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Fußball: Tag der Entscheidung ist endlich da

27.06.2020

Barsinghausen Seit Mitte März ruht der Ball auf den Fußballplätzen in Niedersachsen. Vielerorts wurde der Trainingsbetrieb zwar mittlerweile unter gewissen Auflagen wieder aufgenommen, doch Einheiten und Spiele in gewohnter Form lassen weiterhin auf sich warten. Es ist schwer zu sagen, wann der Ball in den Amateurligen wieder rollt. Eine Antwort auf diese Frage, wird es wohl auch am Samstag beim außerordentlichen Verbandstag des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) nicht geben. „Das entscheidet am Ende nicht der Fußball, sondern die Politik“, erklärt darum Winfried Neumann, der Kreisvorsitzende aus Ostfriesland. Eine Antwort, wie es weitergeht, wenn wieder gespielt werden darf, wird es aber geben.

Im virtuellen Raum wird über die unterbrochene Saison im niedersächsischen Amateurfußball abgestimmt. Insgesamt 324 Delegierte haben Stimmrecht. 200 davon kommen aus den Kreisen, die anteilig über die Mannschaftszahlen vergeben werden. Hinzu kommen die Mitglieder des Verbandsvorstandes (das zwölfköpfige Präsidium um Günter Distelrath sowie die 33 Kreisvorsitzenden), je drei Mitglieder aus den vier Bezirken sowie je ein Delegierter der Mannschaften, die in der Oberliga spielen. Jeder der insgesamt 324 Delegierten hat eine Stimme, die nicht übertragbar ist.

Szenario auf der Tagesordnung überrascht

Bis zum 5. Juni hatte jedes Verbandsmitglied die Möglichkeit, einen eigenen Antrag zu stellen. Am 12. Juni informierte der NFV die Vereine über die Tagesordnung des Verbandstages. Am Samstag wird über die Anträge nacheinander abgestimmt – sobald ein Anliegen auf Zustimmung stößt, ist die Entscheidung gefallen. Hierfür reicht eine einfache Mehrheit, sprich: Erhält ein Vorschlag 163 oder mehr Stimmen, wird die Delegation diesem Antrag folgen.

Es stehen vier verschiedene Szenarien zur Abstimmung, die über den Ausgang der Saison 2019/20 entscheiden. Möglichkeit eins: Das Spieljahr wird annulliert. Möglichkeit zwei: Die Saison wird abgebrochen – mit Aufsteigern, aber ohne Absteiger. Möglichkeit drei: Die Spielzeit wird abgebrochen – mit Auf- und Absteigern. Möglichkeit vier: Die Saison wird fortgesetzt.

Vor allem Szenario vier überrascht, denn eine Fortsetzung der Spielzeit schien eigentlich schon vom Tisch. Anfangs wollte der NFV die Saison ebenfalls noch weiterführen, stieß mit diesem Vorhaben allerdings in einer Umfrage auf starke Ablehnung. Nun finden sich aber Anträge des SV Kickers Vahrenheide, des SV Nienstädt und des TuS Sulingen, die für eine Fortsetzung der Spielzeit plädieren, auf der Tagesordnung wieder.

Verbandsvorstand will Auf- aber keine Absteiger

Der Antrag des Verbandsvorstandes des NFV fordert einen Abbruch der Saison. Die Abschlusstabellen sollen anhand des Standes vom 12. März durch Anwendung der Quotientenregelung (Rangfolge: Punktquotient, Tordifferenzquotient, mehr erzielte Tore, Losentscheid) bestimmt werden. Absteiger soll es keine geben. Mannschaften, die sich nach der ermittelten Abschlusstabelle auf einem direkten Aufstiegsplatz befinden, sollen in die nächsthöhere Liga aufsteigen. Auch Teams, die sich auf einem Relegationsplatz befinden, sollen zusätzlich zu den direkten Aufsteigern, den Gang in die höhere Spielklasse antreten. Zweitplatzierte, die in einer Liga ohne Relegationsplätze spielen, würden demnach allerdings nicht aufsteigen.

Erweiterte Anträge zur Variante des NFV

Sollte der Vorschlag des NFV-Verbandsvorstandes hinsichtlich des Punktspielbetriebes auf Zustimmung stoßen, geht es mit erweiterten Anträgen zum zweiten Szenario, die dem NFV-Vorschlag untergeordnet sind, weiter. So haben auch der VfB Rot-Weiß Braunschweig, der SV Wilhelmshaven, der MTV Treubund Lüneburg, Inter Celle 07 und der SSV Kästorf Anträge eingereicht, die sich in einzelnen Punkten von der NFV-Variante unterscheiden. So geht es beispielsweise darum, ob auch Tabellenzweite aufsteigen, die in einer Liga ohne Relegationsplatz spielen, oder ob nur die abgeschlossene Hinserie der Saison 2019/20 gewertet wird.

Sollte der Vorschlag des Verbandsvorstandes allerdings auf Ablehnung stoßen, wird über einen Saisonabbruch mit Auf- und Absteigern abgestimmt (Szenario drei). Wenn auch hierzu keine Mehrheit gefunden wird, würde sogar die vierte Option (Fortsetzung der Saison) in Betracht gezogen.

Eine Entscheidung wird es definitiv geben

Würde kein Szenario im ersten Durchgang auf Zustimmung stoßen, läuft der Verbandstag so lange, bis eine Lösung gefunden ist. Damit ist klar: Niedersachsens Fußballer werden heute also eine Antwort erhalten, wie es weitergeht – wann genau ist fraglich.

Der außerordentliche Verbandstag des NFV wird heute um 10 Uhr beginnen. Es handelt sich um eine nicht- Verbandstag dabei sein. Der NFV und die Fußballkreise haben angekündigt das Ergebnis zeitnah nach dem Ende der Abstimmung zu verkünden.

Jens SchipperSportredaktion

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