sie nur einmal verwendet werden. (AD steht für auto-disable - Selbstzerstörung).

Hersteller können bislang nach WHO-Schätzungen rund 6 Milliarden AD-Spritzen im Jahr produzieren. Die größten Exportländer seien Indien und China. Der Bedarf könne im nächsten Jahr vier bis sieben Mal über dem Jahresbedarf von vor der Corona-Pandemie liegen.

Wenn nicht genügend Impfspritzen vorhanden seien, könnte es sein, dass auf Routine-Impfungen wie gegen Mars, Mumps und Röteln verzichtet werden müsse, sagte Hedman. Das hätte verheerende Auswirkungen für die Kinder.

Sachsen bleibt Negativ-Spitzenreiter bei Corona-Infektionen

Sachsen bleibt das Bundesland mit der höchsten Corona-Infektionsrate. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Sieben-Tages-Inzidenz am Dienstag mit 483,7 an. Das war etwas niedriger als am Montag, aber immer noch der höchste Wert aller Bundesländer. Bundesweit kletterte die Inzidenz auf 213,7 - so hoch wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Der Wert gibt an, wie viele Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen gemeldet wurden.

Laut RKI kamen 1545 neue Fälle in Sachsen dazu. Die höchste Inzidenz der 13 Regionen im Freistaat wies mit 864,2 der Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge aus. Das war nach dem Landkreis Miesbach in Bayern der bundesweit zweithöchste Wert. Der Landkreis Meißen liegt mit einem Wert von 723,5 ebenfalls unter den bundesweit zehn Landkreisen mit dem stärksten Infektionsgeschehen. (dpa)

Müller rechnet mit Länder-Abstimmung zu Corona in kommender Woche

Berlins scheidender Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) geht davon aus, dass sich die Länderchefs bald wieder gemeinsam über Corona-Maßnahmen abstimmen werden. „Es ist nötig, und ich gehe auch davon aus, dass wir im Laufe der nächsten Woche wieder zusammenkommen werden“, sagte Müller am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“.

Gerade mit Blick auf grenzüberschreitende Fragen für Arbeitnehmer sei es gut, sich abzustimmen. Allerdings werde es weiterhin regionale Anpassungen in den einzelnen Ländern geben, „weil wir auch bei den steigenden Zahlen ja sehen, dass manche Bundesländer noch besser dastehen als andere“, betonte Müller. (dpa)

Sieben-Tage-Inzidenz bei 213,7 - Höchster Wert seit Pandemie-Beginn

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut angestiegen und hat den zweiten Tag in Folge einen Höchstwert erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 213,7 an. Bereits am Montag hatte es mit 201,1 einen Rekord bei den tagesaktuell vom RKI berichteten Inzidenzen gegeben.

Vor einer Woche hatte der Wert bei 153,7 (Vormonat: 64,4) gelegen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 21 832 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.00 Uhr wiedergeben. Am Freitag hatte die Zahl der Neuinfektionen mit 37 120 einen Rekordwert seit Beginn der Pandemie erreicht. Vor genau einer Woche hatte der Wert bei 10 813 Ansteckungen gelegen.

Thailand meldet erstmals seit Monaten weniger als 7000 Neuinfektionen

Die Behörden in Thailand haben erstmals seit Monaten wieder weniger als 7000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages registriert. Am Dienstag wurden 6904 neue Fälle verzeichnet - das ist offiziellen Statistiken zufolge der niedrigste Wert seit Anfang Juli. 61 Menschen in dem beliebten Urlaubsland mit 70 Millionen Einwohnern starben innerhalb eines Tages in Verbindung mit Covid-19.

Der Verlauf des jüngsten, von der Delta-Variante angetriebenen Ausbruchs in Thailand ist ungewöhnlich: Zwar sind die Zahlen seit August - als ein Höchstwert von mehr als 23 000 Neuinfektionen verbucht worden war - gesunken, jedoch stagnierten sie lange zwischen 9000 und 12 000 neuen Fällen am Tag.

Derweil hofft das südostasiatische Land seit gut einer Woche auf den Neustart der wichtigen Tourismusbranche. Seit dem 1. November dürfen vollständig Geimpfte aus 63 Ländern quarantänefrei in Thailand Urlaub machen. Benötigt werden unter anderem ein PCR-Test vor Abreise und einer nach der Ankunft sowie eine Hotelbuchung für die erste Nacht. Zudem müssen Interessenten sich online für den so genannten „Thailand Pass“ registrieren.

Patientenschützer macht Druck bei kostenlosen „Bürgertests“

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat dazu aufgerufen, die Pläne für eine Rückkehr zu kostenlosen sogenannten Bürgertests so schnell wie möglich umzusetzen. „Wenn jetzt nichts geschieht, fällt ein weiteres gemeinsames Weihnachtsfest der Pandemie zum Opfer“, sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. Die Rückkehr zu den Bürgertests sei überfällig, um das Virus effizient zu enttarnen. Die entsprechende Verordnung lasse auf sich warten, kritisierte Brysch. „Wieder verspielt Deutschland wertvolle Zeit.“ Der amtierenden Bundesregierung müsse klar sein, dass eine Wiederbelebung der erforderlichen Teststrukturen Wochen dauern werde.Vertreter der voraussichtlichen künftigen Ampel-Koalition hatten am Montag deutlich gemacht, dass sie eine Wiedereinführung der kostenfreien Schnelltests für alle planen. Nach Angaben des geschäftsführenden Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU) laufen darüber mit den Ampel-Vertretern derzeit Gespräche. Seit dem 11. Oktober gibt es die kostenfreien Schnelltests nur noch für bestimmte Gruppen, die sich nicht impfen lassen können, etwa Kinder unter 12 Jahren.

+++ Montag, 8. November +++

Hessen weitet Corona-Maßnahmen für Ungeimpfte aus

Hessen verschärft die Corona-Regeln für Menschen ohne Impfschutz und für Beschäftigte, die am Arbeitsplatz Kontakt zu externen Kunden haben. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss demnach zur Teilnahme an 3G-Veranstaltungen oder beim Betreten von vielen 3G-Einrichtungen in Zukunft einen aktuellen PCR-Test vorlegen. Ein Antigen-Schnelltest reiche dazu nicht mehr aus. Das hat Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Montag in Wiesbaden als Konsequenz aus den steigenden Corona-Zahlen angekündigt.

Die PCR-Testpflicht betrifft konkret die Innenbereiche bei Veranstaltungen, Messen und im Kulturbetrieb, in Freizeiteinrichtungen, Sport- und Gaststätten sowie Spielhallen.

Hessen hatte bereits in der vergangenen Woche die Testpflicht in Alten- und Pflegeheimen sowie in Krankenhäusern verschärft. Das werde nun auf weitere Bereiche ausgeweitet, sagte Bouffier. Auch am Arbeitsplatz gelte künftig die 3G-Regel immer dann, wenn die Beschäftigten Kontakt zu externen Kunden haben. Davon betroffen seien etwa das Personal in Supermärkten, im Öffentlichen Personennahverkehr sowie beim Friseur.

Damit setze Hessen auf eine Regelung des Bundes auf, die entsprechende Testmöglichkeiten zweimal pro Woche am Arbeitsplatz vorschreibt. In Hessen müssen diese Tests von den Beschäftigten angesichts der aktuellen Infektionslage auch verpflichtend genutzt werden, betonte der Regierungschef. (dpa)

58 Millionen Menschen mindestens einmal gegen Corona geimpft

In Deutschland sind mittlerweile 58 Millionen Menschen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Das entspricht bei den Erstimpfungen einer Quote von 69,7 Prozent, wie aus den Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Montag hervorgeht. Den vollständigen Impfschutz haben demnach 55,8 Millionen Menschen, also 67,1 Prozent der Bevölkerung. Rund 2,7 Millionen Menschen haben nach Angaben des Instituts zusätzlich eine Auffrischungsimpfung, eine sogenannte Booster-Impfung, erhalten.

Das RKI geht allerdings davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen: Eine hundertprozentige Erfassung der Impfungen könne durch das Meldesystem nicht erreicht werden, heißt es auf der Impfübersicht des RKI.

Weiterhin gibt es beim Stand der Impfungen gegen das Coronavirus erhebliche regionale Unterschiede: Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 81,4 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Es folgen das Saarland, Hamburg und Schleswig-Holstein. Bis auf Sachsen (59,3 Prozent) haben alle Bundesländer die 60-Prozent-Marke überschritten. Bremen zählt mit 78,7 Prozent ebenfalls den höchsten Anteil an vollständig geimpften Einwohnern. Sachsen ist hier mit 57,1 Prozent am Ende der Rangliste. (dpa)

Corona-Impfungen: Nachfrage wächst wieder

Mit dem starken Anstieg der Corona-Zahlen wächst auch die Nachfrage nach Impfungen wieder. In Sachsen seien die 30 mobilen Impfteams an der Belastungsgrenze, erklärte das Deutsche Rote Kreuz am Montag auf Anfrage. Statt der geplanten 3000 Impfungen seien am Samstag 4500 verabreicht worden. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) will die Kapazität dieser Impfteams verdoppeln.

In Baden-Württemberg meldete die Kassenärztliche Vereinigung ebenfalls neues Interesse an Corona-Impfungen. Deren Zahl sei in den vergangenen vier Wochen kontinuierlich gestiegen. Lag sie den Angaben zufolge Anfang Oktober noch bei 85 000 Dosen in einer Woche, so stieg sie auf zuletzt 107 000. Davon waren in der vergangenen Woche rund 65 000 Erst- und Zweitimpfungen und 42 000 Mal Auffrischimpfungen.

Sachsen hatte mit einer Inzidenz von 491,3 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner und sieben Tage am Montag den höchsten Wert bundesweit. Wegen der dramatischen Entwicklung gilt dort nun die sogenannte 2G-Regel unter anderem für Gaststätten. Das heißt, nur Genesene und Geimpfte haben Zutritt, ein negativer Test reicht nicht. Auch in Baden-Württemberg steht die 2G-Regel zur Debatte. Ob solche Einschränkungen für Ungeimpfte oder aber die steigenden Fallzahlen die Nachfrage nach Impfungen beleben, ist unklar.

Niedersachsen lag mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 104,7 am Montag weit unter dem Bundesdurchschnitt von 201,1. Auch dort wächst jedoch die Nachfrage nach Impfungen. In der vergangenen Woche seien deutlich mehr Menschen geimpft worden als in der Vorwoche, erklärte die Kassenärztlichen Vereinigung. Die Zahl stieg von knapp 70 000 auf rund 110 000. Vor allem Auffrischungsimpfungen nähmen Fahrt auf, aber auch Erst- und Zweitimpfungen nähmen zu. Die Kassenärztliche Vereinigung geht davon aus, dass Regeln wie 2G dazu führen, dass sich manche Menschen nun doch für eine Corona-Impfung entscheiden. (dpa)

Weltweit mehr als 250 Millionen bestätigte Corona-Infektionen

Die Zahl der weltweit nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen ist seit Beginn der Pandemie auf mehr als 250 Millionen gestiegen. Das ging am Montag aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore hervor. Die Marke von 200 Millionen Infektionen war Anfang August erreicht worden. Mehr als fünf Millionen Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion wurden bislang weltweit gemeldet. Experten gehen sowohl bei den Infektionen als auch bei den Todesfällen von höheren Dunkelziffern aus.

