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Lokal26.de Ostfriesland Landkreis Wittmund Holtriem

Windräder sollen mehr Energie liefern

14.02.2020

Ochtersum Wer mit einem modernen Elektroauto bremst, erzeugt in der Regel Energie, mit der die Fahrzeugbatterie wieder aufgeladen wird. Nach dieem Prinzip hat die Firma Enercon Windkraftanlagen des Typs E-115 weiterentwickelt. Diese sollen bei gleicher Umdrehungszahl mehr Energie erzeugen und zugleich leiser werden. Diese Optimierung soll bald bei den Ochtersumer Mühlen des Typs umgesetzt werden und beschäftigte den Rat der Gemeinde Ochtersum sowie annähernd 20 Bürger während der jüngsten Gemeinderatssitzung im Feuerwehrhaus. Johann Eisenhauer und Manfred Wiards von der Norderland Windenergie & Luftfahrt GmbH erläuterten, warum sie für ihre E-115-Windkrafträder in der Gemeinde Ochtersum ein neues Genehmigungsverfahren beim Landkreis Wittmund anschieben werden.

Bestehende Anlagen sollen mehr Energie erzeugen

Kurz gefasst: Die bestehenden Anlagen sollen bei gleicher Umdrehungszahl mehr Energie erzeugen und dabei auch noch leiser werden. Verschiedene Firmen an unterschiedlichen Standorten hätten die Versuchsabteilung der Firma Enercon bei dem Optimierungsvorhaben für E-115-Anlagen begleitet, erklärte Manfred Wiards. Denn: Wird in einem Schallgutachten festgestellt, dass nachts die Grenzwerte nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) überschritten werden, müssen Windkraftanlagen im Nachtbetrieb gedrosselt laufen, wodurch ein geringerer Schallleistungspegel erreicht wird. Der Schallpegel dieser Anlagen ist ein häufiger Streitpunkt zwischen Betreibern und Kritikern.

Für die Ochtersumer Mühlen heißt das, dass sie sich ab 22 Uhr unter optimalen Umständen maximal 10,4-mal die Minute drehen, wobei die Flügelspitzen dann immerhin eine Geschwindigkeit von 225 km/h erreichen, um eine Leistung von 1000 Kilowatt Strom zu erzeugen. Zukünftig sollen es aber bei gleicher Umdrehungszahl 1600 Kilowatt werden. Rein theoretisch wären sogar 2200 Kilowatt drin, doch würde diese Leistung die Technik arg belasten. Trotz der Mehrleistung soll die Lautstärke dieser Anlagen um 1,4 Dezibel reduziert werden.

Rat Ochtersum muss zustimmen

Das ist allerdings auch eine Vorgabe des neuen Interimsverfahrens, das eine Genehmigung der Optimierung durch den Landkreis voraussetzt. Denn bestehende Anlagen dürfen „nicht einfach so“ verändert werden, sie müssen vom Landkreis genehmigt werden, und auch der Rat der Gemeinde Ochtersum muss dem zustimmen.

Sollte die Optimierung dieser Anlagen, die neben elektrischen Veränderungen am Generator auch auch Feineinstellungen der Rotorblätter und mehr beinhaltet, nicht klappen, können die Windkrafträder in den ursprünglichen Zustand zurückgesetzt werden. Denn für diesen Betrieb gilt Bestand-
schutz.

Johann Eisenhauer und Manfred Wiards sicherten zu, dass die Lautstärke der Anlagen stets überprüft würde, und die Messergebnisse jederzeit eingesehen werden könnten. Man bewege sich schon unterhalb der erlaubten Schallwerte. Die Geräusche auf null zu bekommen, sei allerdings nicht möglich.

Zudem zeigten Eisenhauer und Wiards Verständnis für die Sorgen vom Lärm betroffener Anwohner. Und die Vergangenheit habe gezeigt, das in manchen Fällen sogar Abhilfe geschaffen werden konnte. Zum Teil sind es abstellbare Kleinigkeiten an einer Windkraftanlage, die unnötigen Lärm verursachen. Die Norderland-Geschäftsführer versicherten, sich um die Einzelfälle zu kümmern, nötigenfalls auch Windmühlen kurzzeitig abzustellen. Die Betroffenen müssten sich nur bei ihnen melden.

Helmut BurmannLokalredaktion

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Landkreis Wittmund | Enercon GmbH

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