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Lokal26.de Friesland

Bahnbaustelle: Längster Schienenersatzverkehr der Bahngeschichte hat ein Ende

04.04.2020

Friesland /Wilhelmshaven Während die ganze Welt in der Corona-Krise steckt, kehrt im Bahnverkehr zwischen Wilhelmshaven und Oldenburg ausgerechnet dieser Tage Normalität zurück. Am Samstag endete der längste Schienenersatzverkehr in der Bahngeschichte. Im März 2017 begannen die – immer wieder kurz unterbrochenen – Wochenendsperrungen der Bahnstrecke. In den ersten Monaten dieses Jahres fuhren zwischen Varel, Sande und Wilhelmshaven zeitweise sogar nur noch Busse.

Grund für die Zugausfälle sind die Bauarbeiten an der Bahnstrecke Wilhelmshaven-Oldenburg. In insgesamt sechs Planfeststellungsabschnitten wird die über hundertjährige Strecke als Hinterlandanbindung des JadeWeserPorts zukunftstauglich gemacht: Sie kann künftig mit bis zu 120 km/h befahren werden, trägt schwerere Züge, wird komplett elektronisch gesteuert und ist mit elektrisch betriebenen Zügen befahrbar. Damit entspricht sie dem heute üblichen Standard für Bahnstrecken.

Auch aktuell laufen die Arbeiten planmäßig

„Wir sind sehr froh“, kommentierte NordWestBahn-Sprecher Steffen Högemann den Abschluss der belastenden Phase. Für die NordWestBahn ging es dabei nicht nur um drei Jahre. Schon seit fast einem Jahrzehnt macht der Ausbau Bahnfahrern das Leben schwer. Die erste einjährige Komplettsperrung in den Jahren 2011/12 kostete das Unternehmen viele Kunden. In Krisengipfeln wurde vereinbart, die Strecke während der Woche – bis auf kleine baubedingte Einschränkungen – befahrbar zu halten und nur an den Wochenenden voll zu sperren.

Dies gelang der Deutschen Bahn ausgesprochen gut: Sie hielt in den vergangenen Jahren die Termine und war oft – wie jetzt im Abschnitt Sande-Varel – sogar etwas schneller. Auch aktuell läuft alles planmäßig, sagte Bahnsprecher Armin Skierlo am Freitag der Redaktion.

Und auch im Busersatzverkehr gab es eine Lernkurve. Haltestellen wurden verbessert und zusätzliche Direktbusse eingeführt. Eine Belastung blieb der Ersatzverkehr trotzdem: Fahrzeiten verlängerten sich und Reisende mussten zusätzlich umsteigen. Manche berichteten auch von Problemen. Dieses Kapitel ist jetzt geschlossen.

2022 wird die gesamte Strecke elektrifiziert

Die Arbeiten der Bahn sind indessen noch im Gange: Erst vor wenigen Wochen wurde mit dem Abschnitt Rastede-Oldenburg begonnen. Am Bahnhof Sande wird noch bis Ende nächsten Jahres gebuddelt. Zudem arbeitet die Bahn laut Skierlo an der Bahnverlegung Sande und in Wilhelmshaven am Bahnübergang Luisenstraße. Und am Ende, im Jahr 2022, folgt die Elektrifizierung der gesamten Strecke.

Laut Högemann ist wohl immer wieder mal mit kleineren Einschränkungen zu rechnen. Dies bestätigt auch Bahnsprecher Skierlo: Voraussichtlich Mitte Oktober wird es wohl eine dreitägige Wochenendsperrpause geben, da neue Software für das elektronische Stellwerk (ESTW) eingespielt werden muss.

Einen solch gewaltigen Busersatzverkehr wie den jetzt zuende gegangenen wird die Region wohl so schnell aber nicht wieder erleben.

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