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Lokal26.de Nordsee Langeoog

Bürger sammeln Ideen für ihre Insel Langeoog

07.02.2020

Langeoog Wie geht es weiter auf Langeoog? Was passiert mit dem Haus der Insel und dem Kur- und Wellnesscenter? Wie viel Tourismus verträgt die Inselgemeinde? Und wie schafft man auf Langeoog mehr Wohnraum? Antworten auf diese Fragen können in den nächsten Wochen und Monaten die Bürger geben. Sie sind aufgerufen, sich zu beteiligen und ihre Vorstellungen und Ideen einzubringen.

Auftakt war am Mittwochabend im Haus der Insel. Bei einer Bürgerversammlung – der ersten unter der neuen Bürgermeisterin Heike Horn - konnten sich die Langeooger je nach Interesse für ein Thema eintragen. Diese Kompetenzteams sollen sich jeweils drei Mal treffen. Die Termine werden noch bekanntgegeben, kündigte Heike Horn an. Die Arbeitsergebnisse werden später in einer weiteren Bürgerversammlung vorgestellt.

280 Langeooger waren zur Bürgerversammlung gekommen. Sie hatten die Möglichkeit, fragen zu stellen – auch anonym. Dabei wurde klar, welche Themen die Menschen beschäftigen: Neben dem Wohnungsmangel auf der Insel sind es vor allem die Zukunft der Schule, des Hauses der Insel und des Tourismus.

Zu Beginn hatte Heike Horn die Linie vorgegeben: Bei der Bürgerversammlung am Mittwoch im „Haus der Insel“ sollte konstruktiv und nach vorn gerichtet diskutiert werden. „Wir werden personenbezogene Fragen nicht zulassen“, hatte sie angekündigt und auf einen „sachlichen Rahmen“ gepocht. Nicht alle Langeooger hielten sich daran. Sie stellten Fragen zu laufenden Ermittlungen und auch zu vergangenen Personalentscheidungen. Doch Heike Horn blieb ihrer Linie treu.

Ein Überblick über die diskutierten Themen:

Der Tourismus

Soll die Zahl der Tagestouristen beschränkt werden? Das war eine der Fragen, die Moderatorin Dr. Daniela Bravin, die durch den Abend führte, vorgelesen hatte. Die Antwort habe mit Ökonomie zu tun, sagt Heike Horn. Die Tage, an denen die Zahl der Tagesgäste „Oberkante Unterlippe“ stünde, ließe sich auf 12 bis 15 im Jahr begrenzen. Die Tagestouristen lassen im Jahr rund sieben Millionen Euro auf der Insel, erklärte Horn. Sie gab aber zu bedenken: Aus einem Tagesgast könnte auch ein Gast werden, der fünf oder mehr Tag bleibt.

Der Wohnungsmarkt

Dieses Thema brennt den Langeoogern auf den Nägeln. Bürgermeisterin Heike Horn stellte klar: Die Gemeinde wird keine finanzielle Anreize dafür schaffen, dass mehr Wohnungen für die Dauermiete freigegeben werden. „Da kann man immer nur appellieren. Die Entscheidung kann nur freiwillig sein.“ Die Gemeinde plant den Bau von Mietwohnungen auf dem Internatsgelände. „Wir gehen das als Gesamtprojekt an“, kündigte die Bürgermeisterin an. Geld für die Planungen seien im Haushalt eingestellt.

Die Kinderbetreuung

Gibt es Pläne, die Kita zu vergrößern? „Ja, die gibt es“, betätigte die Rathauschefin. „Aber anders als gedacht“. Es gebe Überlegungen für eine Strand-Kindertagesstätte, bei der die Kinder draußen betreut würden.

Die Inselschule

An der Inselschule werden 120 Schüler bis einschließlich der 10. Klasse unterrichtet. Einige Langeooger fragen sich, wie die Schule erhalten bleiben kann. „Indem sich die Langeooger schlagartig vermehren“, sagt Horn und lacht. Die Antwort war aber weitreichender. Die Insel müsse auf den Zuzog von Familien setzen. „Dann bleibt die Schule auch erhalten“, gab sich Horn überzeugt. Doch junge Familien könnten nur nach Langeoog ziehen, wenn entsprechender Wohnraum zur Verfügung steht. Die ehemalige Schulleiterin Angelika Fischer meldete sich zu Wort. „Macht euch keine Sorgen, die Sekundarstufe eins bleibt.“

Der Bau von Uns Oog

31 Wohnungen entstehen auf dem Internatsgrundstück. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen. Mit der Wohngenossenschaft Uns Oog sei ein Erbbaurechtsvertrag über 99 Jahre geschlossen worden. In dem Vertrag, der am Montag verabschiedet werden soll, steht laut Horn alles drin, „was für die Insel wichtig ist“. Der Vertrag sei für Gemeinde und Genossen ein gutes Produkt.

Das Haus der Insel

Wie es mit dem Haus der Insel weitergeht, ist unklar. Ein Kompetenzteam soll sich damit beschäftigen. Die Verwaltungschefin plädiert dafür, es nicht zu verkaufen. Sie wirbt für ein Erbpacht-Modell. Nur so habe die Gemeinde in der Hand, was dort gemacht wird.

Die Finanzen

„Wir werden alle an einer Ecke bluten müssen“, erklärte Heike Horn. Das bezieht sich auf die finanzielle Situation der Gemeinde, die weiter in der Entschuldung steckt. Am Freitag gebe es einen Termin mit dem Landkreis. Horn ist zuversichtlich, dass „wir die Kuh vom Eis kriegen.“ Sie rechnet jedoch mit der Auflage, dass es Gebühren- und Beitragserhöhungen geben muss. Auch wenn dieses Jahr in Sachen Finanzen „denkwürdig“ werde: Für Horn ist eine Zwangsverwaltung „die schlechteste Variante.

Anke LaumannLokalredaktion

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