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Lokal26.de Ostfriesland Landkreis Wittmund Holtriem

Ratsbeschluss der Gemeinde Holtriem: Leichenhalle mitten im Ortszentrum von Westerholt

12.05.2020

Holtriem Da, wo in Westerholt vor einem halben Jahr Kunden vor allem montags und donnerstags den Discounter stürmten, um die neuesten Sonderangebote zu ergattern, dort entsteht laut jüngstem Ratsbeschluss in Zukunft ein Ort der Stille und des Abschieds: Die Samtgemeinde Holtriem beschloss die Anpachtung des südlichen Teils des alten Aldi-Gebäudes an der Dornumer Straße, für die zukünftige Nutzung als Leichenhalle mit vier Leichenkammern und integriertem Abschieds- und Trauerhaus. Die Bedenken, dass die Leichenkammer in Blomberg und Ochtersum dadurch geschlossen werden könnten, wie es die Verwaltung angedacht hatte, sind gleichzeitig vom Tisch. Die Politik sprach sich für den Erhalt der beiden Stätten aus.

Eine Leichenhalle unter einem Dach mit Einzelhandelsbetrieben? Das bedurfte in Westerholt einiger Überzeugungsarbeit, denn eigentlich hätte sich ja ein Neubau an der Stelle der alten Leichenhalle angeboten. Das aber lohnt sich in den Augen von Samtgemeindebürgermeister Jochen Ahrends nicht. Zu viele Auflagen und zu wenig Platz für die Trauergäste sprächen dagegen.

Ergo konzentrierten sich die Überlegung auf den südlichen Teil des früheren Aldi-Gebäudes, das am 21. Oktober 2019 bis auf die Grundmauern niedergebrannt war. Das Areal grenzt direkt an den Friedhof und die Kirche, teilweise nur durch ein Tief mit Brücke oder eine Baumreihe getrennt. Ein direkter Zugang ist ohne große Probleme zu schaffen.

Nachdem sich Verwaltung und politische Gremien schon seit geraumer Zeit mit dem Leichenhallenkonzept beschäftigt hatten, wurde mit der Kirchengemeinde Westerholt eine Einigung erzielt, dass künftig der südliche Teil des früheren (abgebrannten) Aldi-Gebäudes für eine neue Leichenhalle mit einem großen Andachtsraum genutzt werden kann. Der südliche Teil des Gebäudes kann nach Verhandlungen mit dem Investor Werner Hollander von der Samtgemeinde Holtriem gepachtet werden. Das Grundstück mit dem Gebäude gehört Sandra Hollander. Ein Verkauf beziehungsweise ein Teilverkauf des Gebäudes kommt für Familie Hollander nicht in Betracht.

Pachtzeit von 30 Jahren wird angestrebt

Da mit dem Wiederaufbau des Gebäudes bereits vor einiger Zeit begonnen wurde, musste die Grundsatzentscheidung, ob die Samtgemeinde Holtriem den südlichen Teil des Gebäudes künftig als Leichenhalle und Andachtsraum nutzen möchte, in einem zeitlich eng gesteckten Rahmen erfolgen.

Der Samtgemeindebürgermeister hat daher Ende März alle Ratsmitglieder per Mail ausführlich über die aktuelle Sach- und Rechtslage informiert. Die voraussichtlich zu erwartenden Kosten wurden zusammengestellt und die Folgekosten sowie der jährliche Zuschussbedarf unter Berücksichtigung der möglichen Auslastung beleuchtet. Die Stellungnahme der Kirchengemeinde Westerholt wurde beigefügt.

Die Gruppe CDU/FDP hat mehrheitlich die Fortführung der Leichenhallenplanung mit dem Investor Hollander befürwortet. Die SPD-Fraktion hat sich im Rahmen einer Art „Vorentscheidung“ dafür ausgesprochen, der Anmietung in einem endgültigen Beschlussverfahren zuzustimmen. Die politischen Gremien haben sich zugleich gegen eine zentrale Lösung ausgesprochen und wollen an den Leichenkammern in Blomberg und Ochtersum festhalten.

Nach dem Beschluss des Samtgemeinderates am Donnerstag wurde der Anpachtung des südlichen Teils des alten Aldi-Gebäudes in der Größe von etwa 455 Quadratmetern für die künftige Nutzung als Leichenhalle zugestimmt. Eine Pachtzeit von 30 Jahren wird angestrebt. Die Investitionskosten für die erforderlichen Umbauarbeiten trägt der Eigentümer. Die Umbauarbeiten sind mit der Samtgemeinde Holtriem abzustimmen. Dabei sind einige Forderungen der Kirchengemeinde Westerholt zu beachten. So soll das Umfahren des Gebäudes durch LKW unterbunden werden sowie ein Sichtschutz vorne und an der Sieltiefseite eine optische Trennung herbeiführen. Schallschutz bei den Wänden, Decken, Fenster und Türen muss die Betriebsgeräusche durch den gewerblich genutzten Nachbarbereich verhindern. Zudem wird ein direkter Zugang zum Friedhof geschaffen. Die erforderliche Einrichtung übernimmt die Samtgemeinde Holtriem in Absprache mit der Kirchengemeinde. Die Leichenhalle wird von der Samtgemeinde betrieben. Für die Nutzung werden jeweils öffentlich-rechtliche Gebühren nach einer Benutzungs- und Gebührenordnung erhoben.

Helmut BurmannLokalredaktion

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