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Lokal26.de Ostfriesland Landkreis Wittmund Holtriem

Wenn der Pastor zum kleinen „Sünderlein“ wird

11.02.2020

Westerholt Der Vorhang ist noch geschlossen, während „Spöölbaas“ Heyo Schröder seine Begrüßungsansprache zur Premiere des Stücks „De Goos, de toveel weet“ hält. „Die Möbel, die ihr gleich auf der Bühne sehen werdet, sind übrigens käuflich zu erwerben“, sagt er. Da ertönt hinter dem Vorhang die Stimme einer Darstellerin der Holtriemer Theatergruppe: „Wir sind aber nicht zu verkaufen!“ – „Ihr seid ja auch keine Möbel!“, entgegnet Schröder, woraufhin die Stimme hinter dem Vorhang antwortet: „Das nicht, aber wir gehören zum Inventar!“.

Dieser Dialog sorgte bereits vor Beginn der Premierenvorstellung am Samstag für Gelächter in der nahezu ausverkauften Aula der Westerholter David-Fabricius-Oberschule. Doch hiermit nicht genug: Der Dreiakter sollte die Lachmuskeln des Publikums noch ordentlich strapazieren, denn schließlich präsentierten sich die Irrungen und Wirrungen um den Gänsemastbetrieb der ungleichen Gebrüder Stolle als äußerst turbulent und mit viel Situationskomik gewürzt.

Besonders geehrt fühlte sich die Theatergruppe durch die Tatsache, dass der Autor von „De Goos, de toveel weet“, Helmut Schmidt, im Publikum saß. Der Oldenburger, der mehr als 80 plattdeutsche Theaterstücke verfasste, wurde nach der Aufführung auf die Bühne gebeten, wo er die Leistung der Darsteller lobte und drei Spieler besonders hervorhob, die ihn vor allem mit ihrer Mimik überzeugten.

Die Komödie, die noch bis zum 14. März in Westerholt aufgeführt wird, gibt es auch in einer Version mit Schweinen: „Swieneree up Hinners Hoff“ lautet die alternative Version, bei der – wie auch in „De Goos, de toveel weet“ – ein Pastor eine Rolle spielt, der gerne einmal einen über den Durst trinkt. „Irgendwann erreichten mich empörte Anrufe von Zuschauern, die fanden, dass ein Pastor ja nicht als Trunkenbold dargestellt werden darf. Doch nach der bekannten Promille-Fahrt der Ex-Bischöfin Margot Käßmann lief das Stück hervorragend“, berichtete Helmut Schmidt augenzwinkernd.

Kurz zur Handlung: Die beiden Brüder und Junggesellen Karl-Heinz und Ludger Stolle führen gemeinsam einen Gänsemastbetrieb. Nach dem plötzlichen Tod ihrer Eltern hat sich zunächst eine Haushaltshilfe um die beiden gekümmert, die jedoch nach einem Streit mit Karl-Heinz ging. Daraufhin verlottern die beiden mehr und mehr, aber Ludger hat ohne das Wissen seines Bruders die hübsche Traute Lehmann auf den Hof geholt. Sie studiert Tiermedizin und will auf dem Hof ein Praktikum absolvieren –gleichzeitig auch für die beiden Männer kochen und den Haushalt führen. Das gefällt Karl-Heinz gar nicht, und das Schicksal nimmt seinen Lauf...

Bei der Aufführung am Samstag kam es – normal bei Premieren – zu dem einen oder anderen kleinen Texthänger, doch Souffleuse „Heike in der Kiste“ erledigte einen sehr guten Job und fing die Darsteller stets zuverlässig auf. „Dies ist schließlich kein Film, nein, das ist alles live gespielt“, richtete sich Heyo Schröder an die Zuschauer, welche die Aula nach zweieinhalb Stunden im Gänsemarsch und mit einem Lächeln im Gesicht verliessen.

Weitere Termine

„De Goos, de toveel weet“ wird noch an folgenden Tagen (immer um 20 Uhr) in Westerholt aufgeführt: 14., 15., 16. (bereits um 19 Uhr), 21., 22., 28. und 29. Februar sowie am 6., 7. und 14. März. Zudem gibt es eine Aufführung im Rahmen des Altennachmittags der Samtgemeinde am 7. März um 15 Uhr.

Eintrittskarten mit Platzreservierung sind erhältlich bei der Samtgemeinde Holtriem unter 04975/919315. 

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