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Lokal26.de Friesland

Arbeitsmarkt im Krisenmodus: Mehr Menschen ohne Job

04.06.2020

Friesland /Wilhelmshaven Trotz der Lockerungen der Corona-Auflagen befindet sich der Arbeitsmarkt weiterhin im Krisenmodus. Im Mai haben im Bereich der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven weitere 467 Betriebe Kurzarbeit angezeigt, rund 2000 Männer und Frauen haben sich nach Verlust ihrer Stelle erwerbslos gemeldet. Damit waren zum Ende des Monats 27.567 Menschen ohne Job, 1544 mehr als im April.

Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg um 4805 Personen bzw. 21,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote für Mai beträgt 6,6 Prozent, im April lag sie bei 6,3 Prozent. Im Mai 2019 lag der Wert bei 5,5 Prozent. Der Bezirk umfasst die Landkreise des nördlichen Oldenburger Landes sowie Delmenhorst und den Landkreis Oldenburg.„Im Mai sind nach und nach viele Beschränkungen im Wirtschaftsleben aufgehoben worden. Viele Menschen konnten ihre Arbeit wieder aufnehmen“, sagt Dr. Thorsten Müller, Leiter der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven. „Zugleich gibt es weiterhin Auswirkungen, die auf die Corona-Beschränkungen in der Welt zurückgehen. So ist etwa die Arbeit in Unternehmen der Verarbeitenden Industrie und der Logistik gehemmt aufgrund von Lieferschwierigkeiten ihrer Zulieferer; auch in anderen Ländern ruhte zum Gesundheitsschutz zeitweise die Fertigung.“

Bis zum Stichtag 27. Mai hatten 467 Unternehmen im Agenturbezirk für insgesamt bis zu 11.116 Beschäftigte konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Für alle vorherigen Monate werden jeweils Zahlen für den kompletten Monat angeben. Im März hatten 504 Unternehmen für insgesamt bis zu 9912 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt, im April waren es 6439 Betriebe mit bis zu 87.827 Beschäftigten.

Im Vormonat war die Zahl der gekündigten Beschäftigten aus dem Gastgewerbe überdurchschnittlich. Im Mai gab es im Gastgewerbe mit 156 Arbeitslosmeldungen einen Zuwachs von 54,5 Prozent. Der Handel mit Kraftfahrzeugen war prozentual stärker betroffen als andere Wirtschaftsabschnitte, 60 Personen (+87,5 Prozent) meldeten sich arbeitslos, ähnlich „sonstige Dienstleistungen, private Haushalte“ mit 91 Arbeitslosmeldungen (+89,6 Prozent). Bei „Immobilien, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen“ waren es 97 (+64,4 Prozent). Im Gesundheitswesen verloren 84 Personen ihren Arbeitsplatz, das waren 50 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. 212 Personen, die zuvor im verarbeitenden Gewerbe tätig waren, meldeten sich arbeitslos (+36,8 Prozent).

Friesland und Wesermarsch besonders betroffen

Kurzarbeit helfe Unternehmen, auf Kündigungen zu verzichten, die Beschäftigten im Betrieb zu halten und flexibel zu reagieren, erläuterte der Agenturchef. Inzwischen hätten viele Betriebe die Kurzarbeit beenden oder reduzieren können, auf der anderen Seite hätten weitere Betriebe Kurzarbeit angemeldet.

Müller führte weiter aus: „Üblicherweise gehen die Arbeitslosenzahlen in den Monaten März bis Mai deutlich zurück. Gerade in Fremdverkehrsgebieten, weil die Touristen in die Region strömen. In diesem Jahr haben viele Arbeitgeber die Wiedereinstellung von bewährten Mitarbeitern verschoben. Davon sind besonders Friesland und die Wesermarsch betroffen.“

In den Geschäftsstellenbezirken Jever und Varel der Arbeitsagentur sind die Arbeitslosenzahlen um 65 auf 1318 beziehungsweise 73 auf 1222 gestiegen, die Quoten betragen 4,8 und 5,2 Prozent.

Dies ist ein Beitrag der Wilhelmshavener Zeitung und des Jeverschen Wochenblatts.

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