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Lokal26.de Friesland

Verkehrsunfallstatistik der Polizei: Auffällig viele Radfahrer an Unfällen beteiligt

25.03.2020

Friesland /Wilhelmshaven Die Zahlen der Verkehrsunfallstatistik sind immer erschreckend – hinter jeder Zahl verbergen sich Verletzungen, Tod, Trauer, Trauma und im besten Falle „nur“ Ärger und Kosten. Die Polizeiinspektion Wilhelmshaven-Friesland hat mit den Zahlen und ihren Auswertungen für 2019 keine Entspannung für den öffentlichen Verkehrsraum dokumentiert: ein Anstieg um 238 (plus 5,29 Prozent) auf 4739 und erneut zehn Tote in Friesland und Wilhelmshaven.

Mehr Verletzte

„Wird der Fünf-Jahres-Zeitraum betrachtet, so kann festgestellt werden, dass von 2015 zu 2019 die Unfallzahlen insgesamt lediglich um 4,54 Prozent gestiegen sind, was die Schwankungsbreite der Jahreszahlen deutlich macht“, erklärt Andreas Kreye, Sachbearbeiter Einsatz und Verkehr der Polizeiinspektion, und ergänzt, dass im gleichen Zeitraum die Anzahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge um 7,87 Prozent auf 129 744 gestiegen ist. Auch die Anzahl der verletzten Personen ist leicht angestiegen (plus 25: plus 2,73 Prozent), wobei die Anzahl der Verletzten mit schweren Folgen gesunken ist (minus 10: minus 6,85 Prozent).

Stadt und Land

In Wilhelmshaven wurden insgesamt 2387 Verkehrsunfälle polizeilich aufgenommen, was zu 2018 eine Steigerung um 5,15 Prozent und im Fünf-Jahres-Vergleich um 3,64 Prozent bedeutet. In Wilhelmshaven waren fünf Unfälle tödlich. Im Landkreis Friesland waren es 2352 Verkehrsunfälle. Im Vergleich zu 2018 und auch im Fünf-Jahres-Vergleich beträgt die Steigerung 5,42 Prozent.

Pedelecs

Auffällig ist die hohe Anzahl der beteiligten Radfahrer. Hier stiegen die Zahlen um 5,41 Prozent auf 407 Unfälle mit Radfahrern. Bei 68 Prozent dieser Unfälle wurden die Radfahrer verletzt. Auch die Steigerung bei den beteiligten Pedelecs fällt auf. Während 2018 noch 45 Pedelecs beteiligt waren, waren es 2019 bereits 71 (plus 57,78 Prozent). Die Zahl der dabei verletzten Personen stieg von 36 auf 51 um 41,67 Prozent.

An den 4739 Unfällen im Inspektionsbereich waren 1340 Senioren beteiligt, davon haben 931 den Unfall verursacht (69,48 Prozent). 173 Senioren wurden bei den Unfällen verletzt. 44,5 Prozent der Senioren waren mit dem Auto, 34,6 Prozent als Fußgänger, 39,89 Prozent mit dem Fahrrad und hiervon fast die Hälfte mit einem Pedelec beteiligt.

Bei den festgestellten Fahrten unter Alkoholeinfluss ist eine deutliche Steigerung um 22,84 Prozent auf jetzt 285 festzustellen, bei 95 Fällen kam es zu einem Unfall.

Noch deutlicher ist die Steigerungsrate bei den Fahrten unter dem Einfluss von Drogen. Hier stiegen die festgestellten Fahrten um 30,71 Prozent auf 200, bei 20 Unfällen wurde Drogenbeeinflussung festgestellt.

In dem Bereich der Unfallfluchten stiegen die Zahlen nochmals um etwa drei Prozent auf insgesamt 1275, der prozentuale Anteil von Unfällen mit anschließender unerlaubter Flucht beträgt 26,9 Prozent, wovon aber auch fast jede zweite Unfallflucht 2019 aufgeklärt wurde.

Prävention

Die Polizeiinspektion hat sich für dieses Jahr Schwerpunkte gesetzt, die sich an den Erkenntnissen der Unfallauswertungen orientieren. „Da überhöhte Geschwindigkeit nach wie vor einer der Hauptgrund für schwere und schwerste Folgen bei Verkehrsunfällen ist, intensivieren wir unsere Zusammenarbeit mit der kommunalen Geschwindigkeitsüberwachung“, betont Andreas Kreye. „Wir bilden gemeinsame Schwerpunkte, damit jeder Verkehrsteilnehmer zu jeder Zeit damit rechnen muss, dass seine Geschwindigkeit überprüft wird.“ Neben der Geschwindigkeitsüberwachung werden auch die Themen Ablenkung und weiterhin die Alkohol- und Drogenkontrollen in den Fokus genommen, sagt Markus Wallenhorst, Leiter Einsatz der Polizeiinspektion, und hebt die Wichtigkeit der Arbeit hervor.

2019 wurde bereits in vielen Sonderaktionen, aber auch mit der Verankerung des Themas im Alltagsdienst, der Themenbereich Ablenkung in der polizeilichen Verkehrsüberwachung intensiv bearbeitet. In der Stadt Wilhelmshaven und dem Landkreis Friesland wurden 2019 insgesamt 777 Ordnungswidrigkeitenverfahren z.B. wegen des Verstoßes gegen das Benutzungsverbot von elektronischen Geräten eingeleitet. Darunter waren 273 gegen Radfahrer.

bildungsarbeit

Bereits 2019 wurde an vielen Grundschulen Verkehrsunterricht durchgeführt, „Fußgängerführerscheine“ abgenommen, in den 4. Klassen Radfahrprüfungen sowie mehr als 3900 präventive Fahrradkontrollen gemacht. Ein wesentlicher Bestandteil der Bildungsarbeit sind die Vorträge und Schulungen für Senioren.

Beispielsweise bei Mietervereinigungen und Seniorentreffs haben Polizisten bereits 2019 viele Vorträge für Senioren mit dem Schwerpunkt Pedelec gehalten, außerdem bietet die Verkehrswacht hierzu besondere Trainings an. Im Rahmen der Aktion „Fit im Auto“ (Fahrtraining für Senioren) gab es zehn Veranstaltungen mit insgesamt 120 Teilnehmern. Diese Aktionen und Trainings sollen auch 2020 wesentlicher Bestandteil der Verkehrssicherheitsarbeit in Friesland und Wilhelmshaven sein.

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