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Lokal26.de Friesland Jever

Corona-Krise: Aufnahmestopp ist für Pflegeheime schwer umzusetzen

01.04.2020

Jever Mit sofortiger Wirkung hat das Land Niedersachsen am Montag einen Aufnahmestopp für Pflegeheime verhängt. Das bedeutet: Patienten aus Krankenhäusern dürfen ebenso wenig in die Heime gebracht werden wie die aus dem häuslichen Bereich.

Hintergrund ist die hohe Zahl an Corona-Toten in einem Wolfsburger Pflegeheim. Das Verbot, neue Patienten aufzunehmen, gilt nun auch im Landkreis Friesland durch eine Allgemeinverfügung.

Heiko Friedrich, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Pflegebutler, sieht die Umsetzung des nun geltenden Aufnahmestopps für viele Pflegeheime als sehr schwierig an. „Wir selbst haben zwar Einzelzimmer, so können wir eine strikte 14-tägige Quarantäne garantieren“, so Friedrich – und deshalb seien Ausnahmen möglich. „Doch viele Pflegeheime können das durch die Doppelzimmer nicht leisten. Aber man kann die Menschen doch nicht im Krankenhaus oder zu Hause allein lassen“, meint Friedrich.

Die Nachfrage sei immerhin da: Beim Pflegebutler seien die Anfragen innerhalb kurzer Zeit um rund zehn Prozent gestiegen – darunter auch von Krankenhäusern.

Was beim Pflegebutler allerdings inzwischen gilt: Demenzkranke Menschen werden nicht mehr aufgenommen. „Die betroffenen Menschen kann man leider nicht so einfach in Quarantäne halten.“

Um überhaupt mit der derzeitigen Situation klarzukommen, hat Heiko Friedrich mit seinem Team einen Pandemie-Plan erstellt, an dem schon lange gearbeitet wurde und der immer sofort an die aktuellen Vorgaben angepasst wurde. Diesen Plan will er auch anderen Pflegeeinrichtungen zur Verfügung stellen, ebenso wie Atemschutzmasken, die jetzt in Eigenproduktion hergestellt werden. „Wir müssen doch in so einer Situation alle zusammenhalten“, betont Friedrich

Heiko Friedrich, der mit Peter Janssen Geschäftsführer der Unternehmensgruppe ist, hat gemeinsam mit seinem Team den Plan in langer und aufwendiger Arbeit zusammengestellt. „Wir haben hier einige Profis, die selbst die aktuellsten Entwicklungen rund um Corona immer mit bedacht und berücksichtigt haben.“

Wie werden die Mitarbeiter in Gruppen eingeteilt? Eine Auflistung dazu ist in dem Pandemie-Plan ebenso zu finden wie eine Liste zur Beschaffung von Medizin- und Hygienemitteln. Auf der Liste steht unter anderem: Mundschutz. Doch dass der momentan nicht leicht zu bekommen ist, musste auch Friedrich feststellen. „11 000 Stück hatten wir bestellt, doch alles wäre frühestens in sechs Wochen gekommen – viel zu spät!“, betont er.

Zudem seien die Atemschutzmasken derzeit ziemlich teuer. Deshalb geht Pflegebutler jetzt in Eigenproduktion – und auch davon sollen andere Einrichtungen profitieren. Denn der Schutz soll zu einem fairen Preis an andere Einrichtungen verkauft werden.

Für die Aktion arbeitet Pflegebutler mit der Polsterei Fahlteich in Großheide zusammen. Acht Näherinnen arbeiten nun nach den Vorgaben von Heiko Friedrich und seinem Team, um nicht nur den Schutz, sondern auch den Tragekomfort zu berücksichtigen. Eine Besonderheit: Die Atemschutzmasken werden dreifach genäht. Zwei Lagen bestehen aus Baumwolle, eine Lage aus einem dünnen Filterstoff. Die Masken sind waschbar und können dann wiederverwendet werden.

„Wir nähen jetzt erst einmal für unseren Bedarf, schrauben aber die Zahl schon etwas herunter, damit möglichst schnell auch für andere Einrichtungen genäht werden kann. Es ist doch ganz klar, dass wir in der jetzigen Situation alle zusammenhalten müssen“, betont Friedrich.  Wer Interesse an dem Pandemie-Plan hat, kann sich an Pflegebutler wenden.


     unternehmensgruppe@pflegebutler.de 
     polsterei.fahlteich@outlook.de 

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