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Lokal26.de Ostfriesland Landkreis Wittmund Holtriem

Kunst und Kultur: „Pflug-Drache“ als Hingucker in Friedeburg

31.03.2020

Blomberg Andreas Scuda ist Künstler. Mit traditionellen Techniken schafft er intuitiv Sitzmöbel, Baumtore und andere Plastiken, die zum Teil größere Dimensionen annehmen. „Ich bevorzuge keine besonderen Holzsorten, arbeite jedoch gerne aus dem rohen, nicht zugerichteten, natürlich gewachsenen Holz heraus“, berichtet der Blomberger.

Wie es beispielsweise in der – wegen der Corona-Krise aktuell nicht geöffneten – Jahresausstellung im Friedeburger Rathaus zu sehen ist, entwickeln sich unter seiner Hand aus dem Material menschliche Figuren, Masken, Tiere und organische Formen. Ihren besonderen Reiz gewinnen sie, indem sie oft im reliefhaften Zustand bleiben. Die Natürlichkeit des Holzes, seine Strukturen und Maserungen bleiben in den Werken Andreas Scudas erhalten, nur wenige Arbeiten behandelt der Künstler farbig.

Passend zur aktuellen Zeit befindet sich in der Ausstellung auch eine Installation mit Holzmaterialien und Eisen. Laut Scuda interpretieren sie aus verschiedenen Blickwinkeln das Thema „Durchhalten“ beziehungsweise „Bei der Stange bleiben“. So stelle sich die Frage, für wen oder was sich das Durchhaltevermögen lohnt. Das Exponat versuche, Antworten anzustoßen – und ist unverhofft aktueller denn je.

Ausbildung zum Zimmermann

Spätestens durch seine Ausbildung zum Zimmermann gewann Scuda vor vielen Jahren seine Zuneigung zum Holz. Das Naturmaterial gebe ihm in seiner Struktur vor, was in ihm steckt, sagt er: „Ich lebe nicht davon, Ideen zu haben, sondern ich lebe meine Ideen.“

Dass sich Scuda mit seinen Berufskollegen gut versteht, wird auch in Friedeburg deutlich. So reicht der Holzbildhauer aus dem Holtriemer Land in der Schau im Verwaltungstrakt dem in Horsten seit langem ansässigen Künstler Thorsten Schütt quasi die Hand, dies wird in einer Skulptur von Schütt im Dialog mit drei Exponaten des Blombergers deutlich. An anderer Stelle rät der Kunstschaffende dem Betrachter, seine Fantasie sprechen zu lassen. So ist im Obergeschoss das Exponat „Drachen-Pflug – Pflug-Drache“ zu finden, das die Skulptur Schütts – der „Nordseekrieger“ als Wächter vor dem Büro des Bürgermeisters – ergänzt. „Thorsten Schütt hatte mich gebeten, einen Gegenpol zu schaffen“, erklärt Scuda. „Also, bleib standhaft, Nordseekrieger, sonst wirst du weggepflügt“, formulierte er auf seiner Skulpturenbeschreibung. Er habe einen Teil einer auf 4000 Jahre vor Christus datierten Moorkiefer sowie ein 100-jähriges Holzstück verarbeitet.

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