Die Webseite der Johns-Hopkins-Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt einen etwas höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen aber auch wieder nach unten korrigiert. Die WHO zählte zuletzt weltweit 248,5 Millionen bestätigte Infektionen. Die Zahl der weltweit verabreichten Corona-Impfdosen liegt laut WHO inzwischen bei rund sieben Milliarden.

Die meisten bestätigten Infektionen gibt es den Johns-Hopkins-Daten zufolge bislang mit rund 46 Millionen in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern. Auf Platz zwei steht mit rund 34 Millionen Infektionen Indien mit einer Bevölkerung von rund 1,3 Milliarden Menschen, gefolgt von Brasilien mit fast 22 Millionen gemeldeten Corona-Fällen. In Deutschland gibt es den US-Forschern zufolge knapp 4,8 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2. (dpa)

Altmaier: Aufhebung der epidemischen Lage wäre schwerer Fehler

Der geschäftsführende Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat die von SPD, Grünen und FDP geplante Aufhebung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite als schweren Fehler bezeichnet. Altmaier schrieb am Montag auf Twitter, die Ampel-Koalition habe eine faire Chance verdient, insbesondere für mehr Klimaschutz und Wachstum. „Die Aufhebung der pandemischen Lage wäre derzeit aber ein schwerer Fehler & das völlig falsche Signal. Es wäre ein Zeichen von Größe, das zu ändern.“

Die epidemische Lage endet am 25. November. Zuvor wollen die Fraktionen von SPD, Grünen und FDP neue Leitplanken zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschließen. Über den Entwurf soll der Bundestag nach jetziger Planung am kommenden Donnerstag beraten. (dpa)

Geimpfte Ausländer dürfen wieder in die USA einreisen

Ausländer dürfen nach einer vollständigen Impfung gegen das Coronavirus mit international anerkannten Präparaten ab sofort wieder in die USA einreisen. Die entsprechende Regelung trat nach einer Proklamation von US-Präsident Joe Biden um 0.01 Uhr (Ortszeit/6.01 Uhr MEZ) am Montag in Kraft.

Damit ist auch für vollständig geimpfte ausländische Reisende aus Deutschland und anderen Schengen-Staaten die direkte Einreise wieder möglich. Bislang war dafür eine Sondergenehmigung der US-Regierung notwendig. Vom größten deutschen Flughafen in Frankfurt startet am Vormittag eine ganze Flotte Passagierflugzeuge über den Atlantik.

Der damalige US-Präsident Donald Trump hatte im März 2020, zu Beginn der Corona-Pandemie, eine Einreisesperre für Ausländer aus weiten Teilen Europas angeordnet. Die Einreise aus dem Schengen-Raum, Großbritannien und Irland wurde bis auf wenige Ausnahmen untersagt. Auch für Ausländer aus Indien, China, Brasilien, Südafrika und dem Iran verhängten die USA wegen der Pandemie weitreichende Einreisesperren und hielten diese über viele Monate rigoros aufrecht. (dpa)

In Österreich gilt nun 2G - Schärfere Maßnahmen nicht ausgeschlossen

In Österreich dürfen Menschen ohne Impfschutz nicht mehr in Restaurants essen gehen, Sportveranstaltungen besuchen oder Skilifte benutzen. Am Montag trat für viele Freizeitaktivitäten die sogenannte 2G-Regel in Kraft, nur mehr Geimpfte und von Covid-19 Genesene haben daher Zutritt. Bislang haben mehr als ein Viertel der Menschen in Österreich ab 12 Jahren noch kein Impfzertifikat - das ist einer der Hauptgründe für die steil ansteigenden Fallzahlen und die sich füllenden Krankenhäuser. Die 2G-Regel gilt in Lokalen, bei Veranstaltungen, in Hotels sowie bei sogenannten körpernahen Dienstleistern wie Friseursalons oder Massagestudios. „Wir gehen schon davon aus, dass das einen starken Beitrag zur Eindämmung des Geschehens leisten kann“, sagte Vizekanzler Werner Kogler am Sonntag in einem ORF-Fernsehinterview zur neuen Regelung. „Regional können natürlich zusätzliche Maßnahmen gesetzt werden, wenn es notwendig ist“, sagte er im Hinblick auf die extrem hohen Infektionszahlen in manchen Bundesländern. (dpa)

7-Tage-Inzidenz bei 201,1 – Höchster Wert seit Beginn der Pandemie

Die 7-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen hat den höchsten Wert seit Beginn der Corona-Pandemie erreicht. Das Robert Koch-Institut gab die Zahl der bestätigten Fälle pro 100 000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 201,1 an. Der bisherige Rekordwert wurde auf dem Höhepunkt der zweiten Corona-Welle am 22.12.2020 mit 197,6 erreicht. Es ist wichtig zu beachten, dass anders als vor einem Jahr mittlerweile viele Menschen geimpft sind, insbesondere unter den besonders gefährdeten Hochbetagten ist die Quote hoch. Experten gehen deshalb davon aus, dass das Gesundheitssystem jetzt mehr Neuinfektionen aushalten kann als vor den Impfungen, da diese sehr gut vor schweren Krankheitsverläufen schützen.

Am Vortag hatte die Inzidenz bei 191,5 gelegen, vor einer Woche bei 154,8 (Vormonat: 63,8) Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 15 513 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.15 Uhr wiedergeben. Am Freitag hatte die Zahl der Neuinfektionen mit 37 120 einen Rekordwert seit Beginn der Pandemie erreicht. Vor genau einer Woche hatte der Wert bei 9658 Ansteckungen gelegen. (dpa)

+++ Sonntag, 7. November +++

Corona-Regeln in den Niederlanden wieder verschärft

Mehrere Tausend Menschen haben am Sonntag in Den Haag gegen die am Wochenende verschärften Corona-Maßnahmen in den Niederlanden demonstriert. Seit Samstag gilt angesichts stark gestiegener Infektions- und Patientenzahlen die Maskenpflicht wieder für alle öffentlich zugänglichen Orte wie Geschäfte, Bibliotheken, Bahnhöfe, Krankenhäuser und Hochschulen. Der Nachweis von Impfung, Genesung oder Corona-Test ist nun für mehr Orte wie etwa Sportclubs, Fitnesscenter und Zoos verpflichtend. Bürger sollen auch wieder den Sicherheitsabstand von 1,5 Meter wahren.

Auf der Demonstration in Den Haag verglich eine Rednerin die Corona-Regeln mit Maßnahmen der deutschen Besatzer während der Nazi-Zeit und sprach zugleich von einer „Apartheid der Ungeimpften“. Weitere Punkte der Kritik auf der Kundgebung neben der Corona-Politik waren die Wohnungsnot, Altersarmut und weitere soziale Probleme.

Der Vorsitzende des landesweiten Sicherheitsrats, Hubert Bruls, zog indessen eine positive Bilanz nach der Verschärfung der Corona-Regeln. „Ich habe den Eindruck, dass allen durch die beunruhigenden Zahlen steigender Infektionen klar ist, dass wenn wir dies jetzt nicht tun, wir noch zu viel ernsteren Maßnahmen greifen müssen“, sagte Bruls in den NOS-Fernsehnachrichten am Samstagabend. „Ich habe nicht den Eindruck, dass wir mit dem ersten Tag unzufrieden sein müssen.“

Erst vor gut einem Monat hatten die Niederlande viele Maßnahmen aufgehoben und etwa die Abstandsregel abgeschafft. Daraufhin waren die Infektionszahlen schnell gestiegen. (dpa)

Andrang bei Österreichs Impfzentren vor Einführung der 2G-Regel

Vor Inkrafttreten der 2G-Regel in Österreich haben viele Impfstationen am Wochenende einen großen Zulauf verzeichnet. Ab Montag dürfen die meisten Ungeimpften nicht mehr Lokale, Hotels, Veranstaltungen und Friseure besuchen. Wegen des exponentiellen Anstiegs an Corona-Infektionen hat die Regierung entschieden, den Zutritt auf Geimpfte und Genesene zu beschränken. Die Regelung werde wohl mindestens bis Weihnachten in Kraft bleiben, sagten der konservative Kanzler Alexander Schallenberg und der grüne Vizekanzler Werner Kogler der „Kronen Zeitung“ (Sonntag).

Nach der Ankündigung der Maßnahme am Freitag stieg die Wartezeit in der größten Impfstraße Wiens auf eineinhalb Stunden. In Salzburger Land holten sich am Samstag knapp 1400 Menschen spontan ohne Termin einen Stich - in den Wochen zuvor waren es nur 2000 pro Woche gewesen. Auch in anderen Regionen wie Vorarlberg war der Andrang groß. Der Druck auf Ungeimpfte, sich doch die erste Dosis zu holen, stieg in den letzten Tagen aber nicht nur wegen der kommenden 2G-Regel. Seit Anfang November müssen nicht geimpfte oder genesene Arbeitende in ihren Betrieben mehrmals wöchentlich einen Testnachweis mitbringen (3G-Regel). (dpa)

Österreich vor schwieriger Wintersaison

Österreich steht vor einer schwierigen Wintersaison. Mögliche Reisewarnungen wegen der aktuell hohen Coronazahlen hingen wie ein Damoklesschwert über der Hotel- und Gaststättenbranche, sagte die Hotellerie-Sprecherin in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Susanne Kraus-Winkler. Obendrein würden in den nächsten Wochen noch etwa 8000 bis 10 000 Saisonkräfte gesucht. „Wir haben fast weltweit einen Mitarbeitermarkt, so dass sich die Kräfte ihre Stellen sehr genau aussuchen“, sagte Kraus-Winkler der dpa. Manche Hotels hätten mehrere Angestellte allein für die Suche nach weiteren Mitarbeitern abgestellt. Ein großes Problem sei zudem, dass wohl bis zu 3000 Kräfte mit dem russischen Impfstoff Sputnik V geimpft seien, der aber wegen fehlender Zulassung in Österreich nicht anerkannt werde.

„Wir drängen die Bundesregierung seit Wochen, hier aktiv zu werden und zum Beispiel Kreuz-Impfungen mit anderen Stoffen als Impfnachweis gelten zu lassen“, so Kraus-Winkler weiter. Auch bei Gästen aus Osteuropa zeichne sich hier ein Problem ab. Viele Hotels tendierten schon länger zu einer 2G-Regel für Geimpfte und von Corona Genesene, wie sie nun ab Montag gilt. „Lieber eine sichere Saison als gar keine Saison“, sei das Motto, so Kraus-Winkler. Nach dem Ausfall der Wintersaison 2020/2021, deren Folgen teilweise durch Hilfszahlungen abgefedert wurden, könnten sich viele in der Branche einen zweiten ausgefallenen Winter wohl nicht mehr leisten. „Das geht dann an die Reserven“, so Kraus-Winkler.

