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Lokal26.de Friesland Jever

Neubau in Jever: Alte Druckereihalle an der Graft soll zum Wohnhaus werden

28.05.2020

Jever Erstaunen lösten am Mittwoch im Bauausschuss zwei Dinge aus: dass sich das von Investor Robert Allmers und seinem Architekten Rüdiger Piltz präsentierte Bauprojekt im rückwärtigen Bereich des Verlagshauses in der Wangerstraße derart in die Umgebung einfügt und dass von den Kritikern keiner gekommen war, um sich zu informieren. Einstimmig bei einer Enthaltung votierten die Ausschussmitglieder dafür, das für die Genehmigung notwendige Einvernehmen auszusprechen. Am 16. Juni muss das Projekt nun noch den Verwaltungsausschuss passieren.

Robert Allmers’ Pläne, anstelle der alten Druckereihalle ein Mehrfamilienhaus mit vier Wohneinheiten zu errichten, überzeugten. Er selbst erklärte, er wolle „etwas Sinnvolles anfangen mit dem Grundstück“, nachdem dort seit fast 20 Jahren keine Rotation mehr laufe. Der Bau werde sich gut in die Umgebung einfügen, „und alles Andere ist Geschmackssache“.

Dass unterschiedliche Geschmäcker kein Argument seien, Allmers das Einvernehmen zu verweigern, machte für das Bauamt Dietmar Rüstmann klar. Die Stadt sei hier lediglich gefragt, ob das Bauprojekt zulässig sei, also in Nutzung und Höhe zur bebauten Umgebung passe. Und dies sei gegeben.

Die Verwaltung sehe das Einvernehmen „rechtlich geboten“ und stehe inhaltlich dahinter, da die Planung eine städtebauliche Verbesserung darstelle. „Das Flachdach der Druckereihalle ist kein Punkt, der der Innenstadt gut zu Gesicht steht“, konkretisierte Rüstmann. Der Leiter von Kämmerei und Bauamt hatte offenbar Anlass, eine hässliche Behauptung auszuräumen, die ihm gegenüber im Vorfeld geäußert worden war – nämlich dass das Grundstück gar nicht im Eigentum der Familie Allmers stehe. Das Ergebnis seiner gründlichen Recherche: „Es ist seit 1893 Eigentum der Familie.“

Gemeinsamer Eingang für historischen und neuen Gebäudeteil

Architekt Rüdiger Piltz führte zum Bauvorhaben aus, dass der Neubau auf der Fläche der Druckereihalle entstehen solle. Ein gemeinsamer Eingangsbereich aus Glas für den historischen und den neuen Gebäudeteil gewährleiste, dass die alte Giebelseite weiter zu sehen sei und nicht verdeckt werde. Das habe man schon bei der Sanierung des Oberstufengebäudes am Mariengymnasium so gehalten, damit das Gemäuer der historische Zerbster Kaserne weiterhin zu erkennen sei.

Die Ausschussmitglieder lobten das Zusammenspiel von Historie und Moderne und würdigten, dass die Planer sich von Anfang an mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt hätten. Harry Funk (CDU) erklärte mit Blick auf die Kritiker, man könne nicht alles für die Rekonstruktion der Geschichte abreißen, das würde eine halbe Milliarde Euro kosten. Udo Albers (SWG) teilte diese Ansicht. Am Ende reiße man noch das Schloss selbst ab, überspitzte er und signalisierte Zustimmung.

Als sich Hendrik Theemann (FDP) begeistert zeigte, zugleich aber beantragen wollte, jetzt eine zweiwöchige Bürgerbeteiligung anzuschieben, stieß das auf wenig Gegenliebe. Olaf Harjes (Grüne) sagte, er habe unfreundliche Mails erhalten und alle Absender auf den Bauausschuss hingewiesen: „Und wo sind jetzt die Fragen?“ Dietmar Rüstmann riet dringend ab: Hier gehe es um juristische Dinge und nicht um einen Ermessensspielraum. In der Bewertung würde eine Vertagung kein neues Ergebnis bringen. Theemann zog seinen Antrag zurück, enthielt sich aber der Stimme, da man in der FDP-Fraktion geteilter Meinung sei.

Christoph HinzLokalredaktion

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