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Lokal26.de Friesland Jever

Psychologin gibt Tipps: „Krisenzeiten sind immer auch Wendezeiten“

30.03.2020

Jever /Friesland Spaziergänge sind nur noch zu zweit erlaubt und der Schnack mit dem Nachbarn wird mit einem gebührenden Sicherheitsabstand gehalten.

Liebgewonnene Gewohnheiten sind plötzlich von strikten Verhaltensregeln bestimmt, die die Verbreitung des Coronavirus eindämmen sollen – das alltägliche Leben steht Kopf.

Gerade die häusliche Isolation und Quarantäne sind Situationen, die so wohl kaum jemand bislang erlebt hat. Eine Ausnahmesituation, die enorm belasten kann, sagt Diplompsychologin Gudrun Bleckmann. Dass Ängste da sind, sei völlig normal.

Doch gibt es ein paar Strategien, die dabei helfen können, nicht die Nerven zu verlieren. „Was hilft ist, sich seiner Ressourcen bewusst zu werden“, sagt die Psychologin. „Ressourcen sind im Grunde alles, woraus man Kraft zieht. Ob Hobbys, Sport oder Freundschaften – die Liste ist endlos.“ Wichtig ist, diese Kraftquellen zu entdecken oder wieder zu aktivieren, sollten sie in Vergessenheit geraten sein.

„Ich sehe die Zeit, die wir nun verstärkt zu Hause verbringen, auch als eine Chance, um sich wieder mehr auf sich selbst zu besinnen. Wir haben mehr Zeit zum Fühlen – und damit auch für mehr Mitgefühl. Viele von uns können jetzt wieder mehr die Natur genießen und längere Telefonate führen. Diese Entschleunigung durch mehr Achtsamkeit ist auch etwas Schönes.“

Dabei komme es aber auch darauf an, trotz Homeoffice oder freier Zeit, einen geregelten Alltag beizubehalten und nicht ins Grübeln zu verfallen. Zur selben Zeit aufstehen, Pausen machen, Mahlzeiten essen, die tägliche Routine – soweit es geht – beizubehalten, gebe Stabilität und helfe, das Gefühl von Hilflosigkeit zu vermeiden. „Dazu gehört zum Beispiel, nicht ständig die neuesten Corona-Updates nachzulesen und sich verrückt zu machen, sondern sich bestimmte Zeiten am Tag zu setzen, in denen man sich ganz bewusst informiert.“ Weniger ist mehr lautet die Devise, denn Ängste würden sich oft aus dem Zusammenspiel von vielen Kleinigkeiten entwickeln. Seriöse Informationen über die Pandemie, aber auch ein gewisser Abstand zum Thema können helfen, diese zu vermeiden. Grundsätzlich gilt, dass Belastungsgrenzen etwas sehr individuelles sind. „Jeder Mensch empfindet anders, entsprechend wirkt sich die momentane Situation auch auf jeden unterschiedlich aus“, sagt Gudrun Bleckmann.

Wichtig ist es, positiv zu bleiben, denn auch diese Zeit wird irgendwann wieder vorbeigehen. „Krisenzeiten sind immer auch Wendezeiten. Probleme sind Herausforderungen, an denen wir, wenn wir nach kreativen Lösungen suchen, wachsen können.“

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