Angesichts der knappen Personaldecke müsse der Gast zwar keine Qualitätseinbußen befürchten, allerdings vielleicht mit gewissen Einschränkungen leben. So könne es sein, dass manche Speisekarte nicht ganz so üppig ausfallen werde. Wer ein Menü- und ein À-la-carte-Restaurant betreibe, werde Letzteres vielleicht nicht sieben, sondern nur vier Tage öffnen. Solche Maßnahmen passten aber schon wieder in das Thema Nachhaltigkeit. „Es geht um sinnvolle Vielfalt, nicht um extreme Vielfalt“, so die Expertin. In der Wintersaison stehe für das vom Tourismus stark abhängige Österreich jedenfalls viel auf dem Spiel. „Das Vertrauen in das Produkt Wintersaison darf nicht erschüttert werden.“ (dpa)

Ärztekammer für schnelle Wiedereinführung kostenloser Corona-Tests

Die Bundesärztekammer fordert eine schnelle Rückkehr zu kostenlosen Corona-Schnelltests. Das Ende der Kostenübernahme für sogenannte Bürgertests habe nicht dazu geführt, Impfunwillige zu einer Impfung zu motivieren, sagte Präsident Klaus Reinhardt den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag). Bund und Länder sollten deshalb den Mut aufbringen, diese Fehlentscheidung schnell und konsequent zu korrigieren.

Seit dem 11. Oktober sind Corona-Schnelltests in Deutschland nur noch in Ausnahmefällen kostenlos. Der Bund hat die Finanzierung eingestellt, viele Teststationen sind inzwischen geschlossen. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass nun jeder die Möglichkeit habe, sich durch eine Impfung zu schützen. Gratis-Schnelltests gibt es seither nur noch für Menschen, die sich nicht impfen lassen können, darunter Kinder unter 12 Jahren, sowie übergangsweise für 12- bis 17-Jährige und Schwangere.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst forderte kostenlose Corona-Tests für Geimpfte und Genesene. „Die hohen Infektionszahlen unter Ungeimpften führen zu immer mehr Durchbrüchen auch bei den Geimpften“, sagte der CDU-Politiker der „Bild am Sonntag“. Kostenlose Schnelltests für Geimpfte und Genesene würden es auch für Menschen mit wenig Geld leichter machen, sich und andere zu schützen, ohne den Anreiz zum Impfen auszusetzen.

Ärztepräsident Reinhardt betonte, gerade in der kalten Jahreszeit mit vielen Freizeitaktivitäten in Innenräumen brauche man aber wieder niedrigschwellige, kostenlose Testangebote, um die Weiterverbreitung des Virus zu bremsen. „Die Neuregelung muss jetzt schnell kommen, möglichst noch mit der Änderung des Infektionsschutzgesetzes Mitte November.“

Da das Virus auch von Geimpften weiterverbreitet werden kann, forderte der Ärztepräsident „eine funktionierende und flächendeckende Teststrategie für alle, also auch für Geimpfte“. In Regionen mit hohen Inzidenzen sollte etwa für Teilnehmer von risikoreichen Veranstaltungen wie Clubbesuchen zusätzlich zur 2G-Regelung ein negativer Schnelltest Zutrittsvoraussetzung sein. Das würde bedeuten, dass auch Geimpfte und Genesene nur mit Negativtest Zutritt hätten. (dpa)

Kuba und Jamaika keine Corona-Hochrisikogebiete mehr

Kuba, Jamaika und mehrere weitere Karibikinseln werden von der Bundesregierung seit Sonntag nicht mehr als Corona-Hochrisikogebiete geführt. Wie das Robert Koch-Institut bereits am Freitag mitgeteilt hatte, wird auch Myanmar in Südostasien von der Risikoliste gestrichen. Damit entfallen für diese Länder alle Quarantäneregeln wegen Corona.

Wer nicht vollständig geimpft oder genesen ist und aus einem Hochrisikogebiet einreist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich erst nach fünf Tagen mit einem negativen Test davon befreien. Von den Karibikstaaten sind auch Antigua und Barbuda, St. Lucia und Grenada nun nicht mehr von dieser Regelung betroffen. Außerdem werden die niederländischen Inseln Aruba, Curaçao und St. Martin von der Risikoliste gestrichen.

Weltweit stehen derzeit rund 70 Länder ganz oder teilweise auf der Risikoliste des RKI. Als Hochrisikogebiete werden Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Dafür sind aber nicht nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems oder auch fehlende Daten über die Corona-Lage. (dpa)

+++ Samstag, 6. November +++

Mehr als 1000 Menschen bei Demo gegen Corona-Maßnahmen in Leipzig

Ein Jahr nach einer eskalierten Demonstration der „Querdenker“-Szene in Leipzig haben sich in der Stadt erneut weit mehr als Tausend Menschen versammelt. „Unser absolutes Ziel ist, dass es keinen Aufzug gibt“, sagte Polizeisprecher Olaf Hoppe am Samstag. Die Polizei war mit zahlreichen Kräften vor Ort und erhielt dabei auch Unterstützung aus anderen Bundesländern.

Die „Bewegung Leipzig“ wollte am Nachmittag für Freiheit und gegen die Corona-Maßnahmen demonstrieren. Auch eine Demo gegen eine Impfpflicht war geplant. Ursprünglich hatte die „Bewegung Leipzig“ 3000 Teilnehmer angemeldet und es sollte einen Marsch über den geschichtsträchtigen Leipziger Ring geben. Wegen der verschärften Corona-Lage in Sachsen sind aber nur noch stationäre Kundgebungen mit maximal 1000 Teilnehmern zulässig. Schon am frühen Nachmittag wurde der Versammlungsort abgeriegelt, weil die Zahl erreicht war. Allerdings hielten sich außerhalb noch viele weitere Anhänger auf.

Am 7. November 2020 hatte es eine „Querdenken“-Demonstration mit mindestens 20 000 Teilnehmern in Leipzig gegeben. Auch damals war ein Zug über den Leipziger Ring nicht gestattet. Nachdem die Kundgebung wegen zahlreicher Verstöße gegen Auflagen aufgelöst worden war, hatten jedoch Tausende den Gang über den Ring erzwungen. Der Ring ist der Ort der Montagsdemonstrationen während der friedlichen Revolution 1989. (dpa)

Immer mehr Attacken gegen impfende Ärzte

Impfgegner schrecken immer seltener vor verbaler oder körperlicher Gewalt gegen Ärzte zurück. Das Bundeskriminalamt schätzt daher „Impfgegner oder Corona-Leugner“ als „relevantes Risiko“ im Zusammenhang mit Angriffen auf Impfzentren oder Arztpraxen ein. Für das „dort tätige Personal besteht die Gefahr, zumindest verbalen Anfeindungen bis hin zu Straftaten“ wie etwa Körperverletzung ausgesetzt zu sein, teilte das Bundeskriminalamt der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ mit. Genaue Zahlen gibt es zwar noch nicht. In vielen Fällen ermittelt aber der Staatsschutz.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, bestätigte der Zeitung die Bedrohungslage. Er erklärte, die Entwicklung sei Teil einer „Hysterisierung der Gesellschaft“, unter der nun das medizinische Personal in den Arztpraxen leiden müsse. Ulrich Weigeldt, Vorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes, monierte, dass insbesondere impfkritische Menschen Arztpraxen zunehmend als „Instrument der Politik“ wahrnähmen. (dpa)

Umfrage: 71 Prozent haben Weihnachtsmarktbesuch eingeplant

Die Weihnachtsmarktsaison startet, und ein Großteil der Menschen in Deutschland steht in den Startlöchern: 71 Prozent der Bundesbürger wollen in diesem Jahr „bestimmt“ oder „wahrscheinlich“ auf einen Weihnachtsmarkt gehen (36 bzw. 35 Prozent), wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur ergab. Jeder Zehnte geht nach eigenen Angaben vier bis fünf Mal pro Saison auf den Weihnachtsmarkt. 38 Prozent bummeln dort zwei bis drei Mal, 29 Prozent haben schon nach einem einzigen Ausflug genug. Und dann ist da noch die Gruppe der echten Fans des Budenzaubers: 6 Prozent sagen von sich, dass sie häufiger als fünf Mal pro Saison auf Weihnachtsmärkten zu finden sind.

Da trifft es sich gut, dass die Märkte in diesem Jahr nach dem weitgehenden Ausfall 2020 mancherorts besonders früh öffnen. Seit Freitag hat etwa der „Winterzauber Berlin“ geöffnet. Andernorts geht es am 15. oder 16. November los statt wie üblich eine Woche später. Grund ist, dass Städte ihre Besucher erfreuen und Schaustellern nach der langen Corona-Auszeit höhere Umsätze ermöglichen wollen.

Die Zahl der Menschen, die einen großen Bogen um Weihnachtsmärkte machen, ist klein: Lediglich 4 Prozent der Befragten wissen sicher, dass sie in diesem Jahr keinen Weihnachtsmarkt besuchen wollen. „Wahrscheinlich nicht“ sagen 18 Prozent.Für die meisten ist der Bummel zwischen Buden und Tannengrün ein Familienevent: Auf die Frage: „Mit wem verbringen Sie am liebsten Zeit auf dem Weihnachtsmarkt?“ antworteten 58 Prozent „Mit Familienmitgliedern und Verwandten“. Jeder Dritte (31 Prozent) geht am liebsten mit Freunden, 5 Prozent gehen am liebsten allein. Betriebsausflüge auf Weihnachtsmärkte sind nicht übermäßig beliebt: 3 Prozent gehen am liebsten mit Kollegen. (dpa)

Kretschmer fordert schnelles Treffen von Bund und Ländern

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) fordert angesichts des Corona-Infektionsgeschehens ein schnelles Treffen der Ministerpräsidenten mit der Bundesregierung. Es sei nicht verständlich, warum es bei den steigenden Zahlen nicht sofort möglich sei, sich zu treffen, sagte Kretschmer am Freitag im Deutschlandfunk.

Er warnte davor, zu viel Zeit verstreichen zu lassen. Man müsse jetzt Maßnahmen treffen und nicht erst in zwei oder drei Wochen, so der Regierungschef weiter. „Wir müssen dieses Land vor einem Lockdown schützen.“ Dazu brauche man ein Infektionsschutzgesetz, das auch Werkzeuge an die Hand gebe, um der Pandemie wirklich entgegentreten zu können. In dem Zusammenhang sprach er sich auch für kostenlose Tests aus.

Es müsse außerdem deutlich werden, dass etwa die 2G-Regelung keine unzumutbare Belastung sei, sondern ein Instrument, um einen kompletten Lockdown zu verhindern. 2G bedeutet, dass zu bestimmten Orten nur noch Geimpfte und im letzten halben Jahr Genesene Zutritt bekommen und für Ungeimpfte Tests nicht ausreichen. Das sächsische Kabinett will eine solche Regelung an diesem Freitag einführen.

