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Lokal26.de Ostfriesland Landkreis Wittmund Holtriem

Kommunalpolitik: Gemeinde Holtriem blickt sorgenvoll in die Zukunft

09.05.2020

Westerholt Die Coronakrise zwang den Rat der Samtgemeinde Holtriem zum Umzug. Für die 14. Ratssitzung mit Verabschiedung des Haushalts musste der angestammte Saal im Westerholt Rathaus verlassen werden und ein Umzug in die Aula der Oberschule erfolgen, da nur dort die Abstands- und Hygiene-Vorschriften einzuhalten waren. Auf die Arbeit des Gremiums unter Vorsitz von Egon Kunze (SPD) hatte das allerdings keinen Einfluss. Die Zahlen von Kämmerer Gerhard Schuster waren zuvor durchleuchtet und beraten worden, der ausgeglichene Haushalt wurde mit einem Volumen von 9,8 Millionen Euro bei einer Enthaltung ohne Diskussion verabschiedet. Mit Blick in die Zukunft gab es jedoch mahnende Worte der Fraktionsvorsitzenden Hinrich Möhlmann (SPD) und Holger Weers (CDU).

Die Nettoneuverschuldung der Samtgemeinde Holtriem bereitete vor allem Hinrich Möhlmann Sorgen. Bei einem zu erwartenden Rückgang des Bruttosozialprodukts werde man in Zukunft keine finanziellen Abenteuer mittragen. Ähnlich sah es sein CDU-Kollege Holger Weers, der prognostizierte, dass man zukünftig finanziell wohl öfter auf die Bremse treten müsse.

Samtgemeindebürgermeister Jochen Ahrends sah mit dem ausgeglichenen Ergebnishaushalt von 9, 8 Millionen Euro die Vorgaben des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes als erfüllt an, und lobte die gleichfalls ausgeglichen Haushalte der Mitgliedsgemeinden in Höhe von insgesamt 7, 3 Millionen Euro.

Gemeinde musste Kredit aufnehmen

Unter Berücksichtigung der im Haushaltsjahr 2019 übertragenen Ausgabe-Ermächtigungen erreicht das Investitionsvolumen eine Rekordsumme von 14, 11 Millionen Euro, wovon gut fünf Millionen Euro auf die Mitgliedsgemeinden entfallen.

Zur Finanzierung der Investitionen musste die Samtgemeinde einen Kredit aufnehmen. Der Gesamtbetrag wurde auf 690 000 Euro festgesetzt. Daneben gibt es eine Kreditermächtigung aus dem Haushaltsjahr 2019 in Höhe von 1, 5 Millionen Euro. Die Nettoneuverschuldung beträgt somit im Haushaltsjahr 2020 insgesamt 1, 95 Millionen Euro.

Die Verschuldung der Samtgemeinde läge mit Stand 31. Dezember 2019 insgesamt 49 Prozent unter dem Landesdurchschnitt von Samtgemeinden, obwohl die Steuereinnahmekraft mit -33,2 Prozent erheblich unter dem Wert vergleichbarer Kommunen rangiere, erklärte Verwaltungschef Jochen Ahrends.

Im Zeichen der Coronakrise müsse man sehen, wie sich die Wirtschaft, die Verschuldungen und die Steuererlöse entwickelten. „In den nächsten Monaten müssen wir genauestens die weitere Entwicklung beobachten und notfalls müssen auch wir darüber nachdenken, dass wir angedachte Investitionen um einige Zeit nach hinten verschieben, soweit dies machbar ist“, so Ahrends.

Ergebnishaushalt

Ordentliche Erträge  9 807 200 Euro Ordentliche Aufwendungen  9 807 200 Euro

Finanzhaushalt

Einzahlungen Verwaltungstätigkeit  9 319 100 Euro Auszahlungen Verwaltungstätigkeit  8 319 500 Euro Einzahlungen Investitionstätigkeit  2 053 300 Euro Auszahlungen Investitionstätigkeit  3 930 800 Euro Einzahlungen Finanzierungstätigkeit  690 000 Euro Auszahlungen Finanzierungstätigkeit  237 000 Euro Gesamt Ein  12 062 400 Euro Gesamt Aus  12 487 300 Euro

Kreditermächtigung: 690 00 Euro. Der Gesamtbetrag der Verpflichtungsermächtigungen wurde auf 1 485 Euro festgesetzt. Der Höchstbetrag der Liquiditätskredite wurde auf 1 553 100 Euro festgesetzt.

Größte Investitionen

Feuerwehren 919 000 Euro; Kindergärten, Blomberg 800 000 Euro, Westerholt 930 000 Euro; Zentrale Abwasserbeseitigung 1 008 000 Euro.

Helmut BurmannLokalredaktion

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