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Lokal26.de Nordsee Langeoog

Küstenschutz: Rohrbruch verzögert die Strandaufspülung auf Langeoog

27.06.2020

Langeoog Die Firmen Dutch Dredging und Delta Costal Services (DCS), die im Auftrag des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in den nächsten Wochen eine Strandaufspülung vor dem Pirolatal auf der Nordseeinsel Langeoog durchführen werden, haben entschieden, die über zwei Kilometer lange Dükerleitung noch einmal aufschwimmen zu lassen und an den Strand zu ziehen. Das ist das Ergebnis erster Untersuchungen der Leitung, die nach der Montage bisher nicht den erforderlichen Durchfluss bietet.

Die Fachleute gehen davon aus, dass die Leitung an einem flexiblen Verbindungsstück, mit dem zwei Dükerleitungselemente verbunden werden, abgeknickt und verdreht ist.

Das Handling einer derart langen Rohrleitung ist sehr schwierig, offenbar war es nach dem Absenken am Grund zu der Beschädigung gekommen. Denkbar ist, dass ein Teil der Leitung auf dem sehr welligen Grund des Riffbogens ins Rollen gekommen ist. Sandbänke, die vor dem Strand von Langeoog bei Niedrigwasser sichtbar waren, zeigen an, wie der Grund des Riffbogens aussieht.

Nach dem Aufschwimmen stellte sich dann jedoch heraus, dass das Stahlrohr am Ende in der Nähe des Koppelelementes für den Hopperbagger geknickt ist. Zum Glück konnte die Leitung dennoch mit Luft gefüllt und vom Kran an Bord der „DCS Adventurer“ fixiert werden. Anschließend wurde die Leitung für Reparaturarbeiten an den Strand gezogen.

Der Tourismus-Service Langeoog und die Firmen bitten die Urlaubsgäste um Verständnis für die Maßnahme. Es sei nun wichtig, möglichst schnell alle Voraussetzungen zu erfüllen, mit der für Langeoog so wichtigen Strandaufspülung beginnen zu können. Der Hopperbagger „Amazone“ wurde zunächst zum Bunkern zurück in die Emsmündung nach Delfzijl beordert, um nach Fertigstellung der Leitung möglichst ohne weitere Unterbrechungen die Strandaufspülung im Abschnitt vor den Dünen in Höhe des Pirolatals aufnehmen zu können.

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Insgesamt lässt der NLWKN in den nächsten Wochen 700.000 Kubikmeter Sand aufspülen, um die Dünen vor dem Pirolatal vor Sturmfluten und damit einhergehend weiteren Dünenabbrüchen zu schützen. Solche Küstenschutzmaßnahmen können nur im Sommer durchgeführt werden, da sie bei Stürmen und erhöhten Tiden in der Sturmflutsaison ab dem 15. September ruhen müssen.

Die Dünen sichern die Süßwasserlinse der Insel, aus der das Trinkwasser gewonnen wird. Ein Durchbrechen der Dünen würde die autarke Wasserversorgung der Insel für Jahrzehnte unbrauchbar machen.

Im Rahmen der Strandaufspülung wird, wie zuletzt, ein Sandreservoir vor dem Dünenfuß angelegt, das Sturmfluten Widerstand bietet und die Energie der Brandung von den Dünenfüßen fern hält. „Building with Nature“ ist der Titel eines entsprechenden internationalen Forschungsprojektes, in dem die Verfahren entwickelt wurden. Die Finanzierung des knapp 5,4 Millionen Euro teuren Küstenschutzvorhabens auf der Nordseeinsel Langeoog erfolgt aus Mitteln der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes.

Klaus KremerFreier Mitarbeiter

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