Es sei ein „ganz verheerendes Signal“ der Ampel-Koalitionsverhandler im Bund gewesen, „die pandemische Lage für beendet zu erklären“, sagte Kretschmer mit Blick auf das geplante Auslaufen des Sonderstatus einer „epidemischen Notlage von nationaler Tragweite“ zum 25. November. „Das ist, glaube ich, jetzt mittlerweile deutlich geworden, dass das eine krasse Fehleinschätzung ist.“ (dpa)

+++ Freitag, 5. November +++

Kretschmer fordert schnelles Treffen von Bund und Ländern

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) fordert angesichts des Corona-Infektionsgeschehens ein schnelles Treffen der Ministerpräsidenten mit der Bundesregierung. Es sei nicht verständlich, warum es bei den steigenden Zahlen nicht sofort möglich sei, sich zu treffen, sagte Kretschmer am Freitag im Deutschlandfunk.

Er warnte davor, zu viel Zeit verstreichen zu lassen. Man müsse jetzt Maßnahmen treffen und nicht erst in zwei oder drei Wochen, so der Regierungschef weiter. „Wir müssen dieses Land vor einem Lockdown schützen.“ Dazu brauche man ein Infektionsschutzgesetz, das auch Werkzeuge an die Hand gebe, um der Pandemie wirklich entgegentreten zu können. In dem Zusammenhang sprach er sich auch für kostenlose Tests aus.

Es müsse außerdem deutlich werden, dass etwa die 2G-Regelung keine unzumutbare Belastung sei, sondern ein Instrument, um einen kompletten Lockdown zu verhindern. 2G bedeutet, dass zu bestimmten Orten nur noch Geimpfte und im letzten halben Jahr Genesene Zutritt bekommen und für Ungeimpfte Tests nicht ausreichen. Das sächsische Kabinett will eine solche Regelung an diesem Freitag einführen.

Es sei ein „ganz verheerendes Signal“ der Ampel-Koalitionsverhandler im Bund gewesen, „die pandemische Lage für beendet zu erklären“, sagte Kretschmer mit Blick auf das geplante Auslaufen des Sonderstatus einer „epidemischen Notlage von nationaler Tragweite“ zum 25. November. „Das ist, glaube ich, jetzt mittlerweile deutlich geworden, dass das eine krasse Fehleinschätzung ist.“

RKI: Corona-Risiko für Ungeimpfte „sehr hoch“

Vor dem Hintergrund einer verschärften Risikobewertung durch das Robert Koch-Institut setzen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Freitag ihre Beratungen über Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung fort. Am frühen Nachmittag (13.00 Uhr) wollen sie in Lindau am Bodensee nach Möglichkeit Beschlüsse verkünden.

Für unvollständig oder nicht Geimpfte änderte das RKI die Risikobewertung von „hoch“ auf „sehr hoch“, wie aus dem am Donnerstagabend veröffentlichten Wochenbericht hervorgeht. „Für vollständig Geimpfte wird die Gefährdung als moderat, aber aufgrund der steigenden Infektionszahlen ansteigend eingeschätzt“, hieß es. Noch vor einer Woche war das Risiko für Geimpfte im Bericht als „moderat“ beschrieben worden. Das RKI betont aber auch, dass alle hierzulande verfügbaren Impfstoffe „nach derzeitigem Erkenntnisstand bei vollständiger Impfung wirksam vor einer schweren Erkrankung“ schützten.

Die aktuelle Entwicklung der Lage sei „sehr besorgniserregend“, schreibt das RKI. Wenn Maßnahmen wie Masken, Abstand, Verringern von Kontakten und Lüften nicht rasch die Zahl der Ansteckungen senkten, sei eine weitere Zunahme schwerer Erkrankungen und Todesfälle zu befürchten. Auch könnten in diesem Fall laut Bericht die Behandlungskapazitäten der Intensivstationen überschritten werden.

Herzstiftung: Gerade Herzpatienten sollten sich impfen lassen

Obwohl sie ein besonders hohes Risiko tragen, lassen sich nach Beobachtung von Kardiologen zu viele Herz-Kreislauf-Patienten nicht gegen Corona impfen. Die Deutsche Herzstiftung appelliert eindringlich an diese Menschen, sich zu schützen. Besonderes Augenmerk liegt auf der sehr großen Gruppe der Menschen mit Bluthochdruck.

„Man muss die Menschen mit Fakten überzeugen“, sagte der neue Vorstandsvorsitzende der Deutschen Herzstiftung, Thomas Voigtländer, der Deutschen Presse-Agentur. Der Kardiologe ist Ärztlicher Direktor des Agaplesion Bethanien Krankenhauses in Frankfurt am Main. „Gegen Falschinformationen hilft nur fundierte Aufklärung und Argumentation“, glaubt Voigtländer.

Herz-Kreislauf-Patienten haben laut Herzstiftung ein zwei bis dreifach höheres Risiko, an Covid-19 zu sterben. Ebenfalls zwei bis dreifach erhöht ist das Risiko für einen schweren Verlauf. Dem gegenüber stehen Berichte über Herzmuskelentzündungen als Nebenwirkung einer Impfung. „Das führt dazu, dass sich Menschen Gedanken machen“, stellt Voigtländer fest.

RKI registriert 37 120 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 169,9

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz der aktuellen Infektionswelle hat den Höchststand der dritten Corona-Welle im Frühjahr übertroffen. Am 26. April hatte sie bei 169,3 gelegen, für Donnerstag meldete das Robert Koch-Institut (RKI) eine Inzidenz von 169,9. Den Höchstwert der Inzidenz in der gesamten Pandemie gab es in der zweiten Welle am 22.12.2020 mit 197,6.

Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 154,5 gelegen, vor einer Woche bei 139,2. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages den neuen Höchststand von 37 120 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.50 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte die Zahl der Neuinfektionen bereits den Rekordwert von 33 949 erreicht – so viele wie nie zuvor in der Pandemie. Es war zunächst jedoch nicht klar, inwiefern Nachmeldungen wegen des Feiertags Allerheiligen bei der Entwicklung eine Rolle gespielt hatten. Vor einer Woche hatte der Wert bei 24 668 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 154 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 121 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4 709 488 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter - gab das RKI am Donnerstag 3,73 (Mittwoch: 3,62). Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4 342 600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 96 346.

Impfpflicht für Pflegekräfte: Landkreise dafür, Verbände dagegen

Eine Impfpflicht für Personal in Pflegeheimen bleibt umstritten. „Wir erachten mittlerweile eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen, gerade in der Pflege, für unausweichlich“, sagte der Präsident des Deutschen Landkreistags, Reinhard Sager, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). „Es ist wichtig, die besonders vulnerablen Personen auch besonders wirksam zu schützen“, betonte der Kommunalvertreter.

Private Pflege- und Altenheime halten dagegen. Für eine Verpflichtung zur Impfung gebe es keine rechtliche Grundlage, sagte der Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), Bernd Meurer, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag). Gleichwohl werbe der Verband für eine hohe Impfbereitschaft. Laut Meurer lenkt die Diskussion um eine Impfpflicht für Pflegekräfte aber vom Versäumnis ab, Auffrischungsimpfungen schnell und flächendeckend umzusetzen.

Christel Bienstein, Präsidentin des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe, lehnt eine Impfpflicht für Pflegekräfte mit dem Hinweis auf fehlende Fakten ab. Es sei bislang unbekannt, wie viele Beschäftigte sich aus welchen Gründen nicht hätten impfen lassen. Man wisse auch nicht, wie die Impfquoten mit der Qualifikation der Beschäftigten zusammenhängen, sagte Bienstein den Funke-Zeitungen.

Auch der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, ist gegen eine Impfpflicht für Pflegekräfte. Brysch begründete dies in den Funke-Zeitungen damit, „dass sich auch Geimpfte und Genesene mit Corona infizieren und das Virus unbemerkt an die Pflegebedürftigen weitergeben“ könnten. Vielmehr sei eine bundesweit geltende tägliche Testpflicht für Personal und Besucher in den Pflegeheimen nötig.

Nach Covid-Pause: „Piano Man“ Joel spielt wieder Konzerte in New York

Der „Piano Man“ ist zurück: Nach einer mehr als einjährigen Zwangspause nimmt US-Musiker Billy Joel (72) seine monatlichen Auftritte im New Yorker Madison Square Garden wieder auf. Am Freitag soll der vielfach preisgekrönte Sänger wieder im legendären Madison Square Garden auftreten und regelmäßige Shows spielen, „solange die Nachfrage anhält“, wie die Konzerthalle am Donnerstag mitteilte.

„Piano Man“-Sänger Joel trat seit 2014 einmal pro Monat im Madison Square Garden in Manhattan auf - inzwischen kommt er, inklusive der Konzerte, die er dort davor bereits gab, auf weit mehr als 100 Auftritte und mehr als zwei Millionen verkaufte Tickets. In der Corona-Krise war der Madison Square Garden, wo neben Konzerten auch Basketball und Eishockey gespielt werden, geschlossen.

+++ Donnerstag, 4. November +++

Psychische Gesundheit muss nach Corona-Krise in Fokus rücken

Psychische Probleme wie Ängste oder Depressionen haben nach einer Studie der Industriestaaten-Organisation OECD während der Corona-Pandemie stark zugenommen und belasten viele Menschen stark. Besonders betroffen sind junge Menschen sowie Erwachsene, die ihre Arbeit oder ihr Einkommen verloren haben oder sich von einem solchen Verlust bedroht sahen, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Donnerstag in Paris mit. Die volkswirtschaftlichen Kosten psychischer Belastungen, nicht nur wegen der Corona-Krise, sind nach der Studie enorm. Laut OECD-Schätzungen belaufen sie sich im OECD-Schnitt auf über 4,2 Prozent des Bruttoinlandprodukts.

Schon vor der Pandemie hätten Menschen mit psychischen Erkrankungen eine um 20 Prozent niedrigere Beschäftigungswahrscheinlichkeit und einen im Schnitt 17 Prozent geringeren Lohn gehabt. An der Lage habe sich in den vergangenen fünf Jahren wenig geändert, psychisch Kranke hätten es auf dem Arbeitsmarkt sogar schwerer als vorher. Gleichzeitig erhielten Betroffene oft nur unzureichend und zu spät Hilfe. Die Autoren der Studie empfehlen deshalb, die Bedeutung psychischer Gesundheit in den Fokus der öffentlichen Diskussion zu rücken und die Angebote auszubauen, die zur Vorbeugung oder Behandlung psychischer Probleme wichtig sind. (dpa)

Corona-Zahlen in Österreich steigen weiter deutlich

Der sprunghafte Anstieg der Corona-Neuinfektionen in Österreich setzt sich fort. Binnen 24 Stunden wurden nach Angaben der Behörden vom Donnerstag 8594 Fälle verzeichnet - mit Abstand der höchste Wert in diesem Jahr. Zugleich verschärfte sich die Lage in den Krankenhäusern. Die Zahl der Covid-Intensivpatienten stieg innerhalb einer Woche um rund 30 Prozent auf 352.

Damit werden weitere Maßnahmen wahrscheinlich, die die Verbreitung des Virus eindämmen sollen. Für Freitag ist ein Krisengipfel von Bund und Ländern geplant, bei dem es auch um die Vereinheitlichung der regional unterschiedlichen Corona-Vorschriften gehen soll.

