Medienhaus Brune|Mettcker
  • Anzeiger für Harlingerland
  • Jeversches Wochenblatt
  • Wilhelmshavener Zeitung
  • Shop
  • Tickets
  • Werben
  • Kontakt
 
Lokal26.de Friesland Jever

Minikreisel in Jevers Mühlenstraße wohl bald Geschichte

14.02.2020

Jever Mit dem Bebauungsplan „An den Schöfelwiesen Ost“ kommt jetzt auch noch mal das Thema Minikreisel an der Mühlenstraße auf den Tisch. Aber: „Die verkehrliche Entwicklung hat hier insgesamt zugenommen. Auch ohne dieses Baugebiet müssen wir jetzt handeln“, sagte Kämmerer Dietmar Rüstmann am Mittwoch im Bauausschuss des Stadtrates.

Immer wieder wurde über den Tivoli- oder Minikreisel diskutiert. Und immer wieder wurde von Ratsfraktionen der Rückbau gefordert. Zuletzt hatten im Abwägungsverfahren zum Bebauungsplan „An den Schöfelwiesen Ost“ auch der Landkreis Friesland und die Polizeiinspektion Wilhelmshaven-Friesland an diesem Punkt Bedenken angemeldet, die nun im Ausschuss vorgestellt wurden.

Angesichts des Verkehrsaufkommens gelange man hier schon in einen Grenzbereich, hatte der Fachbereich Straßenverkehr des Landkreises resümiert. Die Behörde ist zu dem Schluss gekommen, dass die „Beibehaltung des heutigen Ausbauzustandes nicht empfehlenswert ist“. Durch die vermutlich steigende Zahl der Linksabbieger ins Neubaugebiet käme es wahrscheinlich auch zu mehr gefährlicheren Situationen. Ein weiteres „Abwarten“ sei nicht ausreichend, heißt es in der Stellungnahme des Landkreises.

Die Polizeiinspektion Wilhelmshaven-Friesland merkt an, dass der Bereich bereits seit vielen Jahren hinsichtlich der Unfälle und Gefahrensituationen von der Polizei beobachtet werde. Sie empfiehlt den Rückbau, alternativ die Errichtung eines Kreisverkehrsplatzes oder einer Ampelkreuzung.

Im Juni 2019 ist ein Gutachten vom Büro Dipl.-Geogr. Lothar Zacharias erstellt worden. Es ging davon aus, dass durch das geplante Wohngebiet zusätzlich 1180 Autofahrten pro Tag (also 590 Zufahrten/590 Abfahrten) an dieser Stelle zu erwarten sind. Insgesamt würde das an diesem Punkt an der Mühlenstraße dann mehr als 17.000 Fahrten pro Tag ergeben.

Die Polizeiinspektion merkt an: Zwei Jahre zuvor sei man von insgesamt 14 000 Autofahrten ausgegangen. Und schon damals sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass der Minikreisverkehr mit dieser Anzahl von Fahrten nicht die geeignete Knotenpunktform ist.

„Ein Beobachten der sich entwickelnden Situation erscheint nach hiesiger Auffassung weder angemessen noch ausreichend“, so die Polizei. Um die zu erwartenden Verkehrsströme zu bewältigen und insbesondere die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, bleibe nur noch der Umbau.

Bürgermeister Jan Edo Albers und Kämmerer Dietmar Rüstmann sagten, dass der Autoverkehr grundsätzlich zugenommen habe – und die Behandlung des Themas nicht ausschließlich am Bebauungsgebiet liege: Jüngere bekämen eher ein Auto, Ältere blieben länger mobil. Und an der Mühlenstraße sei insgesamt mehr Verkehr. Die Umgehungsstraße B 210 habe somit nicht langfristig für eine Entlastung in der Stadt gesorgt, sagte Albers.

Auch Hannes Korte vom Planungsbüro meinte nun im Ausschuss, dass es wohl zu einer andere Lösung kommen werde als heute. Heißt also: Den Minikreisel wird es bald wohl nicht mehr geben. „Wir müssen dann auch den Fokus auf die Fußgänger legen, da durch das neue Wohnheim mehr Fußgänger unterwegs sein werden“, so Korte.

Nicht nur Matthias Bollmeyer (CDU) betonte, dass das Thema sehr wichtig sei. Er freue sich, dass der Minikreisel und seine Alternativen – „richtiger Kreisel oder Ampelkreuzung“ – nun offiziell noch einmal beleuchtet werden. Auch Udo Albers (SWG) sagte: „Jetzt bewahrheitet sich das, was die SWG schon immer gesagt hat.“

Hendrik Themann (FDP) meinte im Ausschuss, dass der jetzige Kreisel eigentlich für einen Verkehrsfluss sorge. Die Einzelbetrachtung des Kreisels mache hier keinen Sinn – er empfahl, den gesamten Verkehrsbereich in der Stadt zu betrachten.

Antje BrüggerhoffLokalredaktion

Ihre Meinung

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.