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Lokal26.de Nordsee Langeoog

Rückreisewelle: Coronavirus lässt Urlaubsträume platzen – Inselgäste müssen gehen

18.03.2020

Langeoog /Wangerooge Corona lässt Urlaubsträume platzen. Die große Abreise von den Ostfriesischen Inseln hat Montag begonnen und sich am Dienstag fortgesetzt.

Viele Gäste sind der Bitte der Landesregierung gefolgt, die Heimreise anzutreten. Diese hatte verfügt, dass zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus die Inseln vorübergehend nicht bereist werden dürfen.

Auf dem Bahnsteig der Insel Langeoog bildeten sich lange Schlangen bis zum Fährhusweg, um die Koffer aufzugeben. Viele andere Gäste verbanden das Angenehme mit dem Nützlichen und nutzten das schöne Wetter für einen letzten ausgedehnten Spaziergang mit Koffern zum Hafen und gingen so der drangvollen Enge in den Inselbahnwagen aus dem Weg.

Abreise bis zum 25. März

Wie lange die Anreise auf die Inseln nicht möglich sein wird, ist noch nicht bekannt. Bisher können die häufigen Fragen in diese Richtung noch nicht seriös beantwortet werden. Bis wann die Gäste Zeit haben, abzureisen, erklärt Heike Horn, Bürgermeisterin der Inselgemeinde Langeoog: „Urlauber, die bereits auf der Insel verweilen, haben Zeit, bis zum 25. März, diese zu verlassen.“

Getroffen von der Hiobsbotschaft wurde auch die Familie Salmen-Bechtel auf Wangerooge. Schon vor Wochen wollte sie ihren Urlaub auf der Insel antreten. Sie machten sich auf den Weg nach Harlesiel aber der Sturm „Sabine“ ließ alle Pläne platzen. Die Fähren wurden abgesagt. Die Familie musste die Heimreise antreten. Jetzt startete sie einen neuen Versuch. Bei einem Anruf am Freitag im Hotel bekamen sie noch „grünes Licht“. Sonntag startete die Familie aus Waltrop in Nordrhein-Westfalen erneut Richtung Harlesiel und mit der Fähre weiter nach Wangerooge. Am Montag dann die Hiobsbotschaft: Ein Anruf von der Hotelleitung mit der Aufforderung schnellstmöglich die Heimreise anzutreten.

Auf einer der beiden Sonderfähren, die Montag Nachmittag in Harlesiel eintrafen, ging es zurück zum Festland. Auf Nachfrage zeigte sich Ilse Salmen-Bechtel jedoch zuversichtlich. „Wir fahren jetzt wieder nach Hause und werden es im Herbst, so Corona will, erneut versuchen.“->

Bürgerinformation für den Alltag

In einer Bürgerinformation nennt Heike Horn die wichtigsten Regeln, die für Insulaner, Gäste und speziell den Tourismus auf den Ostfriesischen Inseln vorerst bis zum 18. April gelten: Unter anderem ist es den Fährbetrieben nicht erlaubt, Urlauber oder andere Personen auf die Inseln zu befördern, die nicht ihren ersten Wohnsitz hier haben. Ausgenommen sind Personen, die im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses, zur medizinischen Pflege (einschließlich Angehörigenpflege) oder zur Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs auf die Inseln müssen.

Geschäfte müssen grundsätzlich geschlossen werden. Das gilt jedoch ausdrücklich nicht beispielsweise für Geschäfte des Lebensmitteleinzelhandels, Bäckereien, Liefer- und Bringdienste, Apotheken, Drogerien, Banken und Sparkassen, Frisöre, Getränkemärkte, Poststellen, Reinigungen, Zeitungsverkauf sowie Dienstleister im Gesundheitsbereich.

„Dieses sind sehr weitreichende Einschränkungen, die vor allem auch unser touristisches und kulturelles Angebot auf der Insel betreffen“, so Horn. „Auch wir müssen alle Veranstaltungen absagen und Einrichtungen schließen“, bedauert die Bürgermeisterin. Sie betont: Das alles dient dem Ziel, die Pandemie einzudämmen. Mitarbeiter im Rathaus sind in dringenden Fällen telefonisch erreichbar. „Wir, die wir alle vom Tourismus leben, sind hier zu besonderer Solidarität aufgerufen, und ich hoffe hier auf viel Kreativität und ein starkes Gemeinschaftsgefühl“, so Heike Horn.

Urlauber zeigen Verständnis

Viele Urlaubsgäste sind zwar enttäuscht, dass sie ihren Inselaufenthalt abbrechen müssen. Sie zeigen aber auch Verständnis. Und viele Urlauber wollen den Inseln die Treue halten, so wie Familie Salmen-Bechtel aus Nordrhein-Westfalen. Bereits vor Wochen wollte das Paar nach Wangerooge, war jedoch am Sturm „Sabine“ gescheitert. Jetzt waren sie auf der Insel, mussten aber erneut zurück. Ilse Salmen-Bechtel bleibt zuversichtlich: „Wir fahren jetzt wieder nach Hause und werden es im Herbst, so Corona will, noch einmal versuchen“, sagte sie auf Nachfrage.

Andere Gäste, die erst noch auf eine Insel wollten, zeigten sich überrascht, dass diese abgeriegelt sind. An den Fährschaltern werden sie freundlich aufgeklärt. Dennoch: Es bleibt ihnen nur die Heimfahrt.

Die komplette Stellungnahme der Langeooger Bürgermeisterin gibt es unter

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