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Lokal26.de Ostfriesland Landkreis Wittmund Holtriem

Naturschutz: Samtgemeinde Holtriem sind beim Bohlenweg die Hände gebunden

12.03.2020

Eversmeer Die Samtgemeinde Holtriem investiert am Ewigen Meer in Eversmeer in ein neues Sanitärgebäude und einen Grillplatz, später sollen gar noch Wohnmobilplätze hinzu kommen. Währenddessen ist aber der am See entlang führende Bohlenweg nicht passierbar, ja sogar für Besucher gesperrt. Nur der direkte Zugang zum Meer ist derzeit möglich und wird auch wohl für die nächsten Jahre die einzige Möglichkeit bleiben, sich unmittelbar zu diesem einmaligen Naturschutzgebiet in Deutschland Zugang zu verschaffen.

„Setzt die Samtgemeinde da die richtigen Prioritäten?“ fragte sich daher jüngst ein Leserbriefschreiber. Dadurch sah sich die Samtgemeinde, aber insbesondere der Vorsitzende des SPD-Ratsfraktion, Hinrich Möhlmann, genötigt, einiges klar zu stellen, denn in Sachen Bohlenweg ist die Kommune natürlich an einer schnellen Instandsetzung oder Erneuerung interessiert. Doch sind ihr quasi die Hände gebunden, denn: Das Naturschutzgebiet gehört dem Land Niedersachsen und steht in Verwaltung der Staatlichen Moorverwaltung mit Sitz in Meppen. Und nur die hat beim Bohlenweg das Sagen, auch wenn das Gebiet teilweise im Bereich  der Samtgemeinde Holtriem liegt, von der es auch den einzigen offiziellen Zugang zum Ewigen Meer gibt.

„Ich kann nicht einfach in den Garten meines Nachbarn gehen“

Doch die Zuständigkeitsverhältnisse sind klar abgegrenzt: Samtgemeindebürgermeister Jochen Ahrends bringt es ganz einfach auf den Punkt: „Ich kann nicht einfach in den Garten meines Nachbarn gehen und da etwas machen!“

Die Kommune hat sich natürlich gleich nach der Sperrung im Jahr 2018 ins Gespräch gebracht, Alternativen angedacht, finanzielle Beteiligung für eine baldige Öffnung des Bohlenweges in Aussicht gestellt. Zudem steht man in Kontakt mit dem Landkreis und der Unteren Naturschutzbehörde als genehmigende Instanz. Doch den Hut hat in Sachen Bohlenweg eindeutig die Staatliche Moorverwaltung auf. In deren Haushalt sind jetzt erst Gelder für Planung (Instandsetzung oder Erneuerung) des Bohlenweges bewilligt worden. Beauftragt wurde damit vor wenigen Wochen das Staatliche Baumanagement. „Das ist noch alles sehr frisch“, versicherte Dr. Eberhard Masch, Leiter der Moorverwaltung, in einem Gespräch. Es gäbe noch keine Rückmeldung, das sei aber normales Behördenhandeln.

Es ist also noch nicht absehbar, wann sich und was sich in Sachen Bohlenweg am Ewigen Meer tun wird. Und je nach Lösung werden auch noch wieder Genehmigungen fällig werden, denn bei dem Ewigen Meer handelt es sich nicht nur um ein „normales“ Naturschutzgebiet, sondern Natura-2000-Gebiet. Das ist ein zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten innerhalb der Europäischen Union, das seit 1992 nach den Maßgaben der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie errichtet wird. Sein Zweck ist der länderübergreifende Schutz gefährdeter wildlebender heimischer Pflanzen- und Tierarten und ihrer natürlichen Lebensräume. In das Schutzgebietsnetz werden auch die gemäß der Vogelschutzrichtlinie ausgewiesenen Gebiete integriert. Das macht das Ganze nicht einfacher und die Zeit, bis etwas passiert, keinesfalls kürzer.

Helmut BurmannLokalredaktion

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