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Lokal26.de Friesland

Neues Verkehrskonzept: Breitere Radwege kommen Pendlern entgegen

19.05.2020

Friesland /Wilhelmshaven Mit dem Fahrrad statt dem Auto zur Arbeit pendeln. Dafür möchte der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) mit seinen Ortsverbänden in Friesland und Wilhelmshaven den Weg im wahrsten Sinne des Wortes ebnen. Gemeinsam haben sie eine Konzeptstudie für ein Pendler-Radwegenetz in der Region erarbeitet. Demnach sollen die Radwege – nicht nur – für Pendler angemessener werden. Die Zahl von Radfahrern hat sich auch durch die Pedelecs weiter erhöht. Immer mehr Unternehmen stellen ihren Mitarbeitern Pedelec-Leasing zur Verfügung und machen das Pendeln mit dem Zweirad somit zu einer realistischen Option.

Voraussetzungen für diese Radwegenetze: Alltagstauglichkeit sowie der direkte Weg in den nächsten Ort, damit die Ziele gut erreichbar sind, erklärt Bernhard Zimmering vom Vorstand des ADFC Friesland in der gestrigen Kreisbauausschusssitzung. Das vorgestellte Konzept bezieht sich zunächst auf zwei Strecken: Die erste führt von Wittmund über Jever und Schortens bzw. Roffhausen nach Wilhelmshaven, entlang der B 210, der alten B 210 und dem Bundeswehr-Radwegenetz. Die zweite Strecke soll von Varel über Blauhand, Sande nach Wilhelmshaven an der ehemaligen B 69 entlangführen. Dabei sollen vor allem bereits vorhandene Wege ausgebaut beziehungsweise verbreitert werden. Vereinzelt, wie von Sengwarden bis Sillenstede (Landesstraße 807), soll neu gebaut werden.

Das Konzept wurde bereits im Januar gemeinsam mit dem Fachbereich Straßenverkehr des Landkreises Friesland sowie der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Aurich, „vorbesprochen“. Für den Fachbereich Straßenverkehr des Landkreises ist es „ein äußerst interessanter Ansatz der Radverkehrsförderung in der Region“ – auch wenn der Landkreis nur an einigen wenigen Stellen direkt betroffen ist. Vielmehr ist es Sache der Kommunen beziehungsweise von Land und Bund. Im Herbst sollen deswegen jeweils in Jever und in Schortens ein Runder Tisch stattfinden, berichtet Zimmering. Dann soll das Konzept auch weiter verfeinert werden.

Bauausschuss begrüßt das Konzept

Der ADFC Friesland empfiehlt in dem Konzept eine Breite von drei bis vier Metern – wenn die Radwege in beide Richtungen befahrbar sind, sonst zwei Meter. Grund sind die höheren Geschwindigkeiten, die gerade auf Pendler-Radwegen gefahren werden, sowie das oft mehrspurige Fahrräder oder Pedelecs die Wege nutzen.

Doch diese Breite ist nicht ganz unproblematisch, sagt Frank Buchholz von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Denn, auch wenn er diese Zahlen begrüßt, sind die meisten Radwege weniger breit. Bei Gegenverkehr sind es nach aktueller Vorschrift 2,50 Meter. Eine Verbreiterung ist nicht immer problemlos möglich, liegen Radwege doch oft an der Grenze zu anderen Grundstücken – und die Bereitschaft zum Verkauf nehme immer mehr ab, so Buchholz. Bei der alten B 210 könnte die Fahrbahn zugunsten des Radweges schmaler werden. Generell sei aber damit zu rechnen, dass die Umsetzung des Konzeptes mehrere Jahre an Vorlauf erfordere.

Vom Bauausschuss wurde das Konzept bereits begrüßt. Allerdings ist für Gerhard Ratzel (FDP) auch klar, dass zu einer Ertüchtigung der Wege auch gehört, diese zu beleuchten, damit Fußgänger besser erkennbar sind. Darin pflichtete ihm Martina Esser (Grüne) bei und ergänzte, dass auch für passende Möglichkeiten zum Unterstellen gesorgt sein muss. Zunächst sprach sich der Ausschuss aber dafür aus, dass das Konzept bei zukünftigen Planungen berücksichtigt werden soll – immer auch unter Einbeziehung der örtlichen Rahmenbedingungen und Fördermöglichkeiten.

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