In etwa jedem fünften der fast 100 politischen Bezirke Österreichs wurde inzwischen eine sogenannte Ausreisetestpflicht verhängt. Für das Verlassen des jeweiligen Bezirks muss man genesen, geimpft oder getestet sein. Ausnahmen gelten für die Durchreise möglichst ohne Zwischenstopp und den Güterverkehr. (dpa)

Großbritannien lässt erste Pille zur Behandlung von Covid-19 zu

Die britische Arzneimittelbehörde MHRA hat erstmals eine Tablette zur Behandlung von Covid-19 zugelassen. Das antivirale Mittel Lagevrio (auch bekannt unter dem Namen Molnupiravir) sei sicher und effektiv bei der Verminderung des Risikos von Krankenhauseinweisungen und Todesfällen bei Covid-Patienten mit milden und mittelschweren Verläufen, hieß es in einer Mitteilung der britischen Regierung am Donnerstag. Es handle sich um das weltweit erste zugelassene antivirale Mittel zur mündlichen Einnahme gegen Covid-19.

Das von den Pharmakonzernen Ridgeback Biotherapeutics und Merck Sharp & Dohme (MSD) entwickelte Präparat störe die Vermehrung des Virus und vermindere so schwere Krankheitsverläufe, so die Mitteilung weiter. Klinischen Studien zufolge sei es am wirksamsten, wenn es so bald wie möglich nach einem positiven Test eingenommen werde und innerhalb von fünf Tagen nach dem Beginn von Symptomen.

Gesundheitsminister Sajid Javid pries die Zulassung als „historischen Tag für unser Land“ und „spielentscheidend“ für Risikogruppen wie Menschen mit unterdrücktem Immunsystem.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte Ende Oktober angekündigt, den Einsatz von Molnupiravir zu prüfen. Auch die US-Behörde FDA hat ein Zulassungsverfahren für das Mittel eingeleitet. Die EMA prüft zudem sieben weitere mögliche Corona-Mittel.

Als bisher einziges Mittel ist Remdesivir (Handelsname Veklury) des US-Konzerns Gilead seit Juli 2020 in der EU zugelassen - aber nur für bestimmte, schwer erkrankte Corona-Patienten. Es wird als Infusion gegeben. (dpa)

Umfrage: Fast jeder Zweite wünscht sich Weihnachtsfeier trotz Corona

Fast jeder Zweite (47 Prozent) Arbeitnehmer wünscht sich laut einer Befragung trotz steigender Corona-Zahlen eine Weihnachtsfeier. Gegen das Fest mit Kolleginnen und Kollegen in diesem Jahr sprechen sich 39 Prozent der Befragten aus, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov hervorgeht. 14 Prozent sind sich demnach unsicher. Den Ergebnissen zufolge ist die Zustimmung für die Unternehmensfeier bei den 25- bis 34-Jährigen und den 35- bis 44-Jährigen mit jeweils 50 Prozent am größten. Im Rahmen der Auswertung wurden mehr als 1800 Erwachsene befragt. (dpa)

Studie: Medien- und Spielsucht während Corona bei Kindern gestiegen

Krankhaftes Computerspielverhalten und Social-Media-Sucht haben bei Kindern und Jugendlichen in der Corona-Pandemie einer Studie zufolge zugenommen. Das Deutsche Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ) kommt in einer Untersuchung im Auftrag der Krankenkasse DAK zu dem Schluss, dass bei mehr als 4 Prozent der 10- bis 17-Jährigen in Deutschland ein sogenanntes pathologisches Nutzungsverhalten vorliegt.

Im Bereich Computerspiele hat sich demnach die Zahl der Betroffenen mit Suchtverhalten von rund 144 000 im Jahr 2019 auf 219 000 in diesem Jahr erhöht, bei der Nutzung von Social-Media-Plattformen wie Tiktok, Snapchat, WhatsApp oder Instagram stieg sie von 171 000 auf 246 000. Die DAK präsentiert die Studienergebnisse an diesem Donnerstag. Sie lagen der Deutschen Presse-Agentur vorab vor. Grundlage ist eine wiederholte Forsa-Befragung von Eltern und Kindern im Herbst 2019, im Frühjahr und Herbst 2020 und im Mai und Juni dieses Jahres.

„Der Anstieg der Mediensucht ist vor allem auf die wachsende Zahl pathologischer Nutzer unter den Jungen zurückzuführen“, sagte Studienleiter Rainer Thomasius vom DZSKJ des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Er warnte vor den Folgen durch die Vernachlässigung von Aktivitäten, Familie, Freunden und einen verschobenen Tag-Nacht-Rhythmus. „Da persönliche, familiäre und schulische Ziele in den Hintergrund treten, werden alterstypische Entwicklungsaufgaben nicht angemessen gelöst. Ein Stillstand in der psychosozialen Reifung ist die Folge.“ Thomasius warb für eine „kontinuierliche wissenschaftliche Erfassung“ und Präventiv- und Therapieangebote. (dpa)

+++ Mittwoch, 3. November +++

Tod eines Covid-Patienten: Arzt aus Essen verurteilt

Ein ehemaliger Arzt des Universitätsklinikums Essen ist am Mittwoch wegen Totschlags zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Richter am Essener Landgericht sind überzeugt, dass der Mediziner einem Covid-19-Patienten aus Holland im November 2020 eine tödliche Dosis Kaliumchlorid verabreicht hat. Der 45 Jahre alte Arzt hatte das im Prozess bestritten. „Wir konnten nichts mehr machen“, sagte er den Richtern. Deshalb seien die lebenserhaltenden Geräte in Abstimmung mit den Angehörigen abgestellt worden. Daraufhin sei der 47 Jahre alte Patient gestorben. Medikamente seien nur gegeben worden, um den Sterbevorgang abzumildern. Das sahen die Richter jedoch anders. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

„Sie haben die Angehörigen angelogen, in dem Sie ihnen gesagt haben, dass der Sterbeprozess unmittelbar bevorsteht“, sagte Richter Jörg Schmitt bei der Urteilsbegründung an die Adresse des Angeklagten. Oberstaatsanwältin Birgit Jürgens hatte in ihrem Plädoyer von aktiver Sterbehilfe gesprochen. Das sei strafbar. Für sie stehe fest, dass der Angeklagte Leiden verkürzen wollte. „Wahrscheinlich, weil er überfordert war.“ (dpa)

Knapp 70 Prozent der Bevölkerung in Deutschland einmal geimpft

Mehr als 55 Millionen Menschen in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Mittwoch hervor (Stand: 10.35 Uhr). Demnach wurden am Dienstag rund 196 000 Impfdosen verabreicht. 57,8 Millionen Menschen (69,5 Prozent) haben mindestens eine Impfung verabreicht bekommen, 55,6 Millionen (66,8 Prozent) sind vollständig geimpft. 2,2 Millionen Menschen haben zusätzlich bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten.Beim Stand der Covid-19-Impfungen gibt es weiterhin erhebliche regionale Unterschiede: Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 81,2 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. 14 weitere Bundesländer haben die 60-Prozent-Marke geschafft, lediglich Sachsen steht mit 59 Prozent unter dieser Marke. Bremen zählt mit 78,4 Prozent ebenfalls den höchsten Anteil an vollständig geimpften Einwohnern. Sachsen ist hier mit 56,8 Prozent am Ende der Rangliste.

Gomez zur Kimmich-Debatte: Dank Impfung sind Stadien wieder voll

In der anhaltenden Debatte um Impfzweifler Joshua Kimmich hat der frühere Bayern-Torjäger Mario Gomez auf die Verantwortung für den Fußball als Ganzes verwiesen. „Wir alle freuen uns, dass die Stadien wieder voll sind. Die Stadien sind auch deswegen voll, weil sich 60, 70, 80 Prozent der Menschen geimpft haben. Davon profitiert er auch“, sagte Gomez bei Amazon Prime Video. Kimmich hatte zuletzt erklärt, er habe sich angesichts seiner Bedenken wegen Langzeitfolgen bisher nicht gegen das Coronavirus impfen lassen. „Wenn jeder so reagieren würde wie er jetzt, würden wir wahrscheinlich noch ein Jahr ohne Zuschauer spielen“, sagte Ex-Nationalspieler Gomez.

„Wir, die es gemacht haben, sind letztendlich auch dafür verantwortlich, dass das Leben wieder normal weitergeht“, fügte der 36-Jährige hinzu. Gomez bekräftigte aber auch: „Ob er sich am Ende impfen lässt, ist komplett seine Entscheidung.“ Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic sagte, der Club führe in der Sache weiter „viele Gespräche“. Kimmichs Entscheidung hatte neben Verständnis auch heftige Kritik in der Öffentlichkeit zur Folge gehabt. „Jo ist ein ganz wichtiger Spieler, ein ganz wichtiger Mann, eine Persönlichkeit. Man muss ihm seine Entscheidung überlassen. Man darf ihn nicht zu doll unter Druck setzen. Er lässt sich Zeit, das werden wir akzeptieren“, sagte Salihamidzic.

Der Sportdirektor ließ aber ebenso wie Trainer Julian Nagelsmann erkennen, dass er eine Corona-Impfung für den richtigen Weg hält. „Ich habe nach wie vor die Meinung, dass es ratsam ist“, sagte Nagelsmann. Der Bayern-Coach hatte zuletzt wegen einer Infektion mit dem Virus knapp zwei Wochen in Quarantäne verbracht. „Wir müssen trotzdem immer drauf achten, dass das Thema nicht zu groß wird. Wir leben in einer Demokratie und die lebt von Meinungen“, mahnte Nagelsmann.

Rohstoffe für Papierherstellung deutlich teurer

Lieferengpässe und die Folgen der Corona-Krise haben zu steigenden Preisen auf dem Papiermarkt geführt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verteuerten sich notwendige Rohstoffe wie Altpapier oder Zellstoff im September überdurchschnittlich. Die Großhandelspreise für gemischtes Altpapier legten gegenüber dem Vorjahresmonat um mehr als das Dreifache zu (plus 222,4 Prozent), wie die Wiesbadener Behörde am Mittwoch mitteilte. Papier- und Pappereststoffe waren um 147,0 Prozent teurer.

Der Großhandel ist eine von mehreren Wirtschaftsebenen in Deutschland, auf denen sich das allgemeine Preisniveau bildet. Hinzu kommen die Preise für nach Deutschland eingeführte Güter und die Preise, die Hersteller für ihre Produkte erhalten, die Erzeugerpreise. Sie alle wirken auf die Verbraucherpreise ein.

Deutlich teurer wurde auch aus dem Ausland importiertes Altpapier. Die Einfuhrpreise lagen im September 2021 um 75,0 Prozent über dem Vorjahresmonat. Der Import von Holz- und Zellstoff, ebenfalls ein wichtiger Rohstoff zur Papierherstellung – von Toilettenpapier bis Schreibpapier –, kostete 45,7 Prozent mehr als im September 2020.

Die Folgen bekommen auch die Verbraucher zu spüren. Papierprodukte wie Druckerpapier oder Schulhefte waren im September 2021 um 4,5 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Die Verbraucherpreise insgesamt legten im selben Zeitraum um 4,1 Prozent zu.

RKI registriert 20 398 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 146,6

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Mittwochmorgen mit 146,6 an. Am Vortag hatte der Wert bei 153,7 gelegen, vor einer Woche bei 118,0.

