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Lokal26.de Ostfriesland Landkreis Wittmund Holtriem

Bildung in Zeiten von Corona: Gespenstische Stille in der Oberschule Westerholt

23.03.2020

Westerholt Es ist ruhig in der David-Fabricius-Ganztagsschule Oberschule Westerholt – schon fast gespenstisch still. Dort, wo ansonsten 230 Schüler sowie rund 30 Lehrkräfte, Pädagogische Mitarbeiter und Sekretärinnen für eine reges Leben sorgen, ist es derzeit wie ausgestorben. Offiziell gibt es nur eine „Stallwache“, die Schulleiter Jan Huuk oder seine Stellvertreterin Maria Hemmers sowie Sekretärin Gaby Jacob zwischen acht und 14 Uhr übernehmen. Doch sie sind nicht immer ganz allein. In kleinen Gruppen treffen sich Kollegen, um Lehrpläne zu besprechen, Hausmeister Johannes Freese nutzt die Gelegenheit, alles auf Vordermann zu bringen, und die Reinigungskräfte sorgen dafür, dass alles picobello ist, wenn die Schüler am 20. April zurückkehren – so es die Corona-Pandemie denn zulässt.

Auch wenn sich Schulleiter Jan Huuk angesichts dieser Stille über jedes Telefonklingeln freut, so verhält es sich keineswegs so, dass er und seine Kollegen nichts zu tun hätten. Doch offiziell arbeiten diese im Home-Office: Und von dort aus versorgen sie ihre Schüler mit Aufgaben! Rein theoretisch könnten sie ihre Schüler sogar digital unterrichten, denn wie alle entsprechenden Schulen im Landkreis Wittmund sind die Westerholter gut vernetzt. Die David-Fabricius-Ganztagsschule sogar zu 100 Prozent, hat sie sich doch im Rahmen der schulischen Qualitätsentwicklung das Thema „Digitale Bildung“ auf die Fahnen geschrieben. Und das setzt ein junges Kollegium mit erfahrenen, aber der neuen Technik sehr aufgeschlossenen Kollegen konsequent um. Das hat sich inzwischen rumgesprochen, so dass die regelmäßigen Fortbildungen in Holtriem auch gerne von Pädagogen anderer Schulen nachgefragt werden. In interner Runde stehen obendrein alle drei bis vier Wochen Westerholt-intern Micro-Fortbildungen an.

Möglich ist das alles aber auch nur, weil man sich technisch auf dem neuesten Stand befindet. So sind die Unterrichtszimmer der Lehrer – in Westerholt wechseln in der Regel die Schüler die Zimmer und nicht die Lehrer – ausnahmslos mit Aktive-Bords ausgestattet, auch dank der Unterstützung von Landrat Holger Heymann, wie Huuk betont. Hinzu kommen fest installierte PCs und 40 Tablets, die so gut wie nie ungenutzt herumliegen. Die Schulleitung ist derzeit dabei, diesen Bestand weiter aufzufüllen.

Die Schüler verfügen zu 100 Prozent über einen Internetanschluss und sind über Iserv mit der Schule verbunden. Und auch wenn ihnen von der Schule kein „Arbeitsgerät“ für Zuhause gestellt wird, so können alle Schüler daheim digital arbeiten – sei es am eigenen PC, Tablet oder Laptop. Dadurch werden sie derzeit – noch sind ja keine Ferien – von ihren Lehrern mit Material und Aufgaben versorgt. Da sie in weiser Voraussicht ihre Schulbücher auch alle Zuhause haben, sollten sie diese Anforderungen erfüllen können. Sie müssen es allerdings nicht, denn die Erfüllung dieser Aufgaben dürfen die Lehrkräfte nicht in die Benotung einfließen lassen, da es landesweit nicht überall gleiche Voraussetzungen an den Schulen gibt.

„Wir könnten unsere Schüler durchaus über einige Wochen digital unterrichten“, betont Jan Huuk, der seine Kinder, wie er seine Schüler nennt, aber vermisst. Sie seien ein Stück Leben wie mit einer Familie. So hofft er natürlich, dass seine Schule ab dem 20. April wieder mit Leben erfüllt wird – allerdings ohne Handys, denn deren Benutzung ist trotz aller Digitalisierung an der Oberschule nur in Notfällen nach Absprache erlaubt.

Helmut BurmannLokalredaktion

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