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Lokal26.de Ostfriesland Landkreis Wittmund Holtriem

Grundschule in Westerholt: Müll und Ratten führen zum Aus des Schul-Biotops

03.04.2020

Westerholt Seit 1998/99 darf sich die Grundschule Westerholt auch Umweltschule in Europa nennen. Und auch für den Projektzeitraum bis 2021 haben die Holtriemer bereits wieder die Weichen gestellt, sich auch weiterhin als eine von zwei Schulen im Landkreis Wittmund Umweltschule nennen zu dürfen.

Allerdings gibt es jetzt kritische Stimmen, die fürchten, dass die Grundschule diese Auszeichnung verlieren wird, da einige, bereits vor Jahren entstandene Projekte jetzt verschwunden sind. Das stimme zwar, wie Schulleiterin Uta Wenker bestätigt, doch habe das auch seine Gründe gehabt, wie zum Beispiel die Ausbreitung von Ratten. Den Titel Umweltschule sieht sie aber nicht gefährdet. da man neue Projekte vorantreibe.

Frühere Schulleiterin ist entsetzt

Nach einem Besuch auf dem Schulhof in Westerholt war die frühere Schulleiterin Xenia Behrends „entsetzt, was aus dem Gelände geworden ist“. Ein Feuchtbiotop, dass man angelegt hatte, sei beispielsweise zugeschüttet worden. Und auch andere Maßnahmen, die seit 1993 aus einer Aufbruchstimmung im Kollegium entstanden seien, wie der frühere Lehrer Hermann-J. Bohne bestätigt, sind verschwunden.

Zum großen Bedauern des Pädagogen, der sich dafür eingesetzt hat, dass Bildung für eine nachhaltige Entwicklung in das Leitbild der Schule geschrieben wurde. Es entstand quasi ein grünes Klassenzimmer mit diversen Objekten, die durch verschiedene Stiftungen finanziell unterstützt wurden. Die Aktivitäten der Pädagogen und Schüler gingen sogar über das Schulgelände hinaus.

Projekte wurden eingestampft

Auch wenn sich dann später – nach dem Ausscheiden Bohnes aus dem Schuldienst 2016 – wohl keiner mehr so richtig um die Projekte gekümmert habe, sei das noch lange kein Grund gewesen, diese gleich einzustampfen, denn wilde, nicht gepflegte Bereiche im Garten wiesen eine sehr hohe Biodiversität auf. Die ökologische Bedeutung dieser Bereiche sollte also eine viel höhere gesellschaftliche Beachtung erfahren. In den größeren Städten sei das längst der Fall – auch auf Schulhöfen, so Bohne.

Bohne spricht in Westerholt von Zerstörung und hält eine Beratung nicht mehr für erforderlich, auch wenn man diese bei ihm angefragt habe.

Die derzeitige Schulleiterin in Westerholt, Uta Wenker, sieht sich diesen Vorwürfen zwar nicht gerne ausgesetzt, gibt aber nachvollziehbare Gründe an. Einerseits erfordert die Erweiterung des Kindergartens (Schul-) Platz, da ein benachbartes Grundstück nicht käuflich zu erwerben war und andererseits habe sich die Fläche um das Biotop zu einem Treffpunkt für Jugendliche entwickelt – mit unangenehmen Folgen.

Kein Ende der Umweltschule

Ihr hinterlassener Müll habe auch das Kollegium an seine Grenzen gebracht, zumal die nötigen Ressourcen fehlten. Die Folge seien Ratten gewesen, die hätten bekämpft werden müssen. Die logische Konsequenz sei schlussendlich ein glatter Schnitt unter anderem mit der Verlegung des Weges gewesen, der aber keineswegs ein Ende der Umweltschule bedeute.

Dank der Arbeit einer Studentin sei bereits ein Insektenhotel entstanden. Ein Barfußpfad, eine Wildblumenwiese sowie ein großes Weidentipi sollen noch folgen. Wann hängt allerdings in diesen Zeiten von der Entwicklung der Corona-Pandemie ab.

Helmut BurmannLokalredaktion

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