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Lokal26.de Ostfriesland Landkreis Wittmund Holtriem

Ausgaben höher als Einnahmen: Ochtersum plant keine Kreditaufnahme

06.03.2020

Ochtersum Die acht Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Holtriem sind finanziell ausnahmslos gesund. Da macht auch die Gemeinde Ochtersum keine Ausnahme, wenngleich auch den Einzahlungen in den Finanzhaushalt im Jahr 2020 von 914.000 Euro Ausgaben in Höhe von 1.414.000 Euro gegenüberstehen. Doch diese Differenz wird durch Rücklagen gedeckt, eine Kreditaufnahme ist nicht vorgesehen. Fraglich ist zudem, ob alle geplanten Investitionen auch getätigt werden können, da beispielsweise Fördermittel für den Ländlichen Wegebau auf der Kippe stehen.

Das Jahr 2019 bezeichnete Gerhard Schuster, Kämmerer der Samtgemeinde Holtriem, der die Haushaltssatzung 2020 zusammen mit Bürgermeister Franz Pfaff erarbeitet hatte, auf der 18. Ratssitzung am Mittwochabend als Highlight für Ochtersum. So seien allein elf Baugrundstücke verkauft worden. Ein neues Baugebiet soll daher erschlossen werden, doch ein passendes Areal zu finden, erweist sich als gar nicht so einfach, wie im weiteren Verlauf der Sitzung deutlich wurde. Gerhard Schuster gab den acht Ratsmitgliedern einen tiefen Einblick in die Ochtersumer Zahlen und erklärte „nebenbei“ auch den Finanzausgleich: „Man packt so lange hin und her, bis nichts mehr übrig ist!“

Der Ergebnishaushalt beläuft sich auf rund 555.700 Euro, die Einnahmen aus der Grundsteuer (A und B) betragen 100.000 Euro, die Gewerbesteuer beläuft sich auf 120.000 Euro. Der Anteil aus der Einkommenssteuer liegt bei 250.000 Euro. Die Aufwendungen für Umlagen summieren sich auf 160.000 (Kreis) beziehungsweise 126.000 Euro (Samtgemeinde). Für Erschließungsmaßnahmen des Baugebietes Warf wurden 100.000 Euro veranschlagt, für den Ländlichen Wegebau 305.000 Euro sowie für den Grunderwerb für ein neues Baugebiet 250.000 Euro. In die Ortsbeleuchtung werden 10.000 Euro investiert, in die Spielplatzgestaltung „Am Rendel“ 5000 Euro. Diese Summe erhält auch der SV Ochtersum für die Umrüstung seiner Flutlichtanlage auf LED. 40.000 Euro sollen für zwei neue Buswartebereiche in Barkholt in die Hand genommen werden, doch wird diese Summe fast zu 100 Prozent vom Kreis und Land zurück erstattet.

Keine Ochtersumer Ratssitzung ohne das Thema Windkraft. Auf der vorangegangenen Versammlung hat die Firma Norderland ihr „Tuning-Projekt“ für Windkraftanlagen vorgestellt, welches bei optimalem Lauf mehr Leistung bei geringerem Lärm vorsieht. Die Beschlussvorlage von Franz Pfaff, diesem Projekt zuzustimmen, fand keine Mehrheit. Die Ratsmitglieder haben noch detaillierte Fragen zum Projekt und möchte diese erst beantwortet wissen. Die Ochtersumer möchten vor allem Gewissheit, dass durch die Optimierung der Mühlen der Lärmpegel reduziert wird. Dann soll erneut über die Beschlussvorlage abgestimmt werden. Diese ist für Norderland aber ohnehin nicht bindend, denn die Genehmigungsbehörde ist der Landkreis Wittmund.

In Arbeit ist derzeit in Ochtersum die Maßnahme „Barkholter Berg“. Die mit etwas über elf Metern höchste Erhebung in der Gemeinde war in früheren Wintern eine beliebte Rodelpiste. Dabei handelt es sich jedoch um Kulturdenkmal, eine altfriesische Grabstätte, die wieder verfüllt und hergerichet werden soll, um zu einer Anlaufstelle in der Gemeinde zu werden.

Helmut BurmannLokalredaktion

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