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Lokal26.de Friesland Jever

Pastorin für Cleverns und Jever ist gespannt auf neue Vorhaben

27.01.2020

Cleverns Rückblick: Seit fünf Jahren leben und arbeiten sie hier. Welche prägenden Eindrücke und Erfahrungen haben Sie bislang gesammelt?

Auf relativ engem Raum erlebe ich hier eine ganz große Spannbreite von unterschiedlichen Prägungen. Dörflicher Raum, Landwirtschaft, Handwerksbetriebe, aber auch Zugezogene, die in Wilhelmshaven oder Oldenburg arbeiten; Jever als kleine Stadt mit ihrem Gepräge aus Historie, Tourismus, Kultur... Dadurch, dass der Einzugsbereich meiner Stelle quasi von Grappermöns bis Quanens reicht, ist da so ziemlich „alles“ dabei, was es in der Gegend gibt. Das macht mir einerseits große Freude, weil ich die Vielfalt mag. Andererseits merke ich aber auch die Grenzen. Es ist nicht immer möglich, überall mit ausreichend Zeit und zur rechten Zeit zu sein und es allen „recht“ zu machen – zum einen aus Zeitgründen, aber auch, weil der Pfarrberuf viel mit Identität zu tun hat und ich nicht heute diese Person und morgen eine andere sein kann.


Gegenwart: Welchen Herausforderungen müssen Sie sich derzeit als Pastorin stellen?

Wir Hauptamtlichen bei der Kirche merken derzeit alle schmerzlich die Einsparungen, die den Gemeinden abverlangt werden, und die Umstrukturierungen bei den Pfarrstellen. Da ist vieles noch nicht klar, wie es in Zukunft gehen wird. Aber wir sind dran, das „herauszulocken“ (ja, es hat auch etwas Verlockendes, wenn Dinge sich ändern und Neues entstehen kann, weil Altes nicht fortbesteht – auch ein Feld muss man von Zeit zu Zeit umpflügen, damit wieder was drauf wächst). Ganz klar ist, dass es wichtig ist, von Anfang an die Ehrenamtlichen und die Gemeindemitglieder mitzunehmen, ohne ihnen dabei zu viel abzuverlangen.

Zugleich findet aber auch in den Gemeinden eine Veränderung/ein Generationenwechsel statt, die/der schon dazu geführt hat, dass es vielerorts gar keine Kerngemeinde wie noch vor 10 oder 15 Jahren mehr gibt. Ich glaube, Kirche beziehungsweise wir in den geistlichen Berufen, also Pfarrer und Diakone, aber auch Kirchenmusiker, müssen angesichts der neuen Situation sehr genau gucken, auf welche Weise, wie und wo wir unseren Auftrag, der im Kern ja die Verkündigung des Evangeliums/der „Guten Botschaft“ und Feier der Sakramente (Taufe und Abendmahl) darstellt, erfüllen.


Ausblick: Worauf freuen Sie sich? Gibt es Projekte und Ideen, die Sie noch umsetzen möchten?

In den Gemeinden, sowohl in Cleverns-Sandel wie in Jever, haben wir für dieses Jahr einige neue Vorhaben, und ich bin freudig-gespannt was daraus wird; zum Beispiel Lektoren-Gottesdienste (in Cleverns erstmals am 10. Mai und in Jever am 14. Juni) oder eine Verknüpfung und Ausweitung unserer Angebote für Kinder und junge Familien (Kinderchor, Kinderkirche, Austausch und „Auszeit“ für Mütter beziehungsweise Eltern).

Ich persönlich wünsche mir, dass wir in den Gemeinden Schnittmengen finden, wo sich die unterschiedlichen Gruppen und Menschen gerne und ungezwungen begegnen. Auch in der Zusammenarbeit im Entwicklungsraum Jeverland-Wangerland sehe ich vor allem Chancen, dass wir uns gegenseitig stärken und unterstützen. So vieles macht mehr Freude, wenn man es mit anderen teilen kann oder einfach mit mehreren (statt allein oder nur mit wenigen) gemeinsam arbeiten, beten, feiern und auf dem Weg sein kann.

Antje BrüggerhoffLokalredaktion

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