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Lokal26.de Nordsee Langeoog

Projekt auf Langeoog: Mehr Wohnraum für Insulaner

13.03.2020

Langeoog 34 Einheiten zum Dauerwohnen für Langeooger: Die Realisierung dieses ehrgeizigen Projekts auf dem Areal des früheren Inselinternats nimmt konkrete Züge an. Von großer Bedeutung ist dieses Vorhaben, da Insulaner ihre Räumlichkeiten lieber an Gäste vermieten als sie anderen Inselbewohnern oder touristischem Personal zur Verfügung zu stellen. Die im Herbst gestarteten Hauptarbeiten für den ersten Bauabschnitt der im März 2018 ins Leben gerufenen Wohngenossenschaft „Uns Oog eG“ kommen gut voran.

Auf den Bodenplatten für drei Gebäudekomplexe wird parallel gearbeitet. Ab dieser Woche werden die Dachsparren gesetzt. Die Fertigstellung dieser ersten Komplexe wird für das Jahresende anvisiert. „Die Mieter können wohl schon zu Weihnachten ihre Räume beziehen“, sagt Uwe Garrels, der einer von zwei Vorsitzenden der 50 Mitglieder starken Wohngenossenschaft ist. Der zweite Bauabschnitt für die restlichen drei Gebäude schließt sich mit Beginn der insularen Bausaison im Herbst dieses Jahres an und soll Ende 2021 abgeschlossen sein. Von den 34 Wohnungen werden auf dem gut 4000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Kirchstraße und Friedenstraße 21 Einheiten nach den Bedingungen des sozialen Wohnungsbaus gefördert.

Nur noch vier Wohnungen sind zu haben, so Garrels. Das Gesamtvolumen der Maßnahme liegt bei mehr als acht Millionen Euro. Die Idee geht übrigens auf den Ratsherrn Jan Martin Janssen (Union für Langeoog) zurück: Der hatte auf der Insel Amrum ein privates Wohnungsbauprojekt der Firma Ting aus Schwentinental bei Kiel kennengelernt und stellte die Kontakte zwischen diesem Unternehmen und der Inselgemeinde Langeoog her. Die Ratsleute waren begeistert, zumal das Land Niedersachsen nach der Entschuldung der Inselgemeinde zum Jahresende 2016 zugestimmt hatte, das Gelände des ehemaligen Internats, zuvor Stabsgebäude der Deutschen Wehrmacht, für ein derartiges Vorhaben zu nutzen.

Bestimmte Kriterien für Wohnraum

Die Wohnungen werden nach konkreten Kriterien vergeben, wie Genossenschaftsvorsitzender Uwe Garrels berichtet. Bedingung für die Anmietung einer Wohnung sei, dass der Interessent Mitglied in der Genossenschaft wird, seinen ersten Wohnsitz und seinen Lebensmittelpunkt dauerhaft auf Langeoog hat und nicht über eigenes bedarfsgerechtes Wohneigentum auf Langeoog verfügt.

21 Einheiten werden über einen Wohnberechtigungsschein an Personen mit einem geringeren Einkommen vergeben. Das Eigenkapital der Genossenschaft haben die Mitglieder über Einlagen bereits aufgebracht, die übrigen Kosten werden durch Darlehen des Landes Niedersachsen für die Mietwohnraumförderung auf den Ostfriesischen Inseln und aufgrund der energetischen Ausrichtung der Häuser mit KfW-Darlehn aufgebracht. 13 Wohnungen werden frei finanziert.

„Das genossenschaftliche Wohnprojekt wird von allen Mitgliedern durch soziales Engagement und finanzielle Beteiligung getragen“, heißt es seitens der Genossenschaft. Mit „Uns Oog“ werde bezahlbarer, spekulationsfreier Wohnraum für Langeooger geschaffen, die hier sicher und selbstbestimmt leben wollen, sagt Uwe Garrels. Durch die monatlichen Mieten werden genossenschaftliche Kredite zurückgezahlt und die laufenden Kosten gedeckt.

Wohnraum zwischen 39 und 124 Quadratmetern

Eine aufgelockerte Bauweise mit versetzten Gebäuden und ein Wechsel zwischen einem und zwei Vollgeschossen mit Dachgeschoss prägen das Ensemble „Uns Oog“, das auf mehr als acht Millionen Euro veranschlagt ist. Die Fassaden in moderner und zeitloser Architektur bestehen aus einer Kombination von rotem Backstein, Putzflächen und Holz. Die Wohnungen verfügen über zwei bis fünf Räume und eine Wohnfläche zwischen 39 und 124 Quadratmetern und Balkon oder Terrasse.

Weil hier ein Wohnen für alle Generationen und Menschen mit einer Behinderung ermöglicht werden soll, ist ein Großteil der Einheiten mit einem Fahrstuhl erreichbar. Die Häuser werden auf einem hohen Energiestandard und mit durchdachter Heiztechnik für ein gesundes Wohnklima erstellt. Das Heizung- und Lüftungskonzept entspricht den Erfordernissen des KfW-EH-55-Effizienzhaus-Standards. Zur schwellenarmen Ausgestaltung gehören aber auch bodengleiche Duschen. Zwischen den Häusern entstehen ein Gemeinschaftsbereich mit Grillplatz sowie Fahrradstellplätze. Für die Projektentwicklung ist das Unternehmen Ting aus Schwentinental bei Kiel zuständig, das bislang 29 genossenschaftliche Wohnprojekte in ganz Schleswig-Holstein mit 520 Wohneinheiten realisierte.

Im Zusammenhang mit diesem Bauprojekt lässt die Inselgemeinde derzeit die Kirchstraße zwischen dem Seniorenhaus „bliev hier“ und der Kreuzung zur Friesenstraße ausbauen – zwei weitere Bauabschnitte bis zum Rathaus folgen in den beiden kommenden Winterperioden.

Kapazität für zehn weitere Baukörper

„Zum einen reicht die vorhandene Leistungsfähigkeit der Versorgungsleitungen für das Wohnquartier Uns Oog nicht aus, zum anderen muss der Unterbau unter der bisherigen Betonstraße verbessert werden, weil mit der zunehmenden Bebauung auch die Frequenz der Transportfahrzeuge zunimmt“, erklärt Uwe Garrels. Die Fahrbahn werde gepflastert und der Fußgängerweg bei der Inselschule mit einem Grünstreifen von der Straße getrennt. Zugleich werden die Zuwegungen zum Neubaugebiet geschaffen.

Potenzial hat das insgesamt 12620 Quadratmeter große Gelände im südlichen Inseldorf über das neue Wohnquartier hinaus. Wie Bürgermeisterin Heike Horn berichtet, habe die Kommune die Bauleitplanung bereits derart ausgerichtet, dass hier zehn weitere Baukörper mit mietbaren Personalwohnungen und Apartments für Saisonkräfte errichtet werden könnten. Hier müsse die Inselgemeinde als Bauherrin auftreten.

„Wichtig ist aber, dass auch diese Wohneinheiten bezahlbar bleiben und arbeitgeberunabhängig vergeben werden“, unterstreicht sie. Die Freigabe vom Land Niedersachsen liege bereits mündlich, aber noch nicht schriftlich vor. „Unser Ziel ist es, im nächsten Jahr mit der Umsetzung zu beginnen.“

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