Wegen des Feiertags Allerheiligen in fünf Bundesländern wurden zuletzt womöglich weniger Infektionen gemeldet. In den Tagen davor war die Inzidenz stets merklich gestiegen - das aber mit etwa gleichbleibender, nicht zunehmender Dynamik. Weitere mögliche Gründe für die sinkenden Neuinfektionszahlen nannte das RKI zunächst nicht.

Binnen eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI 20 398 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.20 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 23 212 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 194 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 114 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4 638 419 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter - gab das RKI am Dienstag mit 3,29 an (Montag: 3,46). Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4 315 100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 96 027.

Umfrage: Mehrheit für 2G-Regel in allen Fußballstadien

In die deutschen Fußballstadien sollten nach dem Wunsch einer Mehrheit der Bundesbürger nur geimpfte und genesene Zuschauer Einlass erhalten. 60 Prozent der Befragten sprachen sich in einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur dafür aus, ausschließlich die 2G-Regel für den Zugang zu den Arenen anzuwenden. 29 Prozent der Deutschen würden dies demnach nicht richtig finden.

Bei den Proficlubs in Bundesliga und 2. Liga gibt es keine einheitliche Regel für die Zulassung von Zuschauern. Während einige Vereine auf das 2G-Modell setzen, wechselte unter anderem Borussia Dortmund zuletzt wieder auf ein 3G-Modell. Dabei dürfen auch negativ auf das Coronavirus getestete Fans ins Stadion. Es genügt ein negativer Bürgertest. Zuvor hatte es Kritik aus der Ultra-Szene an den Corona-Beschränkungen gegeben.

Der FC Bayern ist einer der Clubs mit einem 3G-Plus-Konzept. Dabei müssen Fans, die weder geimpft noch genesen sind, einen negativen PCR-Test vorlegen. Dafür entfallen dann Maskenpflicht, Obergrenzen bei der Personenzahl, Alkoholverbot und Mindestabstandsgebot.

Strengere Corona-Regeln für Ungeimpfte in Baden-Württemberg

Angesichts der angespannten Corona-Lage verschärfen manche Bundesländer die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. In Baden-Württemberg gelten ab Mittwoch strengere Regeln für Menschen ohne Corona-Impfung. In Bayern berät das Kabinett am Mittwoch über Verschärfungen. Sachsen will die 2G-Regel (Zugang nur geimpft oder genesen) etwa für Gastronomie und Veranstaltungen drinnen einführen. Das sehen Eckpunkte vor, über die das Kabinett am Dienstag beraten hatte. Nach einer verkürzten Anhörungsphase will das sächsische Kabinett am Freitag endgültig darüber entscheiden.In Bayern soll unter anderem die Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler im Unterricht wieder eingeführt und die Krankenhaus-Ampel als Indikator für die Auslastung der Kliniken - bisher nur landesweit verfügbar - regionalisiert werden. Außerdem hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vorgeschlagen, den Zugang zu öffentlichen Veranstaltungen in den Hotspots nur noch für Geimpfte und Genesene (2G) zuzulassen. Hierbei kamen ihm die besonders betroffenen Kommunen der Landesregierung allerdings bereits zuvor.

+++ Dienstag, 2. November +++

Ab Donnerstag gilt in Wilhelmshaven wieder die 3G-Regel

Fünf Werktage in Folge wurde in Wilhelmshaven der Inzidenzwert von 50 überschritten. Heute lag er bei 66,5. Die Folge: Ab Donnerstag, 4. November, gelten wieder strengere Corona-Vorschriften in der Jadestadt und die 3G-Regel kehrt in vielen Bereichen zurück.

Im Alltag bedeutet das: In der Gastronomie (Innenbereich), in Beherbergungsbetrieben, beim Sport in Innenräumen und vielen Veranstaltungen mit mehr als 25 Teilnehmern haben nur noch vollständig Geimpfte, Genesene und Getestete (tagesaktueller Negativ-Test) Zutritt. Auch in Theatern, Kinos und ähnlichen Kultureinrichtungen, in Spielhallen, Spielbanken und Wettannahmestellen dürfen Räume nur nach Überprüfung des 3G-Status betreten werden. Gleiches gilt für körpernahe Dienstleistungen.

Das Ausbruchsgeschehen sei weiterhin diffus und nicht auf einen einzelnen Infektionsherd zurückzuführen, teilt die Stadt am Dienstag mit. Ansteckungen erfolgen wie bislang auch häufig im familiären Umfeld.

Mehr als 300 Intensiv-Betten in Österreich belegt - Stufe zwei kommt

In Österreich hat die Zahl der von Covid-Patienten belegten Betten auf Intensivstationen nach Angaben der Behörden die Schwelle von 300 überschritten. Damit gilt mit einer Verzögerung von einer Woche Stufe zwei der fünfstufigen Corona-Maßnahmen. So sind dann Besuche der Nachtgastronomie und verschiedener großer Veranstaltungen nur noch für Genesene und Geimpfte möglich. Am Dienstag wurden 317 Intensivbetten für Corona-Patienten gebraucht, ein Plus von 25 gegenüber dem Vortag. Besonders deutlich nahm die Zahl der Patienten auf den Normalstationen zu - um 145 auf 1600. Die Neuinfektionen binnen 24 Stunden lagen bei 5398, das entspräche unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl fast 50 000 Fällen in Deutschland. Die Sieben-Tage-Inzidenz kletterte auf 400 Fälle pro 100 000 Einwohner. Besonders betroffen sind die Bundesländer Salzburg, Ober- und Niederösterreich. Sollte sich die Lage weiter verschärfen, drohen drastische Einschränkungen für Ungeimpfte, die bis hin zum Lockdown für diese Gruppe reichen.

Existenzgründungen von Migranten in Krise gesunken

Die Corona-Krise hat die Gründungstätigkeit von Migranten in Deutschland einer Studie zufolge besonders stark gedämpft. Im vergangenen Jahr lag der Anteil von Gründern, die nicht gebürtig die deutsche Staatsangehörigkeit haben, erstmals seit 2009 wieder unter ihrem Anteil an der Erwerbsbevölkerung insgesamt, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Untersuchung der staatlichen Förderbank KfW hervorgeht. Im Krisenjahr 2020 gab demnach rund 110 000 Gründungen von Migranten und Migrantinnen (2019: 160 000). Das waren 21 Prozent der ohnehin gesunkenen Existenzgründungen insgesamt. Im Vorjahr hatte der Anteil noch bei 26 Prozent gelegen.

„Gründungen durch Migrantinnen und Migranten sind im Corona-Jahr überdurchschnittlich stark zurückgegangen“, erläuterte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. Sie seien jedoch weiterhin ein wichtiger Pfeiler der Gründungstätigkeit in Deutschland. Im Corona-Krisenjahr war die Zahl der Existenzgründungen insgesamt auf 537 000 gesunken (2019: 605.000).

Gegen den Trend machten sich Migranten häufiger als im Jahr zuvor mangels Erwerbsalternativen selbstständig. Der Anteil der sogenannten Notgründungen lag bei 35 Prozent (2019: 32 Prozent). Insgesamt sank der Anteil der Notgründungen dagegen auf 16 Prozent (2019:23 Prozent).

Inzidenz leicht auf 153,7 gesunken - Allerseelen-Effekt?

Der seit gut zweieinhalb Wochen anhaltende Anstieg der 7-Tage-Inzidenz in Deutschland hat sich am Dienstag nicht fortgesetzt. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 153,7 an. Am Vortag hatte der Wert bei 154,8 gelegen (Vorwoche: 113,0). Ursache könnte sein, dass wegen des Feiertags weniger Infektionen an das RKI gemeldet wurden.

Der 1. November als Allerheiligen ist in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland ein Feiertag. Vom RKI hieß es am Morgen lediglich, einzelne Werte würden nicht kommentiert. In den Tagen davor war die Inzidenz stets merklich gestiegen - das aber mit etwa gleichbleibender, nicht zunehmender Dynamik.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 10 813 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 10 473 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 81 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 128 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4 618 021 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter - gab das RKI am Montag mit 3,46 an (Freitag: 3,50). Am Samstag und Sonntag wird der Wert nicht veröffentlicht. Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4 300 600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 95 833.

VdK: Corona-Testpflicht für Besucher und Mitarbeiter in Kliniken

Nach dem Anstieg der Corona-Infektionszahlen fordert der Sozialverband VdK eine Testpflicht für alle Besucher und Mitarbeiter in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern. „Eine solche Pflicht ist unabhängig vom Impfstatus dringend notwendig“, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele einer Mitteilung zufolge am Dienstag in Berlin. „Die Zahl der Infizierten steigt gerade deutschlandweit wieder, gleichzeitig können auch Geimpfte und Genesene das Virus übertragen. Es muss darum jetzt schnell gehandelt werden.“ Es stünden Menschenleben auf dem Spiel.

Die jüngste Zunahme der Corona-Zahlen wird begleitet von Warnungen vor einer Überlastung der Kliniken, zudem bereiten Infektionen in Pflegeeinrichtungen Sorgen. Die Zahl der Toten nach einem Ausbruch in einem Seniorenheim in Brandenburg hatte sich zuletzt auf 14 erhöht.

Mittelstand: Arbeitgeber sollen Impfstatus abfragen dürfen

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft hat angesichts steigender Corona-Zahlen gefordert, dass Arbeitgeber den Impfstatus ihrer Beschäftigten erfragen dürfen. Bundesgeschäftsführer Markus Jerger sagte der Deutschen Presse-Agentur, in vielen Firmen sei die 3G-Regel bereits Realität. „Noch herrscht aber Unsicherheit, ob Arbeitgeber den Impfstatus ihrer Beschäftigten erfragen dürfen. Ein gesetzlich geregelter Abfrageanspruch der Arbeitgeber würde hier die dringend gebotene Rechtssicherheit schaffen.“

Die Bundesregierung müsse schnell für Klarheit sorgen. „Entscheidend ist, dass die Geschäftsabläufe in den Betrieben, die unter den Folgen von Pandemie und Lockdown leiden, nicht gestört werden oder gar zum Erliegen zu kommen“, so Jerger. „Ich appelliere daher dringend an die Beschäftigten, sich impfen oder regelmäßig testen zu lassen. Ein weiterer Lockdown, selbst wenn dieser auch nur regional begrenzt wäre, könnte für die betroffenen Unternehmen das Ende bedeuten.“

Industriepräsident: Politik muss mehr tun gegen Corona

Industriepräsident Siegfried Russwurm hat Bund und Länder aufgefordert, deutlich mehr zu tun gegen die rasant steigende Zahl von Corona-Neuinfektionen. „Die Politik droht den gleichen Fehler zu machen wie im Herbst vorigen Jahres, als die Politik vor konsequenten und zentral wirksamen Maßnahmen zurückschreckte“, sagte Russwurm der Deutschen Presse-Agentur.

