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Lokal26.de Friesland

Kriminalität: Gefälschte Medikamente und Betrüger an der Haustür

03.04.2020

Friesland /Wilhelmshaven „Kriminelle und organisierte Banden werden ihre Methoden sehr schnell anpassen, um von der Krise profitierten zu können“, warnen Andrea Papenroth, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland, und Holger Barkowsky, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der kommunalen Prävention (VKP), zusammen mit der Geschäftsführerin Vanessa Bartelt in einer Pressemitteilung.

Die Epidemie krempelt gerade die Leben der Menschen um, sie verändert das Straßenbild und bestimmt den Alltag in den Städten und Gemeinden. Wäre es nicht logisch zu erwarten, dass sich die Verbrecherwelt ebenfalls an die neuen Begebenheiten anpasst?

Laut Polizei wird sie das ganz bestimmt: „Zwar gibt es noch keine messbaren Zahlen, aber zumindest die Zahl der Wohnungseinbrüche ist zum jetzigen Zeitpunkt im Vergleich zum Jahr davor gesunken“, sagt Papenroth. Wegen der Corona-Gefahr verlassen ältere und gefährdete Menschen selten ihre Wohnungen. Die Schüler sind daheim, ihre Eltern arbeiten im Homeoffice, abends geht man nicht mehr ins Kino, Theater oder Restaurant.

Schlecht für Einbrecher, die seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen seltener in Privathäusern ihrem Geschäft nachgehen. Läden geschlossen, kaum noch Menschen auf den Straßen – schlechte Zeiten für Taschen- und Ladendiebe.

Achtung: Dubiose
Angebote im Internet

Dagegen registrieren Ermittler mehr Fälle von Cybercrime, Betrug, Diebstahl und Fälschungen. Betrüger passen sehr schnell berüchtigte Muster an und beuten Ängste und Sorgen von Opfern während der Krise aus. „In der Polizeiinspektion ist zumindest die Zahl dieser Fälle im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen“, ergänzt Papenroth.

Die Täter profitierten von der großen Nachfrage nach Schutzartikeln wie Handschuhe, Masken und Anzüge. Ein Beispiel: Im Internet werden dubiose Corona-Test-Kits angeboten. Preise von 300 Euro sind keine Seltenheit.

Gefälscht werden antivirale Medikamente, das Anti-Malariamittel Chloroquin oder Vitaminpräparate. Diese werden dann als angebliche Heilmittel oder Schutz vor Ansteckung meist online angeboten.

„Solche kriminellen Aktivitäten während einer Gesundheitskrise sind besonders bedrohlich und können Menschenleben gefährden. Denn diese gefälschten Medikamente wurden von keinem getestet. Es gibt vermehrt Fake-Shops, die Desinfektionsmittel anbieten, die ja bekanntlich Mangelware sind. Wer darauf reinfällt und vorab bezahlt, ist sein Geld los. Ware wird er oder sie keine erhalten“, warnt Holger Barkowsky.

Ebenso haben sich Trickbetrüger eine neue Masche einfallen lassen und geben sich als Mitarbeiter des örtlichen Gesundheitsamtes aus.

betrüger wollen
Corona-Test machen

Sie klingeln an der Haustür und geben vor, einen Corona-Test machen zu wollen. So verschaffen sie sich Zutritt zu der Wohnung und nutzen die Gelegenheit, in unbeobachteten Momenten Geld oder Gegenstände zu entwenden. Was mit Sicherheit nicht erfolgt: ein Test. Laut Papenroth ist in der Polizeiinspektion zwar noch kein derartiger Fall angezeigt worden, jedoch ist von einem hohen Dunkelfeld auszugehen oder zum Glück tatsächlich noch keiner passiert.

Auf jeden Fall gilt: „Schauen Sie sich Ihre Besucher vor dem Öffnen der Tür durch den Türspion oder das Fenster genau an“, rät Vanessa Bartelt. „Öffnen Sie die Tür nur bei vorgelegtem Sperrriegel. Übergeben Sie kein Geld an vermeintliche Tester an ihrer Haustür und rufen Sie bei einer akuten Bedrohung sofort die Polizei unter der 110 an!“

Der Vorsitzende des VKP, Holger Barkowsky, weist ausdrücklich auf die Beratungsmöglichkeiten hin: „Haben Sie Fragen? Wir sind für Sie da!“
 Die Geschäftsstelle des VKP ist in der Störtebekerstraße 3 in Wilhelmshaven; dort findet von Montag bis Freitag eine offene Bürgersprechstunde statt, in der man sich über kriminalpräventive Themen, wie Einbruchschutz, Internetsicherheit und Trickbetrug beraten lassen und geeignetes Informationsmaterial mit nach Hause nehmen kann.

Aufgrund der Corona-Krise ist die Geschäftsstelle derzeit nicht persönlich besetzt, jedoch unter Telefon  04421 / 7780942 erreichbar.
 In der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland stehen für Fragen rund um das Thema Prävention folgende Ansprechpartner zur Verfügung: Peter Lewald, Beauftragter für Jugendsachen (BfJ) und Dominik Tjaden, Verkehrssicherheitsberatung (VSB). Das Präventionsteam ist im Polizeidienstgebäude in der Mozartstraße 29 in Wilhelmshaven untergebracht und unter Telefon  04421 / 942-107, -108 oder -109 oder per E-Mail unter prävention@pi-whv.polizei.niedersachsen.de zu erreichen.
 Im Landkreis Friesland stehen Tanja Horst, Sachbearbeiterin Prävention für den Bereich Jever, unter Telefon  04461 / 9211-181, und Eugen Schnettler, Sachbearbeiter Prävention für den Bereich Varel, unter Telefon  04451 / 923-146 als Ansprechpartner für Ratsuchende zur Verfügung.

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