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Lokal26.de Friesland Jever

Mit der „Pütt“ verschwindet eine Perle in Jever

14.01.2020

Jever Wenn so eine richtige Lieblingskneipe mit Kiezcharme und Wärme ihre Pforten schließt, macht sich Wehmut breit. Da hängen Erinnerungen und Geschichten dran, Stadtgeschichte brandet drum herum – und über Jahrzehnte hat die Kneipe auch Generationen von Gästen und Mitarbeitern emotional an diesen Ort gebunden. Die „Pütt“ am Alten Markt ist so eine Kneipe: Am Mittwoch öffnet sie zum letzten Mal, und Wirt Winfried „Winni“ Haselau wird am Abend ebenfalls zum letzten Mal nach schönen Stunden hinterm Tresen hinter sich abschließen. Ein Kultwirt sagt Tschüss.

1991 haben Winfried und Helga Haselau die Kneipe übernommen. Die „Pütt“ ist ein traditionsreicher Gastronomiestandort, 1939 bis 1951 führte Heinrich Frerichs dort die Gaststätte „Bremer Schlüssel“, später war es das Bistro „Desiree“ und das Bistro „Alter Markt“; seit 1984 ist es die „Pütt“ – benannt nach der Brunnenkultur, die Jever seit Jahrhunderten prägt.

In den fast 29 Jahren ist die „Pütt“ immer mehr zur Kultkneipe der Marienstadt geworden. Insbesondere Winfried Haselau war das Gesicht der „Pütt“. Die Frikadellen, die seine Frau zubereitet, gelten als rustikaler Klassiker, nach dem sich viele Stammgäste die Finger lecken. Die Art und Weise, wie die „Pütt“ geführt wurde, hat die Kneipenszene in Jever erheblich bereichert, und das hat laut Winfried Haselau auch viele auswärtige Gäste angelockt. Selbst das Fernsehen habe das Lokal als die Perle von Jever bezeichnet.

Für die lange Zeit des Zuspruchs durch Generationen von Gästen, von denen viele auch Freunde wurden, sind Helga und Winfried Haselau überaus dankbar. Der Wirt: „Ohne die Mithilfe unserer ,Pütt‘-Teams wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen. Dafür gilt auch noch ein besonderes Dankeschön.“

Dieses Dankeschön ist am Samstag auf charmante und berührende Art zurückgekommen. Rund 30 der etwa 100 Servicekräfte, die seit 1991 in der „Pütt“ bedienten, hatten das Ehepaar Haselau mit einer Abschiedsparty überrascht. „Das hat uns richtig tief bewegt“, bekannte Helga Haselau im Getümmel. Und mit ihrem Mann Winfried freute sie sich über das Geschenk, das die Gäste mitgebracht hatten: ein Erinnerungsbuch mit einer Vielzahl von Fotos und Geschichten aus den bewegten „Pütt“-Zeiten. Die ehemaligen Servicekräfte – in überwiegender Zahl junge Frauen aus Jever und der Umgebung – haben inzwischen beruflich und privat ihren Weg gemacht, und so gab es nach dem großen Hallo der Überraschungsparty noch viel zu erzählen.

Gerüchte, dass Winfried Haselau der Gastronomie an anderer Stelle in Jever erhalten bleibe, stimmen übrigens. Darauf freut er sich schon.

„Ich würde ja auch gern meinen Nachfolgern hier viel Glück wünschen, wenn ich denn nur wüsste, wer die neuen Pächter sind“, sagte der Kultwirt.

Christoph HinzLokalredaktion

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