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Entscheidung nach langer unklarheit: Fußballsaison in Niedersachsen wird abgebrochen

29.06.2020

Barsinghausen Die Fußballsaison 2019/20 wird abgebrochen. Dies wurde am Samstag auf dem außerordentlichen Verbandstag des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) entschieden. Der eigene Antrag des Verbandsvorstandes, der einen Saisonabbruch mit Auf-, aber ohne Abstieg nach Quotientenregelung vorsah, hatte mit 91,1 Prozent die klare Mehrheit der Delegierten erhalten. Vereine, die anhand ihres Quotienten einen Relegationsplatz belegen, steigen ebenfalls direkt auf. Damit herrscht 107 Tage nach Einstellung des Spielbetriebes endlich Klarheit, wie es weitergeht – wann jedoch, ist weiter ungewiss. NFV-Präsident Günter Distelrath verbreitete zumindest ein wenig Optimismus: „Ich bin wirklich guten Mutes, dass die Monate der Ungewissheit bald enden werden und wir Fußball nicht nur im Training, sondern auch wieder unter Wettkampfbedingungen spielen können“, heißt es in der Pressemitteilung des Verbandes.

Zum 51. Mal in der Geschichte des NFV waren die Delegierten am Samstag zusammengekommen, um eine Weichenstellung für den Amateurfußball in Niedersachsen vorzunehmen. Nach zuvor 45 ordentlichen und fünf außerordentlichen Hauptversammlungen zwang die Corona-Pandemie den NFV jetzt dazu, auf einem außerordentlichen Verbandstag erstmals mit seinen Delegierten über den Umgang mit der unterbrochenen Spielzeit 2019/20 zu entscheiden.

Ebenfalls neu war, dass der Verbandstag in einem virtuellen Raum stattfand. Während sich das Präsidium und die Direktoren des NFV in Hannover versammelten, schalteten sich alle übrigen Teilnehmer in einer Videokonferenz dazu. Die spätere Stimmabgabe der Delegierten erfolgte über ein Online-Voting.

In seiner Begrüßung stellte Distelrath noch einmal heraus, „dass wir in einer noch nie dagewesenen Ausnahmesituation alle gemeinsam überlegen mussten, wie wir zu belastbaren und nach Möglichkeit nicht angreifbaren Ergebnissen im Umgang mit der Saison 2019/20 kommen, die den Vereinen zugleich eine gewisse Planungssicherheit bietet. Und dies vor dem Hintergrund, dass natürlich die politischen und behördlichen Anordnungen jederzeit zu beachten sind.“ Dass es hierfür keine allumfassende Patentlösung gebe, die alle Vereine jubeln lässt, sei allen klar gewesen, hieß es weiter. Anschließend war Steffen Heyerhorst, der Justiziar des NFV, an der Reihe und erläuterte kurz das Prozedere, ehe es zur Abstimmung kam.

Den Anfang machte dabei der Antrag des FC Dynamo Lüneburg, der eine Annullierung des Spieljahres 2019/20 beinhaltete. Mit 275 Stimmen (94,8 Prozent) sprachen sich die Delegierten deutlich gegen diese Idee aus. Als Nächstes folgte der NFV-Antrag, der mit 265 Ja-Stimmen die klare Mehrheit erhielt. Abgegeben wurden 295 Stimmen. Alle weiteren Szenarien (Saisonabbruch mit Auf- und Abstieg sowie die Fortsetzung der Saison) waren damit vom Tisch. Lediglich fünf Ergänzungs- bzw. Änderungsanträge nebst Hilfsantrag standen noch zur Abstimmung. Diese fanden jedoch alle nicht die erforderliche Mehrheit.

So war es auch mit dem Anliegen des SV Wilhelmshaven, der zusammen mit drei weiteren Vereinen beantragt hatte, dass neben dem jeweiligen Regelaufsteiger auch der Tabellenzweite aufsteigt. Das eindeutige Ergebnis: 227 Nein-Stimmen, 34 Ja-Stimmen und 29 Enthaltungen. Auch der zusätzliche Hilfsantrag der Jadestädter, dass auch der Zweite der Bezirksliga II nach Quotientenregelung aufsteigt, wurde mit 250 Nein-Stimmen, 17 Ja-Stimmen und 24 Enthaltungen abgelehnt.

Jens SchipperSportredaktion

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