„Bund und Länder müssen rasch gemeinsam eine klare bundesgesetzliche Grundlage schaffen, damit die Unternehmen in den kommenden Wochen Schutzmaßnahmen auf 3G-Basis nachvollziehbar und planvoll für ihre Mitarbeitenden anwenden können“, sagte Russwurm weiter. „So lassen sich Arbeitsabläufe wieder weitestgehend normalisieren, die Beschäftigten von belastenden Hygienevorgaben befreien, und kreative Zusammenarbeit wird wieder uneingeschränkt möglich.“

Russwurm, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), zeigte sich besorgt über sprunghaft steigende Inzidenzen. Die Entscheidung über eine Aufhebung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite sei das falsche Signal: „Angesichts rasant steigender Infektionszahlen wird es dem Ernst der Lage nicht gerecht, öffentlich den bevorstehenden Normalzustand anzudeuten.“

SPD, Grüne und FDP, die über eine neue Regierung verhandeln, wollen die Rechtsbasis für drastische Corona-Einschränkungen wie Ausgangssperren zum 25. November auslaufen lassen. Bis zum Frühjahr sollen den Ländern weniger umfassende Vorgaben möglich sein.

Städte kritisieren Debatte über Reaktivierung von Impfzentren

Die Städte haben die Debatte über eine kurzfristige Reaktivierung von Impfzentren für Corona-Auffrischungsimpfungen kritisiert. Ein Impfzentrum sei „keine Taschenlampe“, die je nach Stimmungslage aus- und wieder angeknipst werden könne, heißt es in einem Schreiben des Deutschen Städtetags an die Gesundheitsminister der Länder, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Strukturen seien verändert, Flächen anderweitig genutzt, Personal umgeschichtet worden. Ein derartiger Richtungsumschwung sei nicht nachvollziehbar.

Bund und Länder hatten vereinbart, die zum Impfstart eingerichteten zeitweise mehr als 400 regionalen Impfzentren zum 30. September zu schließen oder die Kapazitäten zurückzufahren. Der geschäftsführende Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU) brachte nun ins Gespräch, dass die Länder die Impfzentren wieder startbereit machen, um mehr Impf-Auffrischungen als Schutz im Winter zu ermöglichen. Mehrere Länder reagierten bereits reserviert auf den Vorstoß. Kritik gibt es aber weiterhin auch an stockendem Impftempo im Netz der Arztpraxen.

Impfkommission prüft Empfehlung für Booster-Impfungen für alle

IDie Ständige Impfkommission (Stiko) will kurzfristig entscheiden, ob Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus in Deutschland für alle empfohlen werden. „Die Ständige Impfkommission prüft im Moment sehr intensiv, ob sie Auffrischungsimpfungen für alle Bevölkerungsgruppen empfehlen wird“, sagte der Vorsitzende der Stiko, Thomas Mertens, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag).

Es gebe Daten aus internationalen Studien, die dafür sprächen, wobei geprüft werden müsse, inwieweit diese Ergebnisse auf Deutschland übertragbar seien. „Eine Entscheidung darüber wird in wenigen Wochen fallen“, sagte Mertens. Bei einer solchen allgemeinen Empfehlung für Booster-Impfungen sei die Frage entscheidend, ob damit die Weiterverbreitung des Virus gebremst werden könne, so Mertens.

Bislang empfiehlt die Stiko die Auffrischungsimpfung etwa für Menschen ab 70. Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte aber darauf hingewiesen, dass laut Impfverordnung grundsätzlich alle Menschen Anspruch auf Booster-Impfungen hätten. Ärztevertreter hatten daraufhin Kritik an Spahn geübt. Durch Spahns Äußerung werde der Aufklärungs- und Diskussionsbedarf in den Praxen größer, die die Impfungen setzten, meinte etwa der Hausärzteverband.

+++ Montag, 1. November +++

Tschechien verschärft Corona-Regeln für Restaurants und Bars

In Tschechien sind seit Montag wieder strengere Corona-Regeln in Kraft. Restaurants und Bars dürfen nur noch Gäste mit einem „Grünen Pass“ bedienen. Wer nicht geimpft oder nachweislich genesen ist, muss einen negativen Corona-Test vorweisen. Das Personal ist verpflichtet, die Nachweise zu kontrollieren. Andernfalls drohen empfindliche Strafen für die Restaurantbetreiber.

Die von der scheidenden Regierung unter dem populistischen Ministerpräsidenten Andrej Babis beschlossene Maßnahme sorgt bei Gastronomen für Kritik. Die Regierung schiebe die Verantwortung für die Bekämpfung der Pandemie auf private Unternehmer ab, die ohnehin schwer von der Krise betroffen seien, hieß es.

Zugleich wurden die Gültigkeitsfristen für Corona-Tests verkürzt: Antigen-Tests sind nur noch 24 Stunden statt drei Tage gültig, PCR-Tests nur noch drei Tage statt eine Woche. Ebenfalls neu ist, dass die Tests in der Regel selbst bezahlt werden müssen. Mit 57 Prozent vollständig Geimpften unter den 10,7 Millionen Einwohnern ist Tschechiens Impfquote im Vergleich zu anderen EU-Ländern gering. (dpa)

Ärzte fordern besseres Pandemie-Krisenmanagement

Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat als Lehre aus der Corona-Pandemie ein bundesweit besser abgestimmtes Krisenmanagement gefordert. „Wir brauchen auch eine zentrale Stelle zur Koordinierung der Aktivitäten der einzelnen Gesundheitsämter“, sagte der Chef der Bundesärztekammer am Montag beim Deutschen Ärztetag in Berlin. Das Robert Koch-Institut (RKI) könnte einer solchen Bundesbehörde zuarbeiten, sollte aber nicht selbst diese Rolle ausfüllen. Vielmehr brauche das RKI ein „Upgrade“ zu einer echten Infektionsschutzbehörde wie in den USA in Unabhängigkeit vom Bundesgesundheitsministerium.

Gebraucht würden generell bessere Gesundheitsinformationen, forderte Reinhardt auch mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen von SPD, Grünen und FDP. „Nie war die Vermittlung von Gesundheitskompetenz in der Allgemeinbevölkerung so wichtig wie in der Pandemie.“ Dies gelte ebenso darüber hinaus, auch um Antworten auf falsche Informationen in den sozialen Medien zu geben.

Der Ärztepräsident verurteilte verbale und körperliche Gewalt gegen Beschäftigte des Gesundheitswesens angesichts einer zunehmenden Polarisierung der Debatte. „Wir sehen und spüren diese Veränderungen auf Demonstrationen, in sozialen Medien, in den Parlamenten – und zunehmend auch in unseren Praxen und Kliniken.“ Impfende Ärztinnen und Ärzte erhielten Drohbriefe, mitunter erfordere dies Polizeischutz für Praxisteams oder Klinikambulanzen. „Der gesellschaftliche Zusammenhalt und die Solidarität mit den Beschäftigten im Gesundheitswesen sind in Zeiten wie diesen wichtiger denn je.“ (dpa)

Rund 55,5 Millionen Menschen in Deutschland vollständig geimpft

Rund 67 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Montag hervor (Stand: 10.40 Uhr). Demnach wurden am Sonntag rund 14 000 Impfdosen verabreicht. 57,7 Millionen Menschen (69,4 Prozent) haben mindestens eine Impfung verabreicht bekommen, 55,5 Millionen (66,7 Prozent) sind vollständig geimpft.

Beim Stand der Covid-19-Impfungen gibt es weiterhin erhebliche regionale Unterschiede: Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 81,1 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. 15 weitere Bundesländer haben die 60-Prozent-Marke geschafft, lediglich Sachsen steht mit 59 Prozent unter dieser Marke. Bremen zählt mit 78,2 Prozent ebenfalls den höchsten Anteil an vollständig geimpften Einwohnern. Sachsen ist hier mit 56,7 Prozent am Ende der Rangliste. (dpa)

Ärztepräsident für 2G-Regelung und am Arbeitsplatz für 3G

Angesichts der sich verschlechternden Corona-Lage empfiehlt Ärztepräsident Klaus Reinhardt eine Mischung aus 2G- und 3G-Regelung. Das heißt, dass an bestimmten Orten entweder nur noch Geimpfte und Genesene (2G) Zugang bekommen oder auch Getestete (3G). „Insofern finde ich es - wenn die Zahlen weiter steigen - angemessen, wenn wir sagen würden, die 2G-Regel gilt in größeren Teilen des gemeinsamen Lebens - zum Beispiel im Museum oder auch in der Gastronomie. Und wenn die 3G-Regel zum Beispiel am Arbeitsplatz gälte, wie das die Italiener schon länger machen und die Österreicher auch, dann glaube ich, könnte das auch hilfreich sein“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“.

Als drittes Mittel hält Reinhardt intensive Tests in Alten- und Pflegeheimen für nötig. Eine Impfpflicht für das Pflegepersonal lehnte er ab. Dies berge das Risiko, dass ein Teil des ungeimpften Personals dann nicht mehr zur Verfügung stünde.

John Bon Jovi mit Corona infiziert - Show abgesagt

US-Sänger Jon Bon Jovi hat wegen einer Coronavirus-Infektion ein Konzert in Miami Beach abgesagt. Der 59-Jährige habe sich laut US-Medien trotz Impfung mit dem Coronavirus infiziert. Der Sender NBC News zitierte seinen Sprecher, laut dem der Sänger komplett geimpft sei und es ihm gut gehe. Das geplante Konzert im US-Bundesstaat Florida wurde demnach abgesagt.

Für Bon Jovis Band ist es nicht der erste Corona-Fall. Keyboarder David Bryan hatte bereits zu Beginn der Pandemie, im März 2020, seine Infektion bekannt gegeben.

RKI registriert 9658 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 154,8

Der seit etwa zweieinhalb Wochen anhaltende Anstieg der 7-Tage-Inzidenz in Deutschland setzt sich fort. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 154,8 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 149,4 gelegen, vor einer Woche bei 110,1. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 9658 Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.23 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 6573 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 23 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 17 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4 607 208 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter - hatte das RKI am Freitag mit 3,50 angegeben (Donnerstag: 3,31, Mittwoch: 3,07). Am Samstag und Sonntag wird der Wert nicht veröffentlicht. Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4 286 900 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 95 752.

Thailand ist wieder offen: Traumland wagt den Tourismus-Neustart

Thailand wagt den touristischen Neustart und ist ab sofort wieder offen für vollständig geimpfte Touristen aus 63 Ländern. Auf der Liste, die am Wochenende in letzter Minute noch einmal von ursprünglich 46 Staaten um 17 weitere aufgestockt wurde, stehen auch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Das beliebte Urlaubsland braucht dringend die Einnahmen aus der wichtigen Tourismusindustrie, die seit dem Beginn der Corona-Pandemie fast völlig am Boden lag. Feriengäste müssen zwar einige Regeln beachten, können aber wieder ohne vorherige Quarantäne durch das Land reisen.

Während Unternehmer und Beschäftigte der Branche sehnlich auf diesen Moment gewartet hätten, sähen große Teile der Bevölkerung die Öffnung mit gemischten Gefühlen, berichtete die Zeitung „Bangkok Post“ am Montag. Bei einer Umfrage des Gesundheitsministeriums sagten rund 92 Prozent der Befragten in 17 Provinzen, sie befürchteten eine neue Corona-Welle durch die Öffnung.

Emotionale Szenen: Australien öffnet Grenzen für Staatsbürger

Emotionale Szenen am Flughafen von Sydney: Australien hat am Montag erstmals seit 20 Monaten wieder seine internationalen Grenzen für Staatsbürger und Menschen mit Wohnsitz in Down Under geöffnet. Damit entfallen die komplizierten Sondergenehmigungen und die kostspielige 14-tägige Hotelquarantäne für vollständig Geimpfte. Die Lockerungen gelten für Ankommende in den Bundesstaaten New South Wales und Victoria sowie im Australian Capital Territory mit der Hauptstadt Canberra, nachdem dort 70 Prozent der Bevölkerung zweifach geimpft wurden. Aus ganz Australien sind wieder Reisen ins Ausland möglich.

In Sydney landeten unter anderem Maschinen aus Los Angeles, Singapur und Tokio. „Es waren viele Menschen im Flugzeug, deren Angehörige im Sterben liegen“, erzählte Carly Boyd, die aus den USA in die Heimat zurückflog, dem Sender ABC. Der Australier David Frisken kam mit zwei Dutzend roten Rosen zum Kingsford Smith International Airport in Sydney, bevor er seine in Südkorea lebende Verlobte nach fast zwei Jahren erstmals wieder in die Arme schließen konnte. „Jeder Tag war ein Kampf“, sagte er. Viele Beziehungen hätten die lange pandemiebedingte Trennung nicht überlebt.

Corona-Hoch vorbei: Telefonate dauern nicht mehr so lang

Nachdem die Bundesbürger im ersten Corona-Jahr deutlich länger telefoniert haben als zuvor, kehrt nun wieder etwas Normalität ein. Im August und September habe ein Mobilfunk-Telefonat im O2-Netz durchschnittlich etwa 2 Minuten und 40 Sekunden gedauert, teilte der Netzbetreiber Telefónica auf Anfrage mit.

In den verschiedenen Lockdown-Monaten seit Beginn der Pandemie waren die Gesprächsteilnehmer hingegen 30 bis 60 Sekunden länger am Hörer, wie aus den Zahlen hervorgeht. Grund hierfür: Wegen der Corona-Einschränkungen waren die Bürger weniger unterwegs und trafen Freunde oder Familie nicht mehr vor Ort, sondern telefonierten mit ihnen - der Gesprächsbedarf war also größer als vorher. Bei Vodafone gab es eine ähnliche Entwicklung.

Ein Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten: Bei Telefónica dauerte ein Handyanruf im Gesamtjahr 2019 durchschnittlich 2 Minuten und 28 Sekunden - von diesem Level ist man also nicht mehr weit entfernt.

Spahn: Länder sollen Impfzentren wieder startklar machen

Angesichts stark steigender Corona-Zahlen fordert der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Länder auf, ihre Impfzentren wieder zu öffnen. „Um möglichst vielen möglichst schnell eine Auffrischungsimpfung zu ermöglichen, sollten die Länder die Impfzentren, die sie seit Ende September in Standby bereithalten, nun wieder startbereit machen“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Montag). Zudem riet Spahn dazu, in einem ersten Schritt alle Menschen über 60 schriftlich zur Impfung einzuladen. „Das hat bei den Erstimpfungen auch gut geklappt.“ Hintergrund ist, dass mehr Menschen eine Auffrischungsimpfung - die Booster-Impfung - gegen die nachlassende Wirkung des Impfstoffs wahrnehmen sollen.

Mexiko feiert Tag der Toten - erstmals in der Pandemie mit Parade

Mit einem farbenfrohen Umzug in der Hauptstadt haben in Mexiko die Feierlichkeiten zum Tag der Toten begonnen. Hunderte Verkleidete tanzten und musizierten am Sonntag durch das Zentrum von Mexiko-Stadt, teils auf karnevalesk geschmückten Wagen. Sie wurden bestaunt von Tausenden Zuschauern am Straßenrand. Viele Menschen hatten sich die Gesichter mit Totenkopf-Motiven schminken lassen. Zahlreiche Paradenteilnehmern trugen Skelett-Kostüme. Verschiedene Motive der traditionellen wie auch der Populärkultur Mexikos waren vertreten.

Der „Día de Muertos“ wird jedes Jahr an Allerheiligen und Allerseelen gefeiert. Dabei wird, wie auch in anderen katholisch geprägten Gegenden der Welt, der Toten gedacht - meist an den Gräbern gestorbener Angehöriger. In Mexiko wird die Tradition vor allem in den indigenen Gemeinden gepflegt. Die Seelen der Familienmitglieder kommen dem Glauben zufolge an diesen Tagen aus dem Jenseits zu Besuch. Es werden zu Hause Altäre aufgestellt und mit Blumen, Kerzen, Fotos, religiösen Zeichen, Speisen und Getränken geschmückt.

Die Parade in Mexiko-Stadt findet erst seit 2016 jährlich im Vorfeld des Feiertags statt. Sie ist einem Umzug nachempfunden, der im James-Bond-Film „Spectre“ von 2015 zu sehen war. Wegen der Corona-Pandemie war die Parade im vergangenen Jahr ausgefallen. Deren Opfer sollten bei der diesjährigen Ausgabe geehrt werden.

Mexiko hat mehr als 288 000 Covid-19-Todesfälle gemeldet - die viertmeisten weltweit. Bisher sind etwa 46 Prozent der rund 126 Millionen Einwohner des nordamerikanischen Landes vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Ein Großteil der teils dicht gedrängten Zuschauer am Sonntag trug Mund-Nasen-Schutz.

+++ Sonntag, 31. Oktober +++

Inzidenz steigt, Immunität sinkt - Politiker fordern „Booster-Gipfel“

Der starke Anstieg der Corona-Fallzahlen heizt die Diskussion über raschere Auffrischungsimpfungen vor dem Winter an. Bund und Länder sollten darüber bei einem Gipfel beraten, forderten am Wochenende sowohl Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und CSU-Chef Markus Söder als auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Die Sorge vor einer erneuten Überlastung der Krankenhäuser wächst. Auch die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnte vor Leichtfertigkeit im Umgang mit der Pandemie.

Die Zahl der Geimpften steigt nur noch langsam. Eine Auffrischungsimpfung gegen die mit der Zeit nachlassende Wirkung des Impfstoffes nehmen viel weniger Menschen wahr, als es könnten. Vor allem Risikogruppen wird die Auffrischung empfohlen. „Aktuelle Daten aus Israel zeigen, dass das Boostern einen ganz entscheidenden Unterschied macht, um die vierte Welle zu brechen“, sagte der geschäftsführende Gesundheitsminister Spahn der „Bild am Sonntag“ („BamS“). „Wir brauchen einen Booster-Gipfel von Bund und Ländern.“ (dpa)

Kroatiens Ärzte alarmiert wegen überfüllter Krankenhäuser

Kroatiens Verband der Krankenhausärzte (HUBOL) ist wegen drohender Überlastung durch schwer kranke Covid-Patienten besorgt. Kroatiens Gesundheitssystem „existiert nicht mehr“, hieß es laut kroatischen Medien in einer Stellungnahme vom Sonntag. „Das System existiert nicht, wenn man Beziehungen braucht, um eher an ein Bett zu gelangen, das mit Sauerstoff versorgt wird.“

Zugleich kritisierte der Verband die Regierung. Während „Patienten mit einer Covid-Erkrankung stundenlang im Krankenhaus warten, weil keine Plätze frei sind“, würden oberste Regierungsbeamte das Thema „auf der Ebene überheblicher narzisstischer Jugendlicher“ behandeln. (dpa)

Corona-Neuinfektionen steigen stark in Polen, Tschechien, Slowakei

Die Slowakei ist seit Sonntag in Deutschland als Corona-Hochrisikogebiet eingestuft, dramatische Anstiege der Corona-Neuinfektionen verzeichnen auch ihre Nachbarländer Tschechien und Polen. Tschechien meldete am Sonntag erstmals seit März wieder mehr als 5.000 Neuinfektionen an einem Wochenendtag (Samstag). Die Zahl der im Krankenhaus behandelten Covid-19-Patienten war mit nahezu 1500 so hoch wie seit dem Frühling nicht mehr. Die Inzidenz stieg in Tschechien schon am Freitag auf 312 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Der polnische Gesundheitsminister Adam Niedzielski rief seine Landsleute am Sonntag auf, bei Friedhofsbesuchen einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Die Nachrichtenagentur PAP zitierte ihn: „Es gibt keine Vorschrift, auch im Freien eine Maske zu tragen, aber der gesunde Menschenverstand gebietet diese Vorsorgemaßnahme für sich selbst und die anderen.“ Sein Ministerium hatte am Vortag mit 9798 Neuinfektionen in 24 Stunden den höchsten Wert seit dem Frühjahr gemeldet. (dpa)

RKI registriert 16.887 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 149,4

Der seit gut zwei Wochen anhaltende Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland setzt sich fort. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 149,4 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 145,1 gelegen, vor einer Woche bei 106,3. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 16 887 Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.24 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 13 732 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 33 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 23 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4 597 550 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. (dpa)

Australien empfängt Reisende aus Neuseeland wieder ohne Quarantäne

Reisen von Neuseeland nach Australien sind ab Montag wieder ohne Pflicht zur anschließenden Quarantäne möglich. Von der Rückkehr zu diesem erleichterten Reisemodus verspreche man sich einen kräftigen Schub für die Tourismusbranche, erläuterte Australiens Handelsminister Dan Tehan am Sonntag. Um ohne Quarantänepflicht nach Australien einreisen zu dürfen, müssen Passagiere aus Neuseeland vollständig gegen das Coronavirus geimpft sein und vor Abreise einen negativen PCR-Test vorlegen, der höchstens 72 Stunden alt sein darf.

Die zwei Inselstaaten hatten im April einen beidseitigen Korridor für quarantänefreies Reisen geschaffen - die „Trans-Tasman bubble“. Diese wurde im Juli wegen steigender Corona-Zahlen in Australien ausgesetzt. Ob Neuseeland die Vorschriften für Reisende aus Down Under nun gleichermaßen wieder lockern wird, war zunächst unklar. Offen ist auch, wann Touristen aus aller Welt wieder nach Australien reisen können. (dpa)

Bundestagspräsidentin: Dankbar, dass Kimmich Debatte angestoßen hat

Die neue Bundestagspräsidentin Bärbel Bas erhofft sich von der Impf-Debatte um Joshua Kimmich auch positive Effekte. Sie sei dem Nationalspieler des FC Bayern München „sogar dankbar, dass er die Debatte über Langzeitfolgen der Impfungen vor dem Winter noch einmal angestoßen hat“, sagte die SPD-Politikerin der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. An diesem Beispiel sollten Politiker und Wissenschaftler stärker Gerüchte von Langzeitschäden aufklären.„Vielleicht lassen sich dann noch mehr Menschen von einer Impfung überzeugen, bevor sie von der vierten Welle erwischt werden, die jetzt rollt. Insofern kommt die Äußerung von Joshua Kimmich aus meiner Sicht zum richtigen Zeitpunkt“, sagte die bisherige Gesundheitspolitikerin Bas.(